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innigste persönliche Freundschaft verband ihn mit dem deutschen
Kaiser und den meisten übrigen deutschen Bundesfürsten. Wie sein
Later so zeigte auch Prinzregent Luitpold große Neigung zur Kunst;
er verweilte gern unter Künstlern und wendete aus eigener Kasse
ganz bedeutende Summen zu ihrer Beschäftigung auf. Die TLuitpoldbrücke
und das Armeedenkmal in der Feldherrnhalle zu München,
der Kiliansbrunnen in Würzburg, die prächtige, im romanischen
Otile aufgeführte Votivkirche zu Berg und die von ihm angekauften
Gemälde bilden großartige Zeugnisse für seine fürstliche
Freigebigkeit.
Cast täglich empfing Prinzregenk Luitpold Männer aus allen
Berufsarten und Ständen und lieh jedem Untertan, der besondere
Wünsche und Anliegen vorzubringen hatte, gnädig sein Ohr. Bei
solchen Gelegenheiten unterrichtete er sich über alle einschlägigen Lerhältnisse
und suchte Abhilfe zu schaffen, wenn solche notwendig war.
Wo nur immer eine arme Familie im Königreiche durch einen Unfall
ihres Ernährers beraubt wurde oder durch irgend ein unglückliches
Elementarereignis in Not geriet, da war er gleich zur Unterstützung
bereit. Auf seinen Reisen und Jagden kam der erlauchte
Fürst mit Hunderten von Leuten aus allen Ständen in Berührung;
er unterhielt sich eingehend mit ihnen, freute sich ihrer offenen Antworten
und suchte sich überall ein eigenes Urteil zu bilden. Als
Freund des Friedens war er jederzeit bestrebt, alle religiösen, politischen
und wirtschaftlichen Gegensätze unter dem Lolke zu mildern
und zu heben.
Oympathisch, liebens- und verehrenswert krift uns die Gestalt
des Regenten entgegen. In seinem Wesen paarte sich fester Glaube
mit edler religiöser Duldsamkeit, wahre Gottesfurcht mit strenger
Hikttenreinheit, treue Pflichterfüllung mit unbeugsamer Gerechtigkeit,
fürstliches Oelbstbewußtsein mit Wertschätzung aller Stände, hoher
Edelsinn und stolze Nitterlichkeit mit außerordentlicher Seelengüte,
huldvolle Leutseligkeit mit herablassender Milde.
Auf solche Weise gewann der Prinzregent die Liebe und Zuneigung
seines Lolkes. Dieselbe offenbarte sich durch Errichtung von
Brunnen und Denkmälern, in besonderer Weise aber am 12. Närz
1891, 1901 und 1911 bei der Feier seines 70, 80. und 90. Geburtsl7
n“ wobei Stadt und Land in großartigen Kundgebungen weltteiferten.
Am Morgen des 12. Dezember 1912 trug der Draht in alle
Gaue unseres Vaterlandes die traurige Kunde: Beine Königliche
Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern ist um 5 Uhr morgens
senft entschlafen. Der gütige Prinzregent Luitpold war tot und die
Vertretung des Königs Otlo, die Regentschaft, ging auf Luitpolds
ältesten Sohn, den Prinzen Ludwig von Bayern über.
Nach Dr. Hans Reidelbach.