Full text : das Königreich Württemberg. Dritter Band. (4)

678  Donaukreis.

6.  Bräunsishein  (1143  Bruningesh.,  P.  N.),  ev.  Pfd.  auf  der  Ulmer  Alb,
10,9  km  ö.  v.  G.,  676  m,  mit  P.  252  E.,  w.  6  K.  G.Wald  v.  45  ha.  Albwasserversorgung
  in  Br.  u.  P.  1881.  Ki.  z.  h.  Petrus,  1590  erweitert  und  erhöht,  1859
ren.;  Holzbild  von  1656;  älteres  Bild  des  Abendmahls;  Beichtstuhl  v.  1705.  Ortsadel
  1281.  Der  Ort,  urspr.  in  Händen  des  dillingenschen  Klosters  Anhausen  (1148)
u.  dillingenscher  Ministerialen  (v.  Rietheim  1448,  v.  Ufenloch  1470),  nur  theilweise,
bis  1480,  unter  helfensteinischer  Oberlehenschaft.  Diesen  Theil  mit  der  Pfarrki.  kaufte
1478  der  Geisl.  Spital,  das  übrige  war  1459  an  Ulm  gekommen.  „Bettelmann“.
Unterstock  eines  Sühnekreuzes  oder  drgl.,  mit  Sage;  Seiboldskirchle  Visb.  III,  7  f.
Hier  ist  geb.  16.  April  1769  Konr.  Dan.  Dieterich,  verdienter  Senator  2c.  in  Ulm,
1856  (Schw.  Kr.  199).  P.  Sontbergen  (1295  Suntb.,  südl.  B.),  599  Ev.  G.Wald
von  26  ha.  Ki.  z.  h.  Jakobus,  1859  umgebaut.  Der  Ort,  1295  und  der  Kirchensatz
  1356  helfensteinisch,  kam  mit  Geisl.  seit  1382  an  Ulm,  1411  ein  Theil  an  den
Geislinger  Spital.  Abg.  Maydstetten  1517,  Walbuch  1356.

7.  Degglugen  (um  1150  Tukkingen,  1267  Teckingin,  P.N.).  k.  Pfd.  m.  M.G.
im  obern  Filsthal,  11,6  km  w.  v.  G.,  491  m,  Postagentur,  T.,  Landkapitel  s.  o.,  4  Geistl.,
Schulpräparandenanst.,  Zeichenschule,  appr.  Arzt,  Apoth.,  mit  P.  1  869  E.,  w.  36  Er.
G.=  u.  Stift.  Wald  v.  95  ha.  Viele  Gipser,  die  den  Sommer  über  auswärts  arbeiten.
Fabr.  v.  Schröpf=  u.  Aderlaßschneppern.  Dreherei  v.  Fabrikspulen  u.  -Spindeln.  Korsettnäherei
  u.  -stickerei.  2  Hammerschmieden.  Handwerkerb.  Ki.  z.  h.  Krenz,  1700  v.  Bavern
und  Fürstenberg  im  Jesuitenstil  mit  halbrundem  Chor  neu  u.  groß  erbaut  unter  Beibehaltung
  des  frühgoth.  Thurms.  Ortsadel  bis  um  1400  (W.:  3  Sparren).  Ort
und  Kirchensatz  helfensteinisch  bis  1627,  theilte  von  da  an  das  Geschick  der  Herrschaft
Wiesensteig  (s.  d.).  Hier  ist  geboren  11.  Nov.  1800  Joh.  Ge.  Martin  Dursch,  f  als
Dekan,  Kirchenrath  und  Stadtpfarrer  zu  Rottweil,  Kunstsammler  und  Schriftsteller,
1881  (Kath.  Realenc.  d.  Erz.  u.  Unt.  V).  P.  Ave  Maria,  auch  Tugstein  (Tufs).
Wallfahrtskap.  zu  uns.  I.  Frau;  die  alte  Kap.  z.  h.  Dreifalt.,  v.  Gr.  Friedr.  v.  Helfenstein
  um  1480  gestiftet,  im  Abgang;  die  neue  1716—18  im  italien.  Stil  erbaut  mit
Fresken  v.  Jos.  Wannenmacher  aus  Tomerdingen.  Berneck  (1396  Bernegue,  N.N.7
auf  der  Südalb,  137  E.,  w.  1  Ev.  Abg.  B.,  die  noch  1627  helfensteinisch;  inmitten
des  Burgraums  neue  Kap.;  1414  eine  Agnes  v.  B.  Gattin  des  Hans  v.  Ufenloch  mit
Gütern  in  Deggingen  (W.:  3  Ringe  2,  1).  Nordalbberg.  Al

8.  DitzenSach  (861  Tizzenbach  =  am  tosenden  B.),  k.  Pfd.  im  obern  Filsthal,
  13,6  km  w.  v.  G.,  508  m,  Postag.,  mit  Schonterhöhe  451  E.,  w.  12  Er.
G.=  u.  Stift.  Wald  von  45  ha.  Besuchtes  Mineralbad  I,  431.  Ib.  1820,  S.  339  fl.
(Bericht  München  1760.  Abele  1889.  Schertelshöhle  und  Reißenstein  mit  Bad  D.
Wiesensteig  1859.  Baur  1863,  1868.  Weitbrecht  1884.)  Viele  Gipser.  Ki.  z.  h.  Lorenz,
mit  Thurmchor,  1707  modernisirt,  neuestens  renov.  Ortsadel  1208—87.  Seit  861
erscheint  D.  der  Herrsch.  Wiesensteig  verbunden.  Kirchensatz  helfensteinisch,  seit  1639
dem  Stift  Wiesenst.  geh.;  Pfarrei  erst  1806.  Ruinen  der  Hiltenburg,  längere  Zeir
Hauptsitz  der  Gr.  v.  Helfenstein,  zerstört  durch  H.  Ulrich  9.  Nov.  1516.

9.  Donzdor'  (1275  Tunestorf,  P.N.),  k.  Pfd.  m.  M.  G.  im  Lauterthal,  14,8  km
uw.  v.  G.,  406  m,  Postamt,  T.,  gr.  rechb.  Ob.  Rentamt,  2  Geistl.,  appr.  Arzt,  Apoth.,  mir
Hagenbucher  Mühle,  Fabrik  im  Lautergarten,  Rindersteig  u.  P.  2408  E.
w.  55  Ev.,  3  J.  (o.  2059  —  52).  Kredit=  u.  Sparverein.  2  Fabriken  landwirthsch.
Maschinen.  Mechan.  Holzdreherei  (Spulen).  Frucht=  u.  Sägmühlen.  Sandsteinbrüche.
Reiche  Stiftungen.  Ki.  z.  h.  Martin,  1777  umgebaut,  in  den  letzten  30  J.  ganz  neu
und  schön  ausgestattet;  Malerei  von  Zimmer  aus  Abtsgmünd;  Familiengruft  der  Gr.
v.  Rechberg  mit  zahlreichen  Denkmälern,  v.  1948  herab  bis  auf  die  neueste  Zeit  (Vish.