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sächsischen Fürsten war seine Stellung in mehr als einer Hinsicht
zweideutig und Mistrauen erregend gewesen; nur zu deutlich hatte
er es schon damals gezeigt, wie er jede Schwächung des Sachsenherzogs
als einen Zuwachs zu seiner eigenen Macht anzusehen geneigt
war, und daß er eine jede ihm dazu gebotene Gelegenheit auf
das Vollständigste ausnützen würde. Alles wies so darauf hin, daß
König Waldemar den Augenblick für gekommen hielt, dem Herzog
von Sachsen und Baiern gegenüber die Rolle eines Schützlings mit
der eines eifersüchtigen, nach selbständiger Macht strebenden Nebenbuhlers
zu vertauschen. Und die Eroberung Rügens war dazu ein
ebenso glänzender wie für Heinrich gefährlicher Anfang.
Sobald er daher nach der glücklichen Beendigung des Kampfes
mit den gegen ihn verbündeten Fürsten wieder freie Hand hatte, traf
Heinrich der Löwe alle Anstalten, um sein Verhältniß zu dem Dänenkönig
nach den Bedingungen des zwischen ihnen abgeschlossenen Vertrages
zu regeln. Er schickte Gesandte an Waldemar, welche von
ihm die Auslieferung der Hälfte der von den Rügenern erhaltenen
Geiseln und Tributzahlungen verlangen sollten. Waldemar ertheilte
denselben eine entschieden abschlägige Antwort.) Da sich der Dänenkönig
ihm so offen entgegenstellte und sich damit unverhohlen als
seinen Nebenbuhler in der Eroberung der Slavenlaude bekannte,
beschloß Heinrich der Löwe, denselben wieder in seine alte Stellung
zurückzunöthigen einfach dadurch, daß er ihn empfinden ließ, wie wenig
er selbst ohne des Sachsenherzogs mächtige Bundesgenossenschaft den
wilden Einfällen der Slaven zu widerstehen vermöchte. Eine ehrenwerthe
Politik war das freilich nicht; aber diesen Maßstab darf man,
am wenigsten in dieser lZeit und bei diesen Männern, nicht an derartige
Verhältnisse legen. Heinrich gab den ihm untergebenen Slavenfürsten
den Befehl, ihrer so lange von ihm selbst unterdrückten
Raublust frei die Zügel schießen zu lassen und sich wie so oft in
früheren Jahren in verheerenden Schaaren über die schutzlosen Küsten
der dänischen Inseln zu ergießen. Bereitwilliger hat man wohl niemals
seinem Befehle Folge geleistet. Aus allen Häfen liefen nun
1) Helm. II. 13: Postquam autem
Dominus pacem reddidit, confestim
dux wisit legatos ad regem Danorum,
requirens obsides et medietatem tributorum,
quae solvunt Rani, co quod
laudatum et iuramento firmatum esset,
ut qunscunque gentes rex Danorum
-expugnare voluisset, dux ferret auxilium
ot cum participatione laboris
fleret etiam particeps emolumenti.
Cum renueret rex et nuntii redissent
inacti, dux ira permotus vocarit principes
Slavorum et mandavit, ut ultionem
facerent do Danis.