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Anden Präsidenten Philippi zu Berlin.
Colonisationssache von Westpreußen.
Ich genehmige wohl in so weit Euren unterm 24. dieses gethanen
Vorschrag in Ansehung derer nach West-Preußen abzuschickenden Professionisten.
Es müssen aber solches schlechterdings keine Leute aus Meinen
Landen, oder welche schon hier in Arbeit stehen, seyn, sondern dazu
lauter Ausländer, als Sachsen, Thüringer und dergleichen, auch ordentliche
und tüchtige Leute genommen werden. Und da Ich die dortigen
Städte successive etabliren und neu erbauen lassen, so haben auch
die sich dahin begebenden Professionisten, außer dem freyen Bürgerund
Meister-Recht, noch mehrere Beneficia zu gewärtigen und wird die
Cammer zu Marienwerder das nöthige zu ihrer Einrichtung mit besorgen,
mit welcher Ich Euch deshalben, auch wenn und wie die Abschickung
der sich findenden Professionisten geschehen solle, zuvor näher
zu concertiren und die etwa gethanen Auslagen von derselben wieder einzufordern.
Potsdam, den 25. Februar 1776.
Friedrich.
An den Westpreußischen (Kammer-) Oberpräsidenten
v. Domhardt.
Anordnungen zur Hebung der Kultur Westpreußens.
Da Ich finde, daß in der hiesigen Provinz noch sehr vieles zu
desideriren, und es noch nicht soweit in Ordnung ist, wie Ich es wohl
wünsche, so habe Euch über einige Punkte, die Ich besonders angemerket,
Meine Idee's und Willensmeinung hierdurch zu erkennen geben wollen,
um darnach die Sachen zu arrangiren, nehmlic:
1. Die Leute sind gar zu träge und faul, und haben nicht Lust zu
arbeiten und dadurch was zu verdienen, wozu besonders bei dem Festungsbau
zu Graudenz viele Gelegenheit ist. Euch ist bereits bekannt, wie
viel Geld ich dazu ausgesetzet, und daß ich den Bau gerne beschleunigt
wissen will. Es muß daher Anstalt gemachet werden, daß die Leute zu
dieser Arbeit sich besser gewöhnen, und mehr mit guten Willen daran
gehen. In Schlesien bei dem dasigen Festungsbau kostet es in Ansetzung
der Arbeiten gar keine Schwierigkeit, und die Leute sind dorten dazu
weit williger. Es gereichet solches ja auch den Leuten zu ihrem eignen
Besten, indem sie dabei ein Haufen Geld verdienen. Man muß sich daher
mehrere Mühe geben, solches den hiesigen Leuten begreiflich zu machen,
und ihnen mehr Lust zur Arbeit beizubringen. Da es auch überhaupt
hier an Arbeitern, besonders in der Erndte sehr fehlet, und eine Menge
Menschen zu der Zeit aus Polen herkommen, und den Verdienst, den
sie sich bei der Erndte Arbeit gewonnen, mit auf dem Lande nehmen,
so muß ·