Kollegen klug, wenn sie der jetzigen Regierung keiuerlei Schwierigkeiten
machen. Aber dieser Opportunismus darf immerhin nicht zu weit gchen, denn
die Zukunft in Spanien gchört unstreitig neuen und gesünderen Strömungen.
als es diejenigen sind, welche dureh die alten politischen Parteien repräsentiert
werden.
gez. Nekljudow.
Geheimtelegramm des Botschafters in Madrid.
7.120. Juli 1917. Nr. 216.
Der gestrige Tag verlief für die Regierung Dato günstig. Die katalonischen
Deputierten und Senatoren, die sich im der Akademie der Künste in
Barcelona versammelt hatten, wurden durch den erschienenen Gouverneur, der
diese Versammlung für ungesetzlich erklärte, ohne Widerstand und Unordnung
auseinandergetrieben. Nach der Version der Regierung gelang es ihnen nicht,
irgendwelche Beschlüsse zu fassen, nach «ler Version der Katalonier beschlossen
sie, der Rersierung die Forderung zu stellen, sofort ein Koalitionskabinett zu
bilden und die Cortes zu entlassen, andernfalls drohten sie mit dem Generalstreik.
Hier glaubt man jedoch nicht an die Möglichkeit. eines solchen. Es
fanden zwar hier und «dort kleinere Unruhen statt, und in Valencia begann ein
Eisenbahnerstreik, der anscheinend schon beigelegt ist. Die Truppenteile aber
blieben, wie vorauszusehen war, ruhig und halten die Ordnung aufreeht. Dato
sagte dem englischen Botschafter, daß die Regierung jetzt beabsichtige, die
Kammer Ende August aufzulösen und sofortige Neuwahlen auszuschreiben.
Bei den Wahlen wird «die Partei Romanones (!) Dato unterstützen, während die
äußersten Rechten, «ie Mauristen, mit Garcia Prieto gehen werden. Man hat
es mit. einer Trennung der Ententeanhänger und der Germanophilen zu tun.
Der Könir reiste nach San Sebastian und von da nach Santander. Auch die
Regierung und das diplomatische Korps verlassen, wie gewöhnlich, Madrid.
Ich reise am Sonntag nach San Sebastian. Ich werde meine verbündeten Kollegen
dort bereits antreffen.
gez. Nekljudow.
Geheimtelegramm des Botschafters in Madrid.
28. Juli/10. August 1917. Nr. 22.
In der letzten Zeit stand die Frage des Eisenbahnstreiks in Katalonien
wieder im Vordergrund. Die Regierung bemüht sich auf jede Art und Weise,
die Gesellschaft dazu zu bringen, die Forderungen der Arbeiter zu befriedigen.
Vorgestern hielt das Kabinett eine Beratung mit den Arbeitern und der Gesellschaft
der nördlichen Eisenbahnen ab; die Gesellschaft willigte ein, die ökonomischen
Forderungen der Arbeiter zu befriedigen, weigerte sich aber, alle
wegen Gewalttätigkeiten und Agitation entlassenen Arbeiter wieder aufzu-