Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

D.  Tucker.

In  den  Wohnräumen  der  Geistlichen  der
Westminster.  Ablei  in  London  flarb  am  16.
Juni  plötzlich  Mister  Tucker,  der  frühere  Bischof
  von  Uganda.  Ehe  er  Bischof  von  Uganda
wurde,  war  LD.  Tucker  Bischof  von  Zentral:
asrila.  Sein  Name  ist.  U#.  Deutschland  haupt- 



Karl

zu  Dr.
Peiers  bekannt  geworden,  deren  Folge  der  besächlich

  durch  seine  Beriehungen

tannte  Tuckerbrief  e##wesen  isl,  den  Bebel  im
Reichstage  zur  Verlesung  brachte.  Erst  im
45.  Lebensjahre  trat  Tucker  in  den  geisllichen
Stand.  Bie  dahin  war  er  wie  jein  Brüder#
Maler.  Er  ist  65  Jahre  alt  geworden.

Künchener  Neuigkeilen.

münchen.  17.  Juni.  Im  Alten  Rathaussaal
  sind  gestern  9120  Mk.  aus  der  „HKaiser-Wilhetm-Jubiläums-Spende“
  an  00  HPilfsbedürftige
  Veteranen  verteilt  worden.  Die
Spende  ist  hier  zum  zweiten  Male  zur  Bertleilung
  gelangt.  Von  dem  jährlich  aus  der  Sliftung
  zur  Verfügung  stehenden  Betrage  von
40  000  Mk.  wird  ein  Drittel  am  Tage  des  Regierungsantrittes
  des  Kaisers,  das  zweite  am
Geburtsfeste  König  Ludwigs  III.  verleilt,  das
dritte  zu  Unterstützungen  im  Laufe  des  Jahtres
  verwendet.

münchen.  17.  Juni.  Dr.  P.  Engelbert  Huber
  hat,  wie  die  Zentrumspresse  meldet,  in  einem
  Schreiben  an  das  Provinzialat  seinen  Austritt
  aus  dem  Orden  erkllärt.  Hiemit  werden
Gerüchte  in  Verbindung  gebracht,  wonach  P.
Huber  heiraten  wolle.  Wie  man  hört,  soll  es
sich  hiebei  um  eine  Mitte  der  vieruger  Jahre
stehende  höhere  Beamtenswilwe  aus  Straubing
handeln,  die  früher  in  Pasing  wohnte  und  nun
nach  Schwabing  gezogen  ist.  P.  Huber  soll  die
Frau,  die  drei  erwachsene  Töchter  hat,  schon
vor  einigen  Jahren  kennen  gelernt  haben.  Hierzu
  melden  die  „M.  weiter:  „Dr  Huber
  wird  die  Witwe  des  Nealschuldireltot=  Mond.
schein  aus  Straubing  heiraten,  die  bis  vor  kurzem
  in  Pasing  und  dann  in  München-Schwabing
wohnte.  Dort  waren  die  häufigen  Besuche  des
Paters  wohl  ausgefallen,  man  hielt  ihn  jedoch
für  einen  Verwandten  der  Familie.  Frau
Mondschein,  die  eine  bereits  erwachsene  Tochter
bat.  ist  dieser  Tage  nach  Berltin  übergesiedelt.
Dr.  Huber  will  nach  seiner  Verehelichung  nach
Konstontinopel  gehen.  Er  ist  von  dem  neugegründeten
  Berliner  Verein  zur  Förderung  dentscher
  Kultur  in  der  Türlei  und  Kleinasien  zum
Direltor  der  neu  zu  gründenden  beutschen  Schulen
  im  Orient  ernannt  worden.  Die  Absicht,
aus  dem  Kloster  auszutreten,  hatte  Dr.  Huber
schon  vor  Jahren;  sie  war  diksiert  von  inneren
lirchlichen  Schwierigkeiten,  die  er  nicht  überwinden
  konnte.  Erst  als  er  entschlossen  war,  aus-„Ich

  will  ganz  ruhig  bleiden  —  ganz
ruhig!“  flüsterte  Herta.  Aber  ihre  junge  Brust
*  und  senetee  sich  stürmisch,  und  ihre  Hände
waren  krampfhaft  verschlungen.  All  die  Qualen
der  letzten  Tage,  alle  Erregungen,  die  sie  durchgemacht
  hatte,  schienen  heute  in  ihr  nachzuwirken.
  Es  hätte  nicht  einmal  eines  so  starken
Anstoßes  bedurst,  ihr  die  Kraft  ihrer  Nerven
vollends  zu  rauben.

