Full text : Fabrikschulen.

Viertes  Kapitel.

Die  Werksechule.
a)  Die  Schüler.

Da  die  Fabrikschule  wegen  des  jungen  Nachwuchses  errichtet
werden  soll,  geziemt  es  sich,  über  diesen  an  erster  Stelle  zu  sprechen.

Als  Schüler  kommen  4  verschiedene  Kategorien  in  Frage,  die  sich
nach  der  Vorbildung  unterscheiden,  mit  der  sıe  in  den  Verband  der
Fabrik  bzw.  in  das  Lehrverhältnis  eintreten.

l.  Schüler  mit  Volksschulbildung

a)  gewerbliche  Lehrlinge,
b)  kaufmännische  Lehrlinge,
c)  jugendliche  Arbeiter.

2.  Gewerbliche  Lehrlinge  mit  höherer  Schulbildung,  die  indessen
nicht  bis  zu  einem  gewissen  Abschluß  gekommen  sind,  also  die  Realschule
  oder  das  Gymnasium  etwa  mit  Quarta  oder  Unter-Tertia,
sobald  sie  eben  das  14.  Jahr  erreicht  hatten,  verlassen.

3.  Gewerbliche  Lehrlinge  mit  dem  Berechtigungsschein  für  den  einjährig-freiwilligen
  Militärdienst  oder  dem  Maturitätszeugnis  einer
höheren  Lehranstalt.

4.  Kaufmännische  Lehrlinge  mit  höherer  Schulbildung.

Wie  wir  sahen,  beträgt  die  Länge  der  Lehrzeit  für  gelernte  Fabrikarbeiter
  gewöhnlich  3  oder  4  Jahre,  für  kaufmännische  Lehrlinge  mitVolksschulbildung
  3  Jahre,  für  technische  und  kaufmännische  Volontäre  mit
abgeschlossener  höherer  Schulbildung  1  oder  2Jahre.  Daraus  ergibt  sich,
daß  die  Fabrikschule  mindestens  3  aufsteigende  Klassen  haben  muß,
zu  der  sich  für  die  begabteren  Elemente  noch  eine  Selekta  gesellen  mag,
wenn  der  Unternehmer  noch  ein  Übriges  in  dem  Interesse  seiner  Lehrlinge
  und  seinem  eigenen  tun  will.  Wegen  einer  zu  geringen  Anzahl  von
Lehrlingen  etwa  nur  eine  zweiklassige  Schule  einzurichten,  wäre  nicht
zweckentsprechend;  denn  der  zu  bewältigende  Lehrstoff  ist  so  groß,
daß  3  Jahre  unerläßlich  dafür  sind.  Sitzen  dagegen  nur  wenige  Lehrlinge
in  jeder  Klasse,  so  kann  dies  für  die  Resultate  der  Schule  nur  vorteilhaft
sein,  ganz  abgesehen  davon,  daß  den  Lehrern  ihre  Aufgabe  dadurch  sehr

erleichtert  wird.