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die eigentliche Ursache des sog. Ablauts zu suchen
ist, indem die unbetonte Silbe auch die schwächere
Vokalstufe erhielt, ging das Germanische schon in
früher Zeit zu dem System der Stammbetonung oder,
was meist dasselbe besagen will, der Betonung der
ersten Silbe über (abgesehen von verbalen Partikeln,
$ 10). Die Aenderung tritt aber erst nach dem Inkrafttreten
der Lautverschiebung eir, wie der dänische
Gelehrte K. Verner (1875) scharfsinnig nachgewiesen
hat. Er zeigte, dass inlautende tonlose Verschlusslaute,
die regelmässig zu tonlosen Reibelauten
werden (s. oben S. 8), sich zu: tönenden (Reibe-"und
dann) Verschlusslauten wandeln, wenn der indogerm.
Akzent nicht die unmittelbar vorhergehende
Silbe, sondern eine folgende oder vorangehende
Silbetraf. So ergibt indogerm. bhrät: (r) regelmässig
got. bröthar „Bruder“, aber indogerm. patö(r) got.
jadar ‚Vater‘; indogerm. sep(t)m, ind. saptä, griech.
hepta deutsch szeben. Im gleichen Falle wurde
indogerm. s zu tönendem Z (franz. Ausprache) im
Gotischen, dann zu rin den übrigen germ.Dialekten:
ind. äyas, lat. aes got. aiz, althochd. er „Erz“.
Auf den Wechsel zwischen Stamm- und Endbetonung
im Indogerm. gehen zahlreiche Doppelformen desselben
Stammes im Germanischen zurück, z.B. ich wa°
gegenüber gewesen; der Hof, aber hübsch (eig.
höfisch); das Zeichen, aber zeigen; engl. hare
deutsch Zase u.s.w. (Siehe darüber auch $ 8 unter
„grammatischer Wechsel“.)
Das Zurücktreten des Akzents auf die Stammsilbe,
eine Erscheinung, die um Christi Geburt schon
nachweisbar ist, hat für die germanischen Dialekte ihre
Wirkungen in den folgenden Jahrhunderten geltend
gemacht. Während im ältesten Germanisch, das uns