Die  Gräfin  Degernheim  aber  mochte  sich
sagen,  daß  es  vielleicht  wirklich  das  richtigste
war,  sie  klärte  Herta  so  schonend  wie  möglich
auf.  Besser  jedenfalls,  sie  erfuhr  es  jetzt  von
ihr,  als  später  auf  weniger-  rücksichtsvolle  Weise.

„Erinnern  Sie  sich  des  Leutnants  von
Winterfeld?“  fragte  sie.  „Des  armen  jungen
Menschen,  den  vor  ctwa  vier  Jahren  der  Tod
so  unerwartet  traf?“

In  die  Furcht  ortas  mischte  sich  etwas
wie  ein  leises  Erstaunen.  Was  konnte  dieser
Wnteleld  mit  hren“  Angelegenheit  zu  tun

ab

Er  starb

 

Ich  erinnere  mich  seiner  wohl.
auf  einem  Bolllest  —  wahr?
„Jawohl!  Auf  einon  Ballfsest  bei  seinen
Eltern  —  das  ihm  zu  Ehren  gegeben  wurde.
Er  kam  damals  gerade  von  einer  großen  Reise
zurück.  Vor  dieser  Reise  hatte  er  sich  heimlich
verlobt  —  und  er  gedachte  an  jenem  Abend
das  Verlöbnis  zu  veröffentlichen.  Mich  hatte
er  zu  seiner  Vertrauten  gemacht  —  und  wenn
er  mir  auch  den  Namen  seiner  Braut  auf  ihren
ausdrücklichen  Wunsch  nicht  genannt  hatte  —  so
erfuhr  ich  doch  von  ihr  selbst  am  Morgen  nach
jener  Unglücksnacht  die  Wahrheit.  Da  kam  sie
mir  —  um  mir  zu  gestehen,  daß  sie  in  dem
keurnom  von  Winterseld  ihren  Verlobten  verloren
  hbatte.“

NF#rreren,  vachte  er  odran,  aud)  zu  Deiroren.  Lo
Heirat  hätte  schon  früher  stattgesunden,  wenn
dbie  Beschaffung  von  Heiratspopieren  nicht  Schwierigleiten
  bereilet  hätte.“

München.  17.  Juni.  Der  im  Westend  woh.
nende  Parreitbodenfabrikant  Georg  Stuben.
hofer  wurde  els  Haupt  einer  großen  Einbre.
cherbande  verhaftet.

Sayerische  Nachrichten.

Hfaffenhofen  a.  Ilm,  17.  Juni.  Die  Hopsenanlagen
  in  der  Hollertau  haben  unter  der
anhallend  nassen  Witlerung  sehr  viel  zu  leiden;
die  Pflanze  bleibt  start  zurück.  Anßerdem  macht
sich  noch  ein  bedenkliches  Auftreten  von  verschiedenem
  Ungesieser  bemertbar.  Allgemein  rechnete
  man  heuer  in  Produzentenkreisen  auf  ein
besonders  gutes  Ertragsjahr.  Wenn  aber  die
Wilterung  nicht  bald  umschlägt,  und  einer  Wärmeperiode
  Platz  macht,  so  werden  die  schönen
Hoffnungen  der  Hopfenproduzenten  zu  Wasser

werden.

Dafing,  17.  Juni.  Im  Pfarrhause  in  Laimering
  wurde  nachts  ein  Einbruch  verübt.  Es
wurden  eine  goldene  Uhr  mitl  Kette,  mehrere
lieine  Antiquitäten  und  Altertümer,  Kleidungsstücke
  sowie  Fleisch=  und  Eßwaren  geslohlen.  Den
Einbruch  scheinen  Mitglieder  derjenigen  Bande
  ausgeführt  zu  haben,  die  vor  drei  Wochen
beim  Gastwirt  Lechner  in  Wessiszell  durch  einen
Eindruch  einen  größeren  Raub  ausübten.

Candshut,  17.  Juni.  Infolge  Nachgebens
des  durch  die  letzten  Regengüsse  unterspülten
Erdreiches.  stürzte  das  Dampfschlagwerk  beim

Silobau  der  Vereinigten  Kunstmühlen  in  die
Isar.  Das  Pyramidengestell  ist  noch  sichtbar,
während  der  schwere  Eisenhammer  von  den  Wellen
  überflutet  wird.  Die  Hebungsarbeilen  wurden
  bereits  eingeleitet.

Straubing,  17.  Juni.  Ein  schon  seit  vielen
Jahren  gehegter  Wunsch  weiter  Kreise  der  Stadtbevöllerung
  hat  nunmehr  seine  Erfüllung  gefunden:
  Straubing  hat  ein  Vollsbad!  Wiewoll
eine  jehr  ausgedehnte  Donauflußbadeanstalt,
die  aber  heuer  bei  dem  lühlen  Weter  so  Fut
wie  nicht  frequentiert  werden  lann,  vorhanden
ist,  wurde  die  Frage  der  Errichtung  eines  Volksbades
  schon  seit  Jahren  ventiliert,  aber  ihre
Lösung  wegen  der  Platzfrage  und  anderer  Umstände
  immer  wieder  verschoben.  Ein  glücklicher
Zufall  wollle  es,  daß  auch  eine  neue  Realschule
sich  als  nötig  erwies,  mit  welcher  nun  das  Bad
in  gelungener  Weise  verbunden  worden  ist.  Beide
Anstalten  liegen  im  Zentrum  der  Siadt.  Das
Volksbad  befindet  sich  im  Erdgeschoß  eines  Nebenbaues
  unter  der  geräumigen  Turnhalile  der
Realschule.

Bapreuth,  17.  Juni.  Der  in  den  20er
gehrel  stehende  Arbeiter  Fid  versuchte  sich  zu
erschießen.  Da  die  Kugel  keine  tödliche  Wirkung
ausübte.  durchschnitt  er  sich  die  Kehle  und  ilürzte
sich  aus  dem  Fenster  des  ersten  Stodes  heraus.
blieb  tot  liegen.

Bapreuth,  17.  Juni.  Die  in  der  Nähe  von
Bayreuth  geborenen  Eheleute  Hacker,  die  seit
1876  in  Amerika  leblen  und  sich  mit  einer
Fa#rm  Femlich  emporgeschwungen  hatten,  wollten
von  Hobolen  aus  mit  dem  Dampfer  „Imperalot“
  eine  Reise  nach  Deutschland  antreten,  um
ibre  Verwandten  zu  besuchen.  In  der  Nacht
vor  der  Abreise  jedoch  sanden  beide  den  Ersticungstod
  durch  ausströmendes  Leuchtgas.  Sie
hatten  im  Holel  den  Gashahn  nicht  ganz  geschlossen.


Bad  Kissingen,  17.  Juni.  Wegen  Unterschlagung
  wurde  der  biesige  Rechtsanwalt  Karl
Stablein  verhaftet,  Er  ist  Mitglied  des  Gemeindekollegiums
  und  Vorsitzender  der  Zentrumspartei.


Herta  vermochte  sich  nicht  von  der  Stelle
zu  rühren.  Nur  ihre  zuckenden  Lippen  flüsterten
kaum  hörbar:

„Meine  Schwester?

Die  Gräfin  ergriff  nit  festem  Druck  ihre
beiden  Hände.

„Ja,  Kind,  ja,  —  Ihre  Schwester!  In
einem  verhängnisvollen  Irrtum  über  den  Zustand
  ihres  Herzens  besangen,  hatte  Sabine
dem  ungeliebten  Mann  ihr  Jawort  gegeben.
An  jenem  Abend,  als  er  mit  der  Forderung  zu
lihr  kam,  die  Verlobung  zu  veröffentlichen,
mußte  sie  ihm  die  Wahrheit  gestehen.  Vielleicht,
daß  die  Aufregung,  der  Schmerz  über  ihren
Verlust  das  Werk  der  Krankheit,  die  in  ihm
wühlte,  beschteunigt  hat,  genug,  daß  er  wenige

inuten  na  interredung  mit  ihr  starb.

