Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

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Gabriele,  Monte  St.  —  Gaskampf

G

Gabriele,  Monte  St.,  berh  im  Karst,  war  bes.
in  der  11.Isonzoschlacht  heftig  umlämpft.  Vgl.  S.  110.

Gaede,  Hans  von,  preuß.  General,  geb.  19.
Febr.  1852  in  Kolberg,  gest.  16.  Sept.  1916,  1897
Oberst,  1904  Generalleutnant,  1907  als  General  der
Infanterie  zur  Disposition  gestellt.  1914—16  beschügte
  G.  eine  Armceabteilung  (B8)  im  Unteren  Elsaß
(Schlacht  bei  Mülhausen).

Gälische  Liga,  s.  Bd.  I.  S.  113.

Galizien.  G.  wurde  mit  seinen  unnatüärlichen
Grenzen  von  Beginn  des  Krieges  an  als  Kriegsschauplatz
  (vgl.  Bd.  I.  S.  157  ff.)  ganz  besonders  in  Mitleidenschaft
  gezogen,  und  die  Folgen  der  großen
Kriegsereignisse  (die  S.  45  ff.,  57,  65,  76,  91,  93  sowie
Sd.  S.  213  f.  geschildert  sind)  machten  nach  der  Befreiung
  von  den  Russen  Osterreich  die  Maßnahmen
zum  Wiederaufbau  nicht  leicht  (vgl.  Bd.  II,  S.  411f.).
Seine  Gestaltung  in  völkischer  u.  geschichtl.  Beziehung,
bes.  im  Rahmen  der  poln.  Frage,  sowie  die  neueren
Ereignisse  sind  in  Bd.  II.  S.  26  ff.  behandelt.  —  Nach
dem  Zusammenbruch  der  Mittelmächte  rückten  gleichzeitig
  die  Polen  von  Norden  und  die  ukrainischen
Sowiettruppen  von  Osten  in  G.  ein,  so  daß  sie  bei
Lemberg  aufeinanderstießen.  Noch  am  4.  März  1919
beschossen  die  Ukrainer  die  Stadt  Lemberg,  am  17.
Mai  besetzten  die  Polen  nach  Kampf  Komarno.  Am
31.  Mai  gewannen  die  Polen  mit  den  Rumänen  in
den  Karpathen  Gefechtsfühlung.  Am  25.  Juni  nahmen
  die  Ukrainer  den  Polen  Stanislau,  Brzezany  und
Nizniow  ab  und  drangen  bis  Rohatyn  vor.  So“  ängt
das  Schicksal  G.s  zunächst  allein  vom  Bessenglück  ab,
da  die  im  Friedensvertrag  von  Brest  Litowst  der
Ukraine  gezogenen  Grenzen  durch  dessen  Aufhebung
zunächst  Sesrantig  geworden  sind.

Gallieni,  Joseph,  franz.  General,  geb.  24.  April
1849  in  Saint-Beat  (Haute-Garonne),  gest.  27.  Mai
1916  in  Paris,  längere  Zeit  in  den  Kolonien  (Sencgalgebiet,
  Tongking)  isPm—  1896—1905  Generalgouv.
von  Madagaskar,  1911  Mitglied  des  Obersten  Kriegsrates,
  Aug.  1914  Militärgouv.  von  Paris,  befehligte
die  Pariser  Besatzungstruppen  bei  ihrem  Ausfall  und
Angriff  auf  den  rechten  deutschen  Flügel  am  5.  Sept.
1914  (Marneschlacht)  u.  half  die  Umklammerung  des
franz.  linken  Flügels  bei  Nanteuil  abwenden.  Okt.
1915  bis  März  1916  war  er  Kriegsminister.

Gallio,  Ort  in  Oberitalien,  Sieben  Gemeinden,
nordöstl.  von  Asiago,  bildete  mit  den  umlieg.  Höhen
Nov.  und  Dez.  1917  den  Kernpunkt  des  Angriffs  der
österr.-ungar.  Armee  Conrad.

Gallipoli,  Halbinsel  der  Dardanellenstraße  oder
Meerenge  von  G.,  mit  der  Hafenstadt  G.,  der  Hauptstation
  der  türk.  Flotte  (vgl.  Bd.  L,  S.  131  f.),  spielte
in  den  Angriffstämpfen  der  Ententeflotten  1915  und
1916  eine  bedeutende  Rolle;  vgl.  Bd.  II,  S.  258  sowie
Bd.  III,  S.  124ff.

