Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1808. (3)

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haltenen  besonderen  allergnaͤdigsten  Auftrag
hiemit  gehoͤrig  bekannt  gemacht.

Ulm  den  19.  Februar  1808.

Königliche  Landes-Direktion

von  Schwaben.

Freiherr  von  Gravenreuth.
Heller.

 

(Die  Dienstes=  Instruktion  für  die  beim  königllch-Balerischen
  Bürger-Militär  angestellte  Chyrurgen
  betreffend.)

Im  Namen  Seiner  Majestät  des  Königs.

Nachdem  gemäß  der  allerhöchsten  Verord--nung
  vom  28.  Oktober  vorigen  Jahