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sitzungen der Association, im Falle sich letztere veranlaßt
sehen sollte, sie zu veräußern. Schon aus
diesem Grunde lag es im Interesse der französischen
Republik, dem Kongostaat so umfangreiche
Gebiete wie möglich zuzuerkennen, namentlich nach
der Richtung, in der ein direkter Gebietserwerb
durch Frankreich in Konkurrenz mit dem Kongostaat
nicht in Frage kommen konnte, d. h. also
besonders nach dem Südosten und Süden zu. So
gestand denn auch die französische Vertragskarte
der Association den Besitz des ganzen Beckens der
beiden Hauptquellflüsse des Kongo, des Lualaba
und des Luapula, zu. Eine solche Großmut
kostete der französischen Republik ja nichts, sie
konnte ihr aber unter Umständen selbst von großem
Nutzen sein.
Nördlich vom Tanganjika sah die französischkongolesische
Vertragskarte — wenigstens nach
der vom Präsidenten der Association, dem Oberst
Strauch, beglaubigten und der Reichsregierung
übermittelten Kopie der Originalkarte zu urteilen
(siehe Kartenanlage Nr. 3) — im Gegensatz zu
der deutsch-kongolesischen bogenförmig nach Nordwesten
ausbiegenden Grenze eine Grenzlinie vor,
die dem hypothetischen Lauf des Russisi, der noch
nicht erforscht war, bis zum 2.° südl. Br. folgte,
den Kiwusee vom Kongostaat auf alle Fälle ausschloß
und dann in schwachem Bogen zum Schnittpunkt
des 1.° südl. Br. mit dem 30. Meridian
führte, welchem sie dann bis zum 4.5 nördl. Br.
folgte.
Nachdem die Association gemäß § 37 der
Kongoakte letzterer in der Schlußsitzung der Konferenz
am 26. Februar 1885 durch eine zur Verlesung
gebrachte Erklärung beigetreten war, handelte
es sich für den König noch darum, durch
eine den Signatarmächten der Kongoakte in Gemäßheit
des Kapitels III dieser Akte zu notifizierende
Neutralitätserklärung, wie sie in Artikel 10
der Akte vorgesehen war, diejenigen Gebiete anzugeben,
auf die sich diese Erklärung beziehen
sollte, um n auf diese Weise für den neuen Staat
acquis un peu dans ce but. Nous Avons une
entente uvec la Francc, nous lui avons accordé un
droit de préférence, si nous alicnions nos posscssions,
mais nous voudrions faire un pas de plus, regler d'un
coup toute ln qucstion, amener la France à solliciter
la rectilication immédiate de la front#rc vers le Gabon
et le QZuillou-Nindi, morennant une bonne somme
duc la France deyrait. Payxer au nour l Etat. Voild
la situntion due j’aimecrais Eirc bien connuc en lien
compétant..
Bismarck ließen diese Brüsseler Chimären sehr
kühl. Jules Ferry sowie de Bragza waren noch etwas.
früher aufgestanden als der König Leopold. Sie bereiteten
seinen Plänen durch die Vorschiebung des
Königs Makoko, wie aus dem ersten Artikel dieser
Serie (Deutsches Kolonialblatt 1916, S. 62) zu ersehen
war, ein jähes Ende.
einheitlich anerkannte Grenzen zu erwirken. Den
Entwurf dieser Neutralitätserklärung ließ er zunächst
am 5. Juni 1885 dem Fürsten Bismarck
durch den deutschen Gesandten in Brüssel behufs
Einverständniserklärung zugehen. Der Fürst, der
sich in leidendem Zustand damals in Kissingen
zur Kur befand, ließ das Aktenstück an das Auswärtige
Amt in Berlin mit dem Auftrag überweisen,
zu prüfen, ob die Schriftstücke sich in Ubereinstimmung
mit den Festsetzungen der Konferenz-Akte
befänden, namentlich bez. der Grenzen des
Kongostaates. Wenn dies der Fall, so solle geantwortet
werden, daß der Reichskanzler einverstanden
sei. Er selbst wünsche sich mit der Sache
nicht weiter zu befassen.
Der Entwurf der Neutralitätserklärung lautete:
„Le régime de la neutralité s'appliduera
au territoire de I’Etat Indép. du Congo
renfermé dans les limites qui résultent des
traités successivement conclus par I'Association
Intern. avec I’Allemagne, la France et le Portugal,
traités notifiés à la Conférence de Berlin
ct annexés à ses protocoles, et qui sont ainsi
dGéterminées, sa voir: « . . ...
Es folgt nun eine Beschreibung der Grenzlinie
des Kongostaates, die sich weder mit den
in dem französischen noch in dem deutschen Vertrag
vorgesehenen Grenzen deckt. Durch die Verträge
war, wie wir bereits sahen, keineswegs ein
einheitlich umgrenztes Gebiet festgelegt. Der
portugiesische Vertrag beschäftigte sich überhaupt
nut mit den Gebieten in der Nähe der Kongomündung.
Der französische und der deutsche
Vertrag zeigten namentlich in bezug auf die
Führung der Süd= und Ostgrenze des Kongostaates
ganz enorme Unterschiede. Allein dadurch,
daß der französische Vertrag dem Kongostaat auch
das ganze Quellgebiet des Kongo zuwies, erlangte
letzterer nach Südost in der Richtung auf den
Tanganjika= und den Bangweolo-See gegenüber
den durch den deutschen Vertrag festgesetzten Grenzen
einen Zuwachs von rund 490 000 gkm. Und
zwar durch Gebiete, die sich später als die wirtschaftlich
wertvollsten des ganzen Staates erweisen
sollten, nämlich die an Kupfererzen und anderen
Mineralien reichen Gebiete von Katanga und
Urua, Territorien, die bis dahin noch nie von
dem Fuß eines Vertreters des Kongostaates betreten
worden waren und auf die er an sich durch
die von ihm eingeleiteten Maßnahmen auch nicht
den allerleisesten Anspruch machen konnte.
Im Osten sollte die Grenze folgenden Verlauf
haben:
„„e 30%° est de Greenwich jusqu'fà la hauteur
de 1° 20’ lat. sud. Une ligne droite mende
de l’intersection du 30° de long. est avec le pa-