Full text : Das Kaisertum in den Verfassungen des Deutschen Reiches vom 28. März 1849 und vom 16. April 1871.

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auch  die  übrigen  Fürsten  bezw.  Staaten  nicht  mehr
souverän.  Sie  sind  vielmehr  aus  der  Organisation  der
Reichsstaatsgewalt  vollständig  ausgeschaltet,  während
  dem  Könige  von  Preussen  in  dieser  doch  eine
staatsrechtliche  Stellung  von  Bedeutung  übertragen  war
in  seiner  Stellung  als  Kaiser.  Im  neuen  Deutschen  Reiche
ist  dagegen  die  Gesamtheit  der  deutschen  Einzelstaaten,
vertreten  durch  ihre  Bevollmächtigten  zum  Bundesrat,
als  Kollektivträger  der  Reichsgewalt  anzuschen.  Im
Bundesrat  aber  ist  hier  der  König  von  Preussen  prinzipiell
  den  übrigen  Fürsten  gegenüber  nicht  bevorrechtigt
  und  die  Rechte  des  Bundespräsidiums  übt  er
hier  unter  der  Bezeichnung  „Deutscher  Kaiser“  lediglich
  als  verfassungsmässig  ein  für  allemal  bestimmtes
Organ  der  Reichsgewalt.  Die  Verbindung  der
Kaiserwürde  mit  der  preussischen  Krone  hat  also  im
Verhältnis  der  Einzelstaaten  zu  einander  nach  der
Verfassung  von  1871  staatsrechtlich  bei  weitem  nicht
die  Bedeutung  wie  nach  der  Verfassung  der  Paulskirche.


II.  Kapitel.
Die  Rechte  und  Pflichten  des  Kaisers’).

1.  Abschnitt.

Die  Rechte  und  Pflichten  des  Kaisers  auf  dem
Gebiete  des  äusseren  Staatsrechts.

85.  a)  Das  Vertragsrecht.

Auf  dem  Gebiete  des  äusseren  Staatsrechts  erscheint
  nach  beiden  Verfassungen  der  Kaiser  mit

12)  Die  Stellung  des  Kaisers  der  geltenden  Reichsverfassung
  mit  Rücksicht  auf  Elsass-Lothringen  und  die  Kolonien