Aummer 183
lung der russischen ;Gesangenen n in Deutschland
nachdrücklichen Einspruch erhoben.
Die Londoner Entente. Konferenz.
Ein Londoner Telegramm der römischen „Tribuna“
enthält das bemerkenswerte Eingeständnis,
daß die Zusammenkunft der Minister der
Allürrten in London, die zurzeit stattfindet,
den Zwek verfolgt, die Eunscheidung des Krieges
noch in diesem Jahre zu suchen.
Eine Konferenz der Neutralen.
zstenposlern teilt mit: Wie verlautet, sorderte
die schwedische Regierung in den lehten
Julitagen die übrigen uropäischen neutralen
Regierungen auf, an der neutrajen Minisierbegegnung
in Stockholm von der Art der schon
jrüher in Auosicht genommenen teilzunehmen.
Wie verlautet, sollen die Verhandlungen u. a.
die durch den Eintritt Amerikas verschlimmerte
Lage der Neutralen zum Gegenstand haben.
Mehrere zustimmende Antworten sollen schon
eingelausen sein.
Nevisionder Entente-Krieg
FZiele?
Ueber einen bemertenswerten Beschlun der
gegenwaärtig in London tagenden Entente Konfe:
renz unterrichtet ein über die Schweij einzelan.
senes Telegramm. Der „Corriere della Sera“
meldet aus Landon: Die gegenwärlig tagende
Alliierten Konferenz beschlof die Revision der
Kriegsziele nach russischem Antrag. Man darf
nun gespannt sein, was die Engländer, Franzosen
und Jaliener aus dieser Revision machen werden.
Die ztinmunn in Frankreich.
Dem Rries einer angeschenen holländischen
Gelehrten eninehmen wir jolgende Säße über
die Stimmung in GFrankreich: „Wie ick von einem
gebildeten Franzo osen erfuhr, der 11 Monate
in den Schutzen#räben gelämpft hal, iit
man in Frankreich in honem Maße des Krieges
sott. Er meint!. von 1000 Soldaten an der
Front würde nich einer weiter lämpfen wollen.
Auch die zZivilbevellerun hegt nur den einen
Wunsch. daf- der Krieg baldigi aufhören möge.
Wenn die genjur nicht so Ureng wäre, würde
sich dieser Wunscch uberall und kräftig offen
baren. Mein Gewähremann meinte auch. daß d die
Abneigung gegen die Deutichen im Heere wie im
eigentlichen Volt gar nicht so groß und tief sei.
Die von der Regierung bezahlten Zeilungen
hetzten nur so schrecklich und gären einen ganz
salschen Eindiut von der wirllicken Slimmung
in allen Kreisen. Dagegen sei die Abneigung ge
gen die Engländer bei nicht wenigen Franzosen
jetzt wieder so groß, wie sie ver dem Kriege immer
war.“
Gemaßregelte frauzösische
Jeitungen.
Die Pariser Vläller „L'eupre“, „Vataille“
und „vibre parole“ wmurden am Mitlwoch auf
Anordnung des Pariser Militärgouverneur? beschlagnahmi.
Man ersährt nun, warum: Die
Nummer der „Valaille“ halte einen Leitartilel
verossentlicht, worin der Veschluß der franC
zösischen Regietung, die Teilnahme der franzlischen
Sozialilen an der Sloäholmer Konserenz
zu verweigern, ais schwerer Mikatiss bezeichnet
mrd.
Kornisow' Flucht nur Oeilerreich.
Des neuen russischen Generalissimus Kornilowt
Flucht aus der bilerr. Gefangensckaft beschäfligte
dieser T de das Prepburger Diovisionsgericht.
Aus der Verhandinnz ergab sich, daß Kornilom,
der im Mai 1915 in den Karpatben in
ollerr. Gesangenschaft geri-, ducch die Mithüse
eines lschechkischen Krantkenwärlers culfliehen
konnte. Zuerik wurde der Tscheche zum Tode
verutteil16 — aber der Fall dem Trehbr
Von einsamen Kenschen.
