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nister der auswärtigen Anzele enheiten.
dem Kriegsminister (Seras *W Finanzminister,
Marineminister (Kapudan-Pascha),
Großmeister der Artillerie, Minister
des Innern, Chef des Generalstabs,
Finanzminister, Minister der öffentlichen
Arbeiten, Polizeiminister, Minister des
öffentlichen Unterrichts, Minister des Handels
und Ackerbaus und dem Intendanten
des Evkafs, d. h. der den Moscheen
und frommen Sistunzen gehörigen Güter.
Alle wichtigern Maßregeln werden
von einem Ministerkollegium (Diwan),
an dessen Beratungen auch der Scheich ul
Islam teilnimmt, beraten. Behufs der
innern Verwaltung wird das Reich in
Wilajets oder Generalstatthalterschaften
eingeteilt, deren Vorstände den Titel
»Wali« (Generalgouverneur) führen. Die
Wilajets zerfallen in Sandschaks (Bezirke),
an deren Spitze Gouverneure (Mutesarrifs)
stehen. Die Sandschaks wiederum
sind in Kaza #(Oistrint) eingeteilt, welche
von einem Kaimakam (Gouverneurleutnant)
verwaltet werden. Ein höchster Gerichtshof
besteht in Konstantinopel.
Die Finanzen des Reichs befinden
sich, besonders infolge der letzten Kriege,
in der traurigsten Verfassung. Eine besondere
Finanzkommission von neun Mitgliedern,
darunter vier Europäer, hat die
schwierige Aufgabe, Ornung hineinzubringen.
Das Defizit pro 1 wurde
auf 342,272,960 Piaster (à 18 Pf.) oder
61,609,133 Mk. veranschlagt, die Gesamtstaatsschuld
auf 1,590,887,433 Piaster.
Die Armee, welche zu Ende des Kriegs
von 1875 — 78 gänzlich desorganisiert
war, ist in der Reorganisation begriffen
und soll schon jetzt wieder ca. 300,000
Mann betragen. Dieselbe wird aus dem
stehenden Heer, der Landwehr (Redife) und
dem Landsturm (Mustahfis) zusammenesetzt.
Die Dienstzeit beträgt 20 Jahre,
Raoen 4 im aktiven Heer a Jahr Urlaubg,
9’in der ersten und zweiten Reserve
und
im Landsturm. Durch Gesetz von (
Turnus — Tyrann.
*P*PW it die allgemeine Wehrpflicht eineführt.
Die Armee besteht aus 155 Regimentern
Infanterie oder 620 Bataillonen, 36
Bataillonen Jäger, 109 Regimentern Kavallerie
oder Eskadrons (unter diesen
432 aktive, 108 Depot= und 5 Lokaleskadrons),
18 Regimentern Feldartillerie
oder 72 Bataillonen mit 288 Batterien,
18 Pionier= und 18 Trainbataillonen.
Die Kriegsflotte ist wesentlich geschwächt
aus dem Krie bervorgegangen,
auch sind drei Panzerschiffe an die Engländer
verkauft worden. Die Flagge ist
rot und weiß mit dem Halbmond. Das
Wappen des türkischen Reichs ist ein
rüner Schild mit silbernem Monde, dem
mblem, welches Mohammed II. nach
der Eroberung von Konstantinopel auf
seine Fahnen aeten ließ. Den Schild umgibt
eine Löwenhaut, auf welcher ein Turban
mit einer Reiherfeder liegt; hinter
demselben stehen schräg zwei Standarten
mit Roßschweisen. Vgl. Bianconi,
Ethnographie et statistique de la Tur--duie
d’Europe et de la Grece (1877);
Lellwgle und Beck, Die heutige Türei
(1877); Aristarchi Bei, La lEgislation
ottomane (1873 ff., 4 Bde.); Baker,
Die Türken in Europa (deutsch 1878).
Turnus (neulat.), die Reihenfolge, in
welcher die mehreren Personen oder Korporationen
zustehende Ausübung eines
Rechts oder einer Pflicht von einem zum
andern übergeht.
Tutel (lat.), Vormundschaft; Tutor,
Vormund; Tutorium,, die über die Bestellung
eines Vormunds aussgefertigte
Urkunde, welche zugleich zur Legitimation
desselben dient. «
Tyrann (griech.), im alten Griechenland
Bezeichnung für einen unumschränkten
Herrscher, welcher sich in einem freien
Staate der Herrschaft (Tyrannis) begaptist
hatte; heutzutage s. v. w. Despot