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Bertrand bei Augsburg ein. Im Mainthal sammelte sich die junge Garde
unter Bessidres und das 6. Corps Marmont.
Die Stämme von 150 Bataillonen und 50 Eskadrons für die Neuformationen
wurden von der in Spanien stehenden Armee herangezogen. Die
Flotte mußte einen Teil ihrer Seesoldaten und Matrosen abgeben, um die
Lücken in der Landarmee zu füllen; zwanzig Bataillone Infanterie wurden
aus der Marine gebildet. Am schwierigsten war die Errichtung neuer Kavallerieregimenter,
für die es in Frankreich an Material fehlte. Auch für das
während des Feldzuges in Rußland verloren gegangene Feldgeschütz konnte erst
allmählich — teils durch die Marineartillerie, teils aus den Zeughäusern und
durch Neuanfertigung aus den Geschützgießereien — Ersatz geschafft werden.
Durch seine unglaubliche Energie gelang es Napoleon im Frühjahr 1813
eine Kriegsmacht zu entfalten, welche derjenigen der Verbündeten überlegen
war. In der zweiten Hälfte des April rückten diese Corps in Gewaltmärschen
durch das Mainthal und über den Thüringer Wald der Saale und Elbe zu.
Napoleon brach (20. April) von St. Cloud auf, musterte seine Heerscharen in
Frankfurt, traf am 25. April in Erfurt, am 28. in Weimar ein. Hier bestieg
er das Roß und übernahm den Oberbefehl des Heeres, das vom Auerstädter
Passe herab ins Saalethal an ihm vorüberzog. „Ich werde diesen
Feldzug als General Bonaparte, nicht als Kaiser machen,“ sagte er beim Aufbruch
zu seinen Umgebungen.
Um dieselbe Zeit lag in Bunzlau, welches die russische Hauptarmee auf
ihrem Vormarsche von Kalisch her allmählich erreicht hatte (18. April), auf
seinem Sterbelager der alte Fürst Kutusow. Er hatte seine Mission, die Befreiung
Rußlands von der französischen Überflutung erfüllt; aber er vermochte
nicht, sich in die neuen Verhältnisse auf einem anderen Kriegsschauplatze hineinzufinden,
und jede Zeit gebiert die Männer, die sie braucht. Kutusow starb
(in der Nacht vom 28. zum 29. April) zur guten Stunde für Deutschland.
Der Oberbefehl der verbündeten Heere wurde nicht, wie man in Preußen hoffte,
dem General von Blücher, welcher das Vertrauen des Heeres und der Nation
für sich hatte, sondern aus Rücksichten für die ältere, bisher siegreiche Großmacht,
dem General Grafen Wittgenstein übertragen, welcher ein geborener Deutscher
und der deutschen Sache von Herzen zugethan, aber nur von mittelmäßiger
Begabung war und von den einsichtsvollen und hochbegabten Männern im
Blücherschen und YDorkschen Hauptquartier weit übersehen wurde. Blücher, obgleich
der ältere General, trat bescheiden zurück mit den Worten: „Siege verleihen
das ältere Patent.“
Schon von Breslau aus hatte König Friedrich Wilhelm III. (6. April)
eine würdige Ansprache an seine früheren Unterthanen im Saalkreise, im
Magdeburgischen, in der Altmark u. s. w. erlassen, in welcher er seine alten