Noman von Friy Ganzer
Gachruck verbssen)
« „Aber die haben genugt, um ihn vollständig
Lher, beurteilon zu können.“
„Nun, wir werden ja selen“", meinte
7* zulehgt. „Hmielleicht haft du dich doch ge-3
r uonore zuckte die Schultern. „Hofsfen
lich!“ sogte sie nur noch und ging dann, ue
eine Enigegnung ab zuwarten, in ihr Zimmer.
Hier saß sie lange grubelnd. Wer wie sie
noch vor wenigen Wochen gesehen und emp-Ponken
hatte, daß Wolfüang gegen jeden
Annaberungsvetiuch sich absolut ablehnend
verhalten, der konnte sich in diese dlötziiche
Sinnesanderung schlecht bineinunden. Erst
verschwand er wie ein geheimnisvoller Mensch
vollständig, und nun kam er jelbst. Sie war
nicht mit ihm zufrieden
Dennoch crwartele sie sein Kommen mit
feberhoßter Spannung.
dlich in der dritlen Nachmittagsstunde,
als 2 bald zu einer Ucbungestunde in das
Konservatorium geben mhhte. lautele es, und
sie erhob sich, um zu öffnen
Wirklich, da stand er vor ihr! Etwas verlegen.
Aber in seinen Augen schien ein leiser
Schimmer von Hoffnung zu leuchten.
„Sie wundern sich, ich sehe es,“ sagte er
nach der Begrüßung in das e tretend.
„Richt wahr?
weinisca0
Viellelcht 4% darüber, daß ich es nach
der unbösech-n“ Abwelsung Ihrer freundlichen
Rosenhelmer Anzelger
ger Divisionsgericht zur Aburteilung überant—
wortel. Nunmehr wurde der Angellagie zu 10
Jahren schweren Kerkers verurteilt. Kornilom
daue iuede. seinem Helfer 20 000 Kronen und
eine othekerlizenz in Rußland versprochen.
Einen persönlichen Vorteil haite der Angellagte
nicht, da die vereinbarte Summe erit bei der
glücklichen Erreichung Rublond- ausbezahit werden
sollte.
Rumänienunter benticher
V zerwaltung.
„Stockholms Dagbladel“ vom 19. Juli
bringt folgenden Bericht über die gegenwärtigen
Zustände in Rumänien: „Es llingt erstaunlich,
wenn man hört, daß in den ollupierten Gebieten
nicht weniger als fünsundneunzig Prozent
des im Trieden bebauten Vodens jen benutzt
werden. Dies is eine Tatsache, die nach den authentischen
Angaben, welche mir in Vukarest gemacht
wurden, nicht be wmriiselt werden kann. Die
Landleute in Rumänien, mit denen ich sprach,
sind überzeugt, daß sie im Frieden, wenn die
nötigen Arbeilskräfte besser als jetzt zur Verfügung
stehen und vor allem das erjorderliche
IZugviel da ill, noch weit über das jetzige Resultat
Lhinauckommen werden. Alle Fachlente
sind der seilen Ansicht, daß die Landwirtschaft?#-produlte
der Mittelmächte und Rumäniens Getreideermen
voll auereichen zur Ernährung des
Volles. So wurde Rumäniens Beteiligung am
Kriege, die man seinerzeit a#s ein Unheil für die
Minelmächee ansah, ein Vorteil für sie. Es sind
dadurch Garanlien geschaffen, die die Auehungerungspläne
zunichte machen. Bei der Uebernahme
der Getreidevorräzc sah man von Jahlungsausschub
bis zum Friedeneschlusse ab, obumohl
das Völlerrecht ihn geilartet hätte. In der Geschic
te des Wellkrieges wird es den Minelmäc
ten zur Ehre gerechnet werden, daß # während
am Sereih die Geschütze noch tre. gewaliige
Sprache redeten die deutsche Milirärverwal-=tung
die Ernie des Jahres 1916 von den rumänischen
Bauern gegen VBarzahlung auflaufte. und
daß die diesjährige Ernte ebenfalls in barem
Gelde, sogar iu erhöhten Preisen, bezallt werden
wird. Dadurch iit im rumänisch on Vandwirl.
schafteleben eine O rdnung wie im tiefilen Frieden
ermögiicht worden.
