Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXIV. Jahrgang, 1913. (24)

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einiger  unserer  Kolonien  bedeutende  wirtschaftliche

Werte  ruhen,  die  zu  erhalten  und  zu  schützen  die
Verwaltung  bestrebt  sein  muß.  Nach  Kennzeichnung
der  allgemeinen  Gesichtspunkte  für  diesen  Schutz
folgt  dann  ein  wörtlicher  Abdruck  der  zur  Zeit
in  Kraft  befindlichen  Jagdgesetzgebung  der
Schutzgebiete  und  schließlich  die  nähere  Beschreibung
  der  im  Verwaltungswege  geschaffenen  Wildschongebiete,
  wobei  zugleich  die  Wirkungen  der  in
dieser  Beziehung  getroffenen  Maßnahmen,  soweit
sie  schon  erkennbar  sind,  besprochen  werden.  Dem
Buche  sind  sechs  Karten  beigegeben,  aus  denen
die  Lage  der  Wildreservate  ersichtlich  ist.

Nicht  berücksichtigt  sind  in  der  Denkschrift  die
mit  dem  deutsch-französischen  Abkommen  vom
Jahre  1911  neu  erworbenen  Gebietsteile
von  Kamerun,  da  eingehenderes  Material  über
die  einschlägigen  Verhältnisse  in  diesem  Gebiet
noch  nicht  vorliegt,  und  auch  nicht  das  Schutzgebiet
Kiautschou,  das  der  Verwaltung  des  Reichs-Marine-Amts
  untersteht.

*  Geologische  Sentralstelle  für  die  deutschen
Schutzgeblete.

Seit  dem  1.  April  1912  besteht  bei  der  Königlich
  Preußischen  Geologischen  Landesanstalt  in
Berlin  N.  4,  Invalidenstr.  44,  als  besondere  Abteilung
  eine  geologische  Zentralstelle  für  die
deutschen  Schutzgebiete.  Die  Aufgaben  der
Zentralstelle,  der  die  Geologische  Landesanstalt  die
Dienste  ihres  wissenschaftlichen  und  Verwaltungspersonals
  gewährt,  bestehen:

1.  in  der  Sichtung,  Bearbeitung  und  Aufbewahrung
  des  ihr  von  der  Kolonialverwaltung
  oder  auf  deren  Veranlassung  übergebenen
und  des  anderweitig  aus  den  Schutzgebieten
bei  ihr  eingehenden  mineralogischen  und
geologischen  Materials,

2.  in  der  Erstattung  mineralogischer  und  geologischer
  Begutachtungen,

3.  in  der  Veröffentlichung  wissenschaftlicher  Aufsätze
  über  Mineralvorkommen  und  geologische
Verhältnisse  in  den  Schutzgebieten  im  Einvernehmen
  mit  der  Kolonialverwaltung,

4.  in  der  Herstellung  oder  Prüfung  geologischer
lbersichtskarten  und  Sonderdarstellungen  aus
den  Schutzgebieten  sowie  Mitwirkung  bei  der
Veröffentlichung  solcher  Karten,

5.  in  der  Unterhaltung  und  Vervollständigung
einer  öffentlichen  geologischen  Schausammlung,

6.  in  der  Beratung  und  Belehrung  von  Beamten,
Gelehrten  und  andern  genügend  vorgebildeten
.  Personen,  die  der  geologischen  Zentralstelle
von  der  Kolonialverwaltung  überwiesen  oder
empfohlen  werden,

 

7.  in  der  Fürsorge  für  wissenschaftliche  Vorlesungen
  über  die  Geologie  der  Schutzgebiete
und,  soweit  erforderlich,  für  anschließende
lbungen.

Der  Schriftwechsel  der  geologischen  Zentralstelle
  erfolgt  unter  ihrer  Firma.

Seltungsbe  zug  in  den  HKolonien.

Zeitungsexemplare,  die  nach  den  deutschen
Kolonien  abgesetzt  werden  sollen,  können  nach
einer  neueren  Verfügung  des  Reichs-Postamts
bei  den  Postanstalten  gleich  für  das  ganze  Kalenderjahr
  bestellt  werden,  auch  dann,  wenn
für  diese  Zeitungen  sonst  im  Postzeitungsvertrieb
vierteljährliche  oder  halbjährliche  Bestellungen
vorgeschrieben  sind;  in  ein  neues  Kalenderjahr
darf  die  Bestellung  nicht  hinübergreifen.  Mehrkosten
  entstehen  den  Beziehern  dadurch  nicht.

Infolge  dieser  wertvollen  Neuerung  wird  den
Personen,  die  sich  nach  den  Schutzgebieten  begeben,
  der  unnnterbrochene  Fortbezug  ihrer  Zeitungen
  in  den  Kolonien  bedeutend  erleichtert.

Belgisch-Kongo.
Bestimmungen  über  die  Ausfuhr  von
Eingeborenen.

Zum  Schutze  der  Eingeborenen  hat  der  Generalgouverneur
  Bestimmungen  erlassen,  die  ihre
Ausfuhr  an  gewisse  Bedingungen  knüpfen.  Danach
  ist  es  ohne  besondere  Erlaubnis  des  Generalgouverneurs
  oder  seines  Vertreters  verboten,
Eingeborene  aus  der  Kolonie  auszuführen.  Die
Erteilung  der  Erlaubnis  ist  an  gewisse  vom  Generalgouverneur
  oder  dessen  Stellvertreter  für  den
einzelnen  Fall  festzusetzende  Bedingungen  geknüpft.
Der  Gesuchsteller  muß  sich  verpflichten,  die  Kosten
der  Hin=  und  Rückreise  und  des  Unterhalts  während
  der  ganzen  Zeit  der  Abwesenheit  der
Schwarzen  von  der  Kolonie  zu  tragen.  Zur
Sicherung  dieser  Verpflichtung  ist  eine  vom  Generalgouverneur
  oder  seinem  Vertreter  festzusetzende
Summe  zu  hinterlegen,  die  —  außer  im  Falle
höherer  Gewalt  und  nach  Abzug  der  durch  die
Kolonie  vorgestreckten  Auslagen  —  erst  nach
Rückkehr  der  Eingeborenen  in  die  Kolonie  erstattet
wird.  Femer  wird  den  Schiffskapitänen,  welche
die  Breite  von  Kap  Lopez  oder  Kap  Frio  kreuzen.
verboten,  Eingeborene,  die  eine  von  dem  Generalgouverneur
  oder  seinem  Vertreter  ausgestellte  Erlaubnis
  zum  Verlassen  der  Kolonie  nicht  besitzen,
aus  der  Kongo-Kolonie  zu  befördern.

(Nach  einem  Berichte  der  Kaiserl.  Gesandtschaft
in  Brüssel.)