Full text: Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

358 Das Volk. 
noch 4,85, Horb 1861 3714 Häuser zu 5,41, 1880 4043 zu 5,07 
Bewohnern. 
Die württembergische Behausungsziffer steht ziemlich unter dem 
Durchschnitt des Deutschen Reichs mit 8 Personen auf ein Wohnhaus. 
(Preußen 8,8, Sachsen 7,8, Baden 7,4, dagegen Bayern 6,7, Elsaß- 
Lothringen 6,1.) Die Extreme sind Hohenzollern 5,3, Berlin 44,7. 
5. Der Aulerschied des religissen Beleuntunisses. 
Nach dem religiösen Bekenntnis bestand die Bevölkerung am 1. De- 
zember 1880 aus 
1 361 559 Enpangelischen 69,07% 
590 178 Katholiken 29,94 
5 888 von andern christlichen Bekenntnissen = 0,3 „ 
13 331 Israeliten — 0,67 „ 
162 von andern Religionen = 0,01 „ 
Das numerische Verhältnis der beiden Hauptkonfessionen ist im 
Deutschen Reich 62,64% Evangelische zu 35,88/ Katholiken, in Preußen 
64,64:33,54, dem württembergischen am ähnlichsten in Hessen 68,2: 28,4, 
während in Bayern umgekehrt die Katholiken sich zu den Evangelischen 
verhalten wie 71,1:27,7, in Baden wie 63,6:34,3, in Elsaß-Lothringen 
wie 78,6:18,6. 
Wie sich dieses Verhältnis zeitlich entwickelt hat, zeigt folgende 
Uebersicht. 
Unter 10 000 Einwohnern waren: 
1812. 1821. 1861. 1880. 
Evangelische 6 848 6 849 6 857 6 907 
Katholiken 3 089 3 086 3 063 27994 
Dissidenten 5 3 14 31 
Israeliten 58 61 66 67 
Die katholische Bevölkerung hat hiernach etwas langsamer zugenommen 
als die der drei übrigen Rubriken, was darin seinen Hauptgrund hat, 
daß in den katholischen Landestheilen noch ein größerer und geschlossener 
gebliebener Grundbesitz herrscht und hiedurch etwas spätere und weniger 
kinderreiche Ehen veranlaßt werden. 
Die beiden Hauptbekenntnisse haben sich zwar seit dem Bestand des 
Königreichs vielfach vermischt, so daß alle größeren Städte paritätisch zu 
nennen sind, sofern beide Theile ihren Kultus öffentlich ausüben; den- 
noch sind im wesentlichen die alten geschichtlich begründeten Geltungs- 
gebiete auch jetzt noch maßgebend. 
Hiernach herrscht das evangelische Bekenntnis im ganzen altwürttem- 
bergischen Land, das nur wenige katholische Gemeinden (zuletzt 8000 An-