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R, der Laut und sein Zeichen, err genannt. — Raa,
s. rahe. — rab, äußerste Kürzung von herab (s. d.).
Rabätte, k. um Gartenbau schmaler Streisen Landes
mit Blumen oder Zierpflanzen besetzt, oder Einfassung
eines Beetes; im 16. Ih. bei den Niederländern rabat
subScus, vegula, suleus, canalieulus Kilian, romanischen
Ursprungs, mit engl. rabbet Falz, Fuge, franz.
rabot Plattengang zusammenhängend, seit 17. Zh. ins
Deutsche ausgenommen. Bei Schneidern ungeschlagener
Saum an Kleidungsstücken, besonders andersfarbiger
Aufschlag an Uniformen.
Nabe, m. der Vogel corous; gemeingerm. Bidmz,
goth. nicht bezeugt, altnord. hrafn. altengl. bräfn, ahd.
hraban, raban, ram, mhd. raben, mit der schwachen
Nebensorm ahd. rabo, mhd. rade, auf der unsere heutige
Form (mundartlich auch als Fem.) fußt; dem Stamme
nach urverwandt ist griech. körar Rabe, koröhf Krähe,
lat. corvus und cornix. In der Spr. gezeichnet als
Dieb: er stielet wie ein rade Stieler; lieblos gegen
seine Jungen, vgl. rabenvater, mutter, -eltern; Aasvogel
und Leichensresser, auf Gehenkte gierig, sprichwörtlich
was den raben gehört, ertrinkt nicht Simrock
136; mit mißtönender Stimme: wo wilde raben krüchzen
Schiller Ränb. 1, 5; von glänzend schwarzer Farbe,
daher im Vergleiche: scine locken sind kraus, sehwarz
wie ein rabe Hohel. 5, 11; im Sprichwort es hilft kein
bad am raden; als große Seltenheit ein weiszer rabe
Lessing 3, 363; nach der biblischen Erzählung von
den Raben die Elias Brot und Fleisch brachten (1. Kön.
17, 6): Hermann, mein rabe Schiller Räub. 1, 5; —
übertragen auf andere Vögel, namentlich kleiner rabe,
Krähe; anf eine Schneckenart; auf den Fisch crms
aspius; ein Gestirn des südlichen Himmels; gelber rabe
(Günther 445), rabenducaten, ungarischer Ducaten
von Matthias Corvinus mit dem Bilde eines Raben;
vgl. auch rappe. — Zusammensectzungen: Nabenaas, n.
Aas für Raben; Schimpfwort, eigentlich zur Bezeichnung
henkenswerter Menschen, gern in älterer Spr. auf
Weiber gewendet, jetzt abgekommen: sie rabenaas, Lisette!
Lefsing Freigeist 2, 5; wenns geld solche halsstarrige
rabenäser macht, so möchte ich keine vornehme frau
haber Weiße kom. Op. 2, 113.— Rabenci, n. Ei eines
Naben; auch Bezeichnung des Bovists. — Nabeneltern, (.
lieblose, gegen ihre Kinder grausame Eltern. — Rabenseder,
k. Feder, besonders Schwungfeder eines Raben,
zum Zeichnen gebraucht. — Nabenfuß, m. Fuß eines
Naben, auch Pflanzenname. — Nabenhaar, u. Haar
von der Schwärze eines Raben: zerraufte sie ihr rabenhaar
Bürger Lenore. — RNabenkrähe, k. die Hauskrähe.
— Rabenmutter, k. lieblose, gegen ihre Kinder
grausame Mutter. — Rabennacht, (. tiesdunkle Nacht;
auch tiefdunkle Schwärze des Haars: ihrer zöpfe rabennacht
Droste 235. — rabenschwarz, tiefschwarz; verstärkt
auch kohlrabenschwarz (vgl. kohlschwarz), pechrabenschwarz
(vgl. pechsehwarz). — Nabenstein, m.
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, III.
gemauerter Richtplatz unter den Galgen, von Raben
umkreist und besucht; auch Bezeichnung eincs schwarzen
Belemniten. — Nabenstimme, k. Stimme eines Raben,
oder krächzend wie eines Raben. — Rabenvater, m.
liebloser, gegen seine Kinder gransamer Vater. —
Rabenvieh, n. als Schimpfwort Blumauer Aecn.
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Nache, # Vergeltung einer Ubelthat oder Beleidigung;
Bildung zu einem gemeingerm. Verbum (vgl. rächen),
in verschiedenen Dialecten verschieden geformt: goth.
vrôkei, vraka, vrakja, altengl. wraen und wræe, altsächs.
wräka, ahd. rähha, mhd. räche, der hier erscheinende
lange Stammvocal auch noch älter uhd.:
raach, vindieta Schottel, aber seit dem späten 17. Ih.
vor der heutigen Form gewichen: rache, ms#tro, vindietu
Stieler; zuerst Rechtswort, Verfolgung eines llbelthäters
durch den Richter, in der Bibel= und geistlichen
Spr. auf Gott bezogen: der gott der rache, der berr,
bezalet sic Jer. 51, 56; die rache ist mein, ich wil vergelten
5. Mos. 32, 35; gemach gebt gottes rach Simrock
136; göttlichc, ewige, himmlische rache; in erweitertem
Sinne, von Menschen, Vergeltung für ein
erlittenes Unrecht: (Gott) wird die creatur rüsten zur
rach uher die feinde Weish. Sal. 5, 18; dasz sie wolten
rach thun an jhrem vatter B. d. Liebe 2795; Elisabeth
von England ubtec nur eine gerechte rache und wieder--vergeltung
aus Schiller 7, 20; ausgewichen in die Bed.
einer unedeln, leidenschaftlichen Vergeltung für Böses,
schon mhd.: der Kriemhilte räche Nib. 2303; aber erst
in neuerer Spr. Hauptbed. geworden: rache ein unedler
und selbst niedriger atlekt Schiller 10, 176;
mein herz ist viel zu grosz zur rache Gellert zärtl.
Schwest. 3, 16; als Leidenschaft heisze, gluhende, grimmige
rache; rache koehen, brüten; die Franzosen werden
. . raehe schnauben Moltke 4, 218; sonst rache
nehmen, üben (1. Macc. 7, 38) an einem, anf rache
denken, sinnen, rache schwören, fordern, sehreien, u. d.;
staub, der wider dich rache ruft Schiller 1, 13; rache
uber den verräther! Goethe Clavigo 1; in dichterischer
Rede persönlich gefaßt: die raehe wacht Stolberg
I, 19; des argwohns und der rache kinder Schiller
Br. v. Mess. 420; — ironisch edle rache nehmen, burch
Vergebung, Wohlthaten gegen einen Beleidiger; verzeihen
ist die beste rache Aimrock 437. Name einer
Krankheit: drennende rache, Antoniusfeuer Frisch. —
Zusammensetzungen: Nachbegier, s. (Ranuke Päpsie
1, 297), -begierde, -gier (Rompler 169), -ierde, t.
heißes Verlangen nach Nache, — Nachedurst, m. Durst
nach Rache. — Racheengel, m. Engel der Nache übt
Schiller Wallenst. Tod 1,7. — Nachegeist, m. Geist
der Rache übt. — racheglühend, glühendes Verlangen
nach Rache babend: in wildem muth, rachegluhend
Moltke 2, 218. — Rachegott, m Gott der Nache. —
Nachekrieg, m. Krieg zur Rache unternommen. —
Nacheschwert, u. Schwert für die Nache gebraucht. —
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