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auf das platte Land ausdehne. „Je älter man wird, desto mehr
überzeugt man sich, welch ein Schaden der Gesellschaft erwächst
durch eine vernachlässigte Erziehung der Jugend. Ich bemühe mich
auf alle Weise, diesen Fehler zu verbessern, und bilde die Gym—
nasien, die Universitäten, ja selbst die Dorfschulen um; aber es
sind 30 Jahre nötig, um Früchte zu sehen; ich werde sie nicht
genießen. Jedoch ich tröste mich damit, daß ich meinem Vaterlande
diesen Vorteil verschafft habe, dessen dasselbe entbehrte.“ Aber
so sehr auch dem König die Angelegenheit der öffentlichen Schulen
in den neuacquirierten Landesteilen am Herzen lagu), so war es
ihm doch nicht möglich, während der beiden ersten Jahre nach der
Besitznahme Westpreußens deutsche Schulmeister dorthin zu senden.
Erst am 6. Juni 1774 war er in der Lage, zu bestimmen, daß
jeder auf einem Domänenamt anzustellende Schulmeister einen
Magdeburger Morgen Gartenland, 24 Fuder Holz aus den könig—
lichen Forsten und ein baares Gehalt von 60 Tlr. jährlich haben
sollte. Der König wies 200,000 Tlr. an, die in Gütern angelegt
werden sollten, um aus deren Ertrag Landschullehrer zu besolden.
Der beabsichtigte Ankauf der Herrschaft Schönlanke, dessen Sub—
hastierung in Aussicht stand, zog sich in die Länge und blieb schließlich
unausgeführt, weil nähere Ermittelungen diesen Grundbesitz
als gänzlick devastiert“ erwiesen. Nach anderweitigen vergeblichen
Versuchen, das Kapital im Lande geeignet unterzubringen, lieh
der König dasselbe endlich Anfang 1776 der ostfriesischen Landschaft
gegen 5 Prozent unter der Bedingung der Kündigungsbefugnis,
sobald sich eine vorteilhafte Gelegenheit zum Güterkauf ergebe. Aus
dem Zinserträgnis wurden bis zum Jahre 1780 nach und nach 163
Schulmeister angestellt. Die katholisch-deutschen Lehrer kamen aus
Schlesien; „was aber die katholisch-polnischen Schulhalter betrifft“
— so verfügt der König — „deshalb muß sich die Rammer an den
Bischof von Ermland wenden; der wird solche schon anzuschaffen
1) „Beyläufig gebe dem Kammer-Präsidenten von Domhardt auch auf“« —
schreibt er am 6. Juni 1772 — „daß, um den gemeinen Mann um so eher von
der polnischen Selaverey zurückzubringen und zur preußischen Landesarth anzuführen,
derselbe demnächst dahin sehe und bedacht sein soll, daß, so wie ehedem im Cottbusschen
und in Ober-Schlesien geschehen, teutsche Schulmeister in denen kleinen
Städten und auf denen Dörfern mit angesetzet, und die Einwohner mehr und
mehr mit Teutschen melirt werden.“