Die Safäade im onsölloen hree.
(Aus V viessaften und Aussagen geangener
ranzosen.)
Aus den Pariser nmmrdebenhen, S##er
reden und selbst aus der von der Zenfur geknebelten
Presse gehl seit den letzten Wochen mit
aller Deullichleit hervor, daß im französischen
Hcer nach der blutig gescheirerten Aisne-Champagne-Offensive
der Geist der Empörung gegen
die nußlose Menschenst lächterei ausgeflammt ist.
das die Haltung der lämpfenden Truppen sich in
schärfiürm Widersprutk zu den Zielen und den
Phantasien der fromsfernen Ammerionspolititer
sich befindet.
Ueber Einzelheiten dieser Auflehnung französischer
— Truppenteite# g#hen uns Briefschafien und
Aussagen Gefangener der letzten Kampfwochn
den erwünschten Aufschluß.
Gretz, den 17. 6. 17.
Wir hatten 400 Aufrührer auf dem Gretzer
Vahnhof: 3010 Mam sind gekommen, um Ordnung
zu schaffen. 80 Menterer sind gestern
Abend von Greß nach Orleans abtransporiiert
worden, um heute morgen im Lager Cercoltes
erschossen zu werden. 200 andere sind am Mitll.
woch im hacn Thierry ersclo#ssen worden.
Meime, den 18. 6. 17.
Letzten Freirag hieiten ein Trupp zurücktehren
der Ur lauber die Zuge bis 1 Uhr morgens zu,
rück, zerschnin die Telephondrähte, zerschlug al! al-Ginladung
uberhaupt wage, zu tommen.
zeihen Se mir das von. damalo! Ich konnte
an jenem Tage nicht a
Ehe sie zu entgegnen Pderehche kam Horstaus
dem Aielier.
„RNun,“ fragte er gut gelaunt, „sind die
Aktien gestiegen?“
„Bedeutend. Ich sehe nach einem Zelt
raumvoll bitterster Enttäuschungen wieder einen
Ssnzustran. Dars ich kurz erzählen!
bm Plat, und bblennt berichtete
* in Zuhören der Gewister
„Ich gab an demselben Tage, an welchem'
Gie, Gräntein Reimarus, mich getrofsen
hatten, meine Stellung als Setungawerkann
auf; denn ich vermutete, daß Sie oder
Bruder mich aufsuchen würden. Und ich wolln
keine Hilfe. Acht Tage lang führte ich wieder
ein Hungerleben. Dann trat plößlich eine un
erwartete Wendung ein. Ich begegnete eines
Tages dem Prosessor Arußinger. dem
mals bei meiner Ankunft in Berlin meine
Aufwarlung gemacht wun. und wollte schen
an ihm vorüber.
Aber er hatte mich erkangt. und hielt mich
sest. Er hatte mich in seinen Vorlesungen
längst vermißt und erkundigte sich nun Ledr
dem Grunde meines Fernblelbens. Ich berich
tete ihm über die Entzweiung mit meinem
Vater und sagte ihm, daß ich nicht die Mitlel
besäße, mein Studium fortzusetzen. Auch gor
nicht die Absicht. Damit glaubte ich ihn beftls
digt zu haben und hoffte, er würde mich 1
lassen und weistergehen. Aber er mir
mein Elend und meinen Zurgerr — aus
We 1
les, und als die Verstärlung nahte, gab man
dem Lokomotioführer den Befehl, abzufahren, u.
nahm den Bahnhofsvorsteher bis zwei Stationen
weiter mi#l. Du siehst, was das für eine Komödi
ist, und ich könnte Dir noch mehrere. solche
Fälle nennen.
, den 3 7. 17.
Henry C. hat vor dem Kriegegericht gestanden
und ist wegen Aufruhr zu 10 Fahren Göesängnis
verurteilt worden. Das Negiment 109
(X. O. 13. J. D.) scheint gemeutert m haben
". Montmarauld (Allier), den 5.7 17.