Gallwitz,  Maxvon,  preuß.  General,  geö.  2.  Mai
1852  in  Breslau,  1897  Abteilungschef  im  Kriegsministerium,
  1903  Direktor  des  Armeeverwaltungsdep.,
  1906  Generalleutnant,  1911  General  der  Artillerie
  und  Inspekteur  der  Feldartillerie,  1913  erblich
geadel.  G.  nahm  mit  dem  Garde--Reservekorps  1914

kamur,  erhielt  8.  Febr.  1915  eine  Armeegruppe  in
Ostpreußen,  aus  der  7.  Aug.  1915  die  12.  Armee  gebildet
  wurde.  Mit  dieser  nahm  er  die  Narewlinie,  Rozan
  und  Pultust,  führte  Okt.  die  11.  Armee  in  Serbien

und  zog  23.  Nov.  in  Pristina  ein.  19.  Juli  1916  erhielt
  G.  die  2.  Armee  im  Westen,  28.  Aug.  1916  zugleich
  die  Heeresgruppe  G.  (Somme)h,.  17.  Dez.  1916
die  5.  Amnec,  1918  eine  Heeresgruppe  bei  Verdun.

Ganughofer,  Ludwig,  Kriegsberichterstatter,  geb.
7.  Juli  1855  in  Kaufbeuren,  1881  —93  in  Wien,  seit
1895  in  München,  Verfasser  von  Hochlandsgeschichten,
auch  Dramatiker  und  Lyriker  (Eiserne  Zither,  Kriegelieder«,
  1914  f.,  u.  a.),  schrieb:  -Reise  zur  deutschen
Front.  (1915;  2.  Teil  u.  d.  T.:  „Die  stählerne
Mauer-,  1915),  „Die  Front  im  Ostene  (1915;  2.
Teil  u.  d.  T.:  „  Der  russische  Niederbruch«,  1915)
sowie  „Bei  den  Heeresgruppen  Hindenburg  und
Mackensen.  (1916).

Ganutscheff,  bulgar.  General,  1915  —18  Bevollmächtigter
  im  deutschen  Hauptquartier,  begleitete
König  Ferdinand  1918  nach  Deutschland.

Garantievertrag,  s.  Bd.  I.  S.  362.

Garden,  engl.  Admiral,  war  Oberkomm.  des  engl
franz.  Geschwaders  vor  den  Dardanellen  März  1915.

Garibaldianer,  von  den  Söhnen  des  ital.  Patrioten
  Garibaldi  gebildetes  Freiwilligenkorps,  focht  z.  B.
in  den  Argonnenkämpfen  Jan.  1915  gegen  Deutschland.
  Infolgeschlechter  Behandlung  undschwerer  Verluste
  kehrten  die  G.  Ende  1915  nach  Italien  zurück.

Garliein,  rumän.  Dorf  nördl.  von  Harsowa,  wo
6.—8.  Nov.  1916  die  russ.-rumän.  Dobrudschaarmee
pegen  den  linken  Flügel  der  Armee  Mackensen  vorstieß,

er  20  km  zurückgenommen  wurde.

Garna,  Bezirkshauptort  in  Nordkamerun,  wo
29.  Aug.  1914  eine  aa  Abteilung  geschlagen  wurde.
Jan.  1915  wurde  G.  durch  starke  engl-franz.  Kräfte
umtklammert  und  nach  monatelangem  Kampf  10.
Juni  genommen.  kampf.

Gasalarm,  Gasangriff,  Gasbomben,  s.  Gas

Gasbraud  (Gasgangrän),  sehr  gefährliche
Wundinfektionskrankheit,  die  mit  dem  Gaskampf
nichts  zu  tun  hat.  Bgl.  Bd.  II,  S.  301.

Gaskampf  (Gasangriff),  die  Verwendung  von
hustenreizenden,  Brechreiz  verursachenden  oder  erstickend
  bzw.  gistig  wirkenden  Gasen.  Anfangs  wurde
komprimiertes  Chlor  aus  Gasbatterien,  d.  h.
nebeneinander  aufgestellten  Stahlflaschen  abgeblasen.
die  bis  fast  zur  Mündung  in  die  Erde  gegraben  waren.
Da  sie  nur  bei  feindwärts
wehendem  Wind  benutzbar  werden
  konnten,  verwandte  man
später  Gasgranaten,  d.  h.
Artilleriegeschosse,  die  beim  Zerspringen
  die  betäubenden  Gase
austreten  lassen  (val.  =  Artillerie
  im  Kriege  -,,  S.  153).  Gasbomben
  wurden  auch  aus
Luftfahrzeugen  abgeworfen,
Gasminenmit  Minenwersern
geschleudert.  Statt  des  Chlors
wurden  dann  andere  brom.  u.
chlorhaltige  Gase  verwendet,
z.  B.  Phosgengas  (s.  Gasvergiftung),  rauchendes
Zinntetrachlorid,  zyanhaltige  und  viele  andere  Verbindungen.
  —  Gegen  die  Wirkung  der  Galse  schütt
man  sich  durch  Gasmasken  aus  Gummi,  Gummi
stoff  oder  anderem  luftdicht  imuprägnierten  Gewebe,  die
über  den  Kopf  gezogen  werden.  Dem  Atmen  dient
eine  von  Zeit  zu  Zeit  erneuerte  Sauerstoffpatrone