Das  ist  die  Woheheit,  die  außer  mir  vielleicht
bein  Lebender  awußte.  Ein  winziger  Bruchteil
on  mag  die  Oeffentlichkeit  gedrungen
Lne  s’enie  genug,  um  ein  ungeheures  Geaie
  Lüge  und  Verleumdung  darauf

anszbabon  Verschi  iedene  an  sich  leich,  erklärliche
  Umstände  kamen  den  Schwä  dabel
ilfe.  Irgendein  erindersscher  est  hatte
ie  wahnwihige  Idee  ausgebracht,  der  Leutnant
von  Winterfeld  sei  ermordet  —  mit  einem
Haarpfeil  erstochen  worden,  und  der  Totenschein
sei  gefälscht.  Vor  vier  Jahren  wagte  man  nicht,
dieses  Gerücht  offen  zu  bolportieren.  Jetzt  aber
hat  ein  Diener,  der  von  der  Fürstin  Winterseld
  um  einer  Lächerliei7  willen  entlassen
wurde,  im  Sterbezimmer  des  Leutnants  die
Hälste  eines  in  der  itte  durchgebrochenen
Haarpfeils  gesunden,  und  sofort  begannen  die
Verleumder  von  neuem  ihr  Werk.  Ihre  Schwester
hat  einen  Irrtum  gewiß  über  Gebühr  gebüßt,

 

S

 

 

das,  was  müßiae  Geschwänziakeit  oder  bewußte

 

Bayerisches  Oberland.

Brannenburg,  13.  Juni.  Die  Gemeinde
Brannenburg  baut  ein  neue?  Schulhaus.  Die
jämtlichen  Arbeiten  und  Lieferungen  dazu  sol.
len  auf  dem  Wege  der  schriftliche:  Snp#eission
rergeben  werden.  Die  Pläne  usw.  liegen  beim
K.  Bezirksamt  Rosenheim,  Zimmer  Nr.  21,
zur  Einsicht  auf.  Angebote  mit  der  Aufschrift
„Schulhausneubau  Brannenburg“  sind  bis
längstens  Mittwoch  den  1.  Juli,  nachmittags  4
Uhr,  beim  Berirlsamt  einzureichen.

degerndorf,  17.  Juni.  Am  Montag  feiertlen
  die  Schachtbauers  Aus  tragseheleute  Johann
und  Anastasia  Stadler  die  goldene  Hochzeit,(  nicht
die  silberne,  wie  irrtümlich  berichtel  wurde#).
Böl.ersalven  lündigten  ichon  4  Uhr  morgens
das  Fest  an.  Vormittags  10  Uhr  war  Auf—
flellung  vor  dem  Gasthaus  Oberauer  in  Flintsbach;
  voran  die  Musikkapelle  Flintsbach,  dann
das  Jubelspaar,  begleitet  von  HH.  Pfarrer  Wenk
ron  Flintsbach,  dann  folgten  zehn  Kinder  des
Jubelpaares  mit  24  Enlellindern,  hierauf  ein
Schwiegersohn  und  fünf  Schwiegertochter  und
am  Schlusse  noch  16  Hochzeitsgäste,  Verwandte
und  Nachbarn.  Der  Festzug  bewegie  sich  in  die
Pfarrlirche  Flintsbach,  wo  ein  seierliches  Hochzeitsamt
  mit  Tedeum  statsand.  Ueber  Kirchenmusil
  und  Gesang  während  des  Gottesdienstes
  wurde  nur  allgemeines  Lob  ausgesprochen.
Nach  dem  Gottesdienst  begab  sich  der  Feimg
in  das  Gasĩthaus  Oberauer  zu  einem  Frühsluck.

Dort  sprachen  mehrere  Enlellinder  sinnreiche  Geoichte.
  Nachmittags  12  Uhr  verifammeliten  sich
sämtliche  Hochzeitsgäste  mit  Musik  im  festlich
belorierten  Saal  des  Gasthausfes  zur  Hete  in

Tegernoorf  zu  einem  Hochzeitsmahl.  Küche  und
Keller  der  Frau  Gastwirteswitwe  Weber  ist
belanntlich  Zut;  sämmiche  Gäste  waren  sehr
zufrieden.  Die  gutgeschulte  Musiklapelle  Flintslach
  leistete  Vor:ügliches;  weiter  brachten  der
Crsangverein  Flintsbach  nnd  Degerndorf  schöne

Lieder  zum  Vortrag.  Das  Jubelpaar  war
noll  Freude,  als  dann  abends  der  große  Saal,
Lon  Freunden  und  Belannten  überfüllt  war,  die
alle  herzlichste  Glückwünsche  darbrachten.  Die
Austragsmut'er  beim  Eicherbauern  in  Brannen-Lurg,
  der  Jubilarin  Firmpatin,  war  als  Ehrenmutter
  ingegen.  Sie  hat  ichon  vor  50  Jahren
  beim  Jubelpaar  die  Slelle  als  Ehrenmutter
rertreten,  gewiß  eine  Seltenheit!  Zum  Schluß
lrugen  noch  zwei  weißgekleidele  Mädchen  ein
schönes  Gedicht  vor  und  überreichten  dem  Jubelpoar
  ein  tleines  Geschent.  Wir  wünschen
dem  Jubelxaar,  das  jetzt  zusammen  144  Jahre
ljählt  und  verhältnismäßig  noch  gesund  und  ##n
stia  ist,  noch  viele  glückliche  Tage.

Kolbermoor,  17.  Juni.  Der  Musik=  und
(Gcsangverein  „Concordia“  feiert  am  20.  und
21.  Juni  das  Fest  feines  50jährigen  Vestehens.
Zu  dem  Fesie  sind  zahlreiche  Brudervereine  zu
erwarten.  Herr  Anton  Bauer  in  Milterhart
nerlaufte  sein  Gärtnereionwesen  an  Heren  Anton
  Brosch  in  Redenfelden  um  12  000  Mk.

Das  Bieblsche  Bäckeranwesen  kaufie  ein
Herr  Seeitaller  um  15  000  Ml.  Frau  Biebl
hat  das  Herrn  Straßberger  jun.  gehörige  Haus
im  Jeppelinviertel  lauflich  erworben.

B  Tolz,  17.  Juni.  Am  Dienslag  den
23.  Juni  wird  ein  Bau  zum  ersten  Male  seine
Pforten  öffnen,  dessen  Plänc  das  letzte  Werl
Gabriel  v.  Seidls  darfiellen  une  seine  Ete  Unterschrift
  ttagen:  das  neue  Kurhaus.  Die  Ausslaltung
  der  Innenräume  hat  als  Erder  seines
Bruders  Professor  Emanuel  v.  Seidl  ubernommen,
  so  daß  ein  Werlk  von  seltener  Eigenart
und  hohen  künnlerischen  Werten  nunmehr  fertig
seeht

Bohenaschau,  17.  Juni.  Der  am  Fuße
des  Schloßberges  gelegene  Gashof  „zur  Burq"“
murde,  wie  wir  bereits  berichteien,  kurzlich  durch

Verleumdung  ihr  jenz  antun,  das  hat  se  sicherlich
  nicht  verdient.  Ihre  Schwester  ist  ein
mutiges  Mädchen,  und  ich  würde  sie  nur  unterstützen,
  wenn  sie  jenen  Diener  zur  Anzeige
bringen  würde  und  damit  auch  die  träfe,  die
bisher  in  verachtenswerter  Feigheit  geschwiegen
haben.  Anftan  den  Mann  sofort  verhaften  zu
lassen,  wie  er  mit  dem  Schmuckinück  zu  ihm  kam,
kaufte  Graf  Daun  es  ihm  ab  und  jandte  es  dem
Fürsten.  Wahrscheinlich  glaubte  er  damit  auch
noch  sehr  großartig  zu  handeln.  Der  Lump,
der  Diener,  hame  vermutlich  anfanglich  die  Absicht,
  den  Schmuck  ein  zustecken  und  spater  zu
verkaufen.  Erst,  als  seine  Rachgier  geweckt
wurde,  kam  er  auf  den  etwas  gefährlichen  Einsau
  die  Nadel  an  den  Grafen  Daun  zu  vertauie
  Daß  auch  der  sich  einer  strafbaren
Handlung  Wuch  gemacht  hat,  scheint  er  gar
nicht  zu  ahnen.  Oder  er  hält  sich  in  seiner  ge.
sellschaftlichen  Siellung  und  seiner  Geburt  wegen
binlänglich  vor  den  Gerichten  sicher.  Noch  ein.
mal:  man  könnte  Ihre  Schwester  nur  beglückwachachen.
  wenn  sie  diesen  Diener  zur  Anzeige

imi  Sicherheit  weiß  ich,“  fuhr  die  Gräfin
fort,  „daß  der  Mann  sich  zu  sehr  unvorsichtigen
Aeußerungen  hat  binreißen  lassen  —  Aeuße.
rungen,  die  einer  Verleumdung  auf  ein  Haar
Sictchsenen,  und  die  ihm  wabrscheinlich  teuer  zu
tehen  kommen.  Jetzt  aber  hören  wir  wirklich
auf,  davon  zu  sprechen,  Kind!  Wir  sahren  nach
Hause,  und  Sie  legen  sich  ein  wenig  nieder.“

Wortich#sng  kfolgt.)