Seit Georgs Rüllehr vom urlaub hat sich
alles sehr geändert. Die ganze Dioision ha
nährend seiner Abwesenheit gemeutert: man hat
sit darauf hin aus ihrer Stellung und sogar aus
den Vogesen herausgezogen. J u.
1
Ich habe noch nichts von der ere gehört
ind augenbliklich scheint es, daß die Truppe,
tie uns ablösen sollte, sich geweigert hat, in
Etellung zu gehen. Erstaunt bin ich darüber
sicht, da derarlige Weigerungen. in Stellung zu
gehen. sehr häufig sind; selbit in unserm Negimeni
und auch beim Jäger-Bat. 120, das mit
uns #marschiert, ist es ch. on vorgesommen.
Massonay, den 18. 6. 17.
Du hast sicher ersahren, daß sehr viele Regimenter
den Gehorsam verweigert haben. Ganz in
mserer Nähe sind zwei Regimenter entwaffnet
Vvorden, sie sollen nach Salonili geschiät werden.
. . den O. 6. 17.
Hier in Grenoble sieht es sehr schlimm aus;
man erzählt sich, dasf in Lyon die Anamiten auf
die Vevölkerung schießen.
Ich glaube, daß dics alles auf das Ende hinreute:,
oder es gibt Revolution. Ich möchte es
wiiniche un. und wäre die erile, die Poincare und
jeine Helfershelfer auf die Grilloti ine brachte.
Ein Ueberläufer der franz. 69. Division erlläite,
daß die Slimmung in der Dioision nicht
gut sei. Im Negment 267 sollen vor 4 bis 6
Wochen einige Manusck asten auf Offiziere geschossen
und auck. einige gelötet haben. Der
Kommandeur des Negimems 102 hielt während
der Ruhezeit in Ramerupt eine Ansprache, die
von den Mannschaften mehrmals durch unkol
mäpig: Zwischenrufe untertrock en worden sein
soll. Als er am Schluß ausrief: „Wenn ich cuch
jekt frage, ob ihr in Ken gei zen wolll oder
nicht, was werdet ihr ammworten?", schrie die
Mehrzahl der Leute: „Wir gehen nicht mehr
in Stellung.“
Bei dem Angriff auf die Cholera Ferm am
16. April hatten eima 60 Mann des IJ. N. 151.
sich geweigert, mit vorzugehen; sie wurden mit
Uirest bestraft. Bei derselben Gelegenheit sollen,
wie der Ueberläufer erzähll, auch die Offiziere
sich teilweise gedrückt haren.
A uch an französisch: Gefangene in Denischland
gelangen trotz der ##rengen Jeniur jen öfters
Kachrirten über die Menrere#en- in französischen
Truppenteilen. Se schreibt eine Frau aus Calais
in Ghheimschrift ihrem Manne nach Tauberbischofsheim:
„In einem Soldatenbriefe habe it
gelesen, daß mehrere Regimenter, die man in die
Schützengraben schiten wolite, dies verweigert
haben. Um sie zum Abmarsch zii bewegen, sch.i. ite
man darauf Gendarmerie. Diese mußte aber
bald von ihrem Plan abttehen, denn unsere
Soldaten haben Gewehre und Maschinengewe#re
und wilssen sie im gegebenen Augenbli# zu gebrauchen.“
In dem Palet eines Jägers vom
71. Bataillon fand man folgenden Brief aus
Thbizy vom 1. 7.: „Dieser Krieg mun bald zu
Ende gehen, denn alles geht zur Neige .. Anperdem
haben es die Soldaten meißr als sau.
Mehrere Regimenter haben sich geweigert, zu
marschieren. Man kann sie deshalb wirklick nicht
tadeln.“ Und fast dasselbe meldet einem Gefan-.
genen im Münilerlager seine Schmester aus
äufig geb sein und
darf auch nun endlich “nt veen! mehur
Sehnsucht zu leben
Er hatte erkeichtert. fast fröhlich gespro,
chen. Nun wandte er sich mehr Eleono
Wesongenhelr
zu und zeigte wieder einige Bef-„Mein
Besuch galt in erster Linie Ihnen,
Graulein Reimarus: denn ich komme mit
einer Bitie zu Ihnen. Ich möchte vor allen
Dingen wissen, ob es ein Ringen für meine
Sehnsucht lohnt. Sie waren bei Gelegenheit
unscres gemeinsamen Ausfluges so gütig, mir
den Vorschlag zu machen, ich solle Professor
Merten eitwas vorspielen. Würden Sie nun
jetzt die liebenswürdige Vermiulerin sein
wollen?“
„Gern!“ erwiderle Eleonore schnell und
erfreut. „Ich werde noch heut mit dem Prosessor
sprechen. Ich bin sehr froh, dahß Sie mich
nun haben wollen. Zweimal.
„Wollte ich nicht“, unterbrach Wolsgerg.
.„Ja, das müssen Sie mir verzeihen. Als S
mir damals den Vorschlag machten, war *55
unsrei, und bei unserem neulichen Zusammenweffen
stand ich mit beiden Füßen im Elend.“
„Und da muß dann erst der alte Professor
kommen und Sie berauszieben“, scher zte Eleonore.
zune werden Sie einsach 4ohmenfluchtig
mußte. Ich konnte nicht als ein
halb etraniene um Ihren Seilcnn bitten.“
orst Wolfgang herzlich auf die
Schulter. „Weshalb nicht, Warnick P Freilich
Nochhilfeumierricht hältten wir Ihnen kaum oerschaffen
können. Aber es wäre auch wobl an-
dem Gellcht ab und versprach mir seinen Belstand.
Nun bat er dafür resorgt. daß ich on ·
ders gegangen. Und nun lassen wir das!
Hofsentlich bezahlt man Sie gut.“
nicht mehr marschieren.“ Der
(Genentlich Nachhifeunterrch erleilen kann.
Ich hoff
Samstag, 1 I. August 1017
Epreville am 13. Juli: „Es muß an allem sehlen,
damit der Kricg nmi Die Zidilbevölkerung
muß sich Fen *rn sind wir nicht mehr
weit davon „ gehört, daß unsere
armen Slen 4478 nü. besonders die Infanterie
und die Koloniallruppen. Seit drei
Jahren werden sie ins Elend besal rt. Sie wollen
Umschlag eines
Brieses an einen Unterofjizier aus der Gegend
von Marseille enthielt in Geheimschrift folgende
Mitlteilung seiner Frau vom 28. 6.: „Alle unsere
lieben Franzosen haben genug und wollen
nicht mehr vorgehen, es werden viele standrecht.
lich erschossen. Es itst schreclich.“ Aus Aquenay
meldet ein Cefange nenbrief vom 27. 6.:
„Es gibt viele Truppen, die nicht marschieren
wollen. Man schidät sie nach Saloniki und stellt
Senegalesen zum Schiehen dahinter.“
Sen##che Snahschau.
Das Reichslags Mandat
Dr. Spahne
Die „Germania“ iit umachtig. zuteilen.
daß Exzellenz Dr. Spahn für den Rocichslag
nicht wieder landidieren werde. Sie, sch reibi da
zu: „Die Jeutrumspariei wird den Verlm ihres
bewährten Führers in der Reichslagsfranion
aufrichtig bedauern. Sie sieht, daß die Neuordnung
der Dinge im Sinne einer engeren
Fühlungnahme zuischen Negerung und Parla
ment nich!t ohne Mrober Opser auch seitens der
Parteien möglich it. Da das Zemrum aler
gewohnt ill, das Vaterland über die Parteiin
teressen zu stellen. wird c; sich mit dem Nerlun
in der Ueberzeugung absinden, daß Dr. Spahn
auf den Platz gessellt isl, auf dem er der Allge
meinbeit dant seiner Erfallrung u. Arbeitskraft
die beiten Dienste zu leisten vermag.“ In libera
len Vlänern wird dieser Verzicht Dr. Spahn###
bedauert; es Leißt dort: Alle „Neuordnung“
wird ja binsällig, wenn der alte Misbrauch, das
Parlamentarier aus der Vollzvertrelung aur
schiden müssen, um an der Reglerung leiluel
men zu können, ethalten bleibi.
Elne Lücke im henichemungsgele
ine Angest ulle
Das Versicherungegesetz für * lile, vem
20. Dezember 1911 weist eine noch wenn beach
tete Lüte auf, die für die versiche erien Angesteli.
ten eine Quelle ständig gröfer werdender Ver
luste Lildet und die es verhinderl, daß die
Wartezeit der Angestelltenversicherung, d. h.
die Zeit, innerhalb derer die versicherten An
gestellten, obwohl sie Beiträze zahlen, ieine An.
sprüche auf Invaliden. W #wen und Woisen.
** haben, auf die Zeil von nur 10 Jahre!
beichränkt bleirt. Wird n imlich ein Anzestellier
il: llungeles u. bleib: er es in einem Jahre län
ger als vier Monate, so erlöschen alle seine
Rcchte auf Alters-, Invaliden, Wumen- und
Waisenrenten, und die sämulichen für iha und
von ihm an die Reichsversicherungsan#lalt für
Angeltellte gezahlren Veirräge find zuguntten
der Anslalt verfallen. So sind chaunksreiie in
den Jahren 1913 1914 rund 2.7 Mill. Mark
für die versicherten Angqest: Ihlen verloren g’gan
gen. für Angeitellte, die mit einem Durchichnitte
Jahreseinkommen von nicht einmol 2010 Mark
die Hälfte der verlorenen 2.7 Millienen Mark
aus eigener Tasche aufbringen muntten.
Wie diese Verlultauelle unterbunden werden
lann, zeigt ein Aufsatz von Dr. Mosch Mün
chen! in Masius“ Rundschau. Der Nerfasser
führt dort aus, daß man gegen eine Erhöhung
der an die Reichsrerjicherungsanitalt jür Ange
itellte zu zahlenden Beitrage von monatlich 11
bis 80 Pig. auf jene rigorosen Beimmunzgen
des Ge * verzichten und auch wahrend der
„Ich bin jehr Zufrieden, ich erhalte für die
Erteiluna iiner Stunde drei Mark.“"“
Kröfus!“ rief Cleonore. „Goit, wie habe
ich Mmich einst als Kineergärtnerm mi meiten
paar Kiennigen durchschlagen müssen! n
recht erbarmlich geht's uns auch heute noed
nicht wahr. Horst? Pag aus, nun wird er uns
beiden bald über sein: Und wenn mwir noch
bei der Rennerten wohnen, ist er schon eine
Größe und sieht stolz zu, wie ihm die Pserde
ausgespannt werden.“
Horst nickte vergnügt. So luftig Hatte er
sein 29 wesuchen lange nicht gesehen. Namentlich
wahrend der letzten Wochen war sie immer
verdrossen und wortkarg gewesen
Und AMoligang lachelte I#gg danlbar
Er hatte bejürchtet, daß sie ihm seine Schrofiheit
von neulich nachtragen würde, und war
nun doppelt froh, daß sie seinem Wunsche so
bereitwillig entgegenkam.
Eleonore erhob sich und sagle, daß sie nun
gehen müsse. In etwa zwei Stunden würde
sie zurück sein und ihm, Wolsgang. die EnlIscheidung
Prosessor Mertens mitteilen. Sie
setzte den einsachen Strohhut auf das volle
Haar und verabschiedete sich, nachdem Wolfgang
gesagt hatle, er würde ihre Rückkehr hier erwarten,
falls er Horst nicht störe.
„Selbverstandlich bleiben Siee, entgegnete
der Moler sosort. Dann ries er Eleonore, die
schon in der Tür stand, nach: „Vergiß den
Negeusschirm nicht!“
wird es regnen, wenn ich unterwegs
anno 20° sie lachend zurück. „Nur Sonic,
zu.
(Fortsetzung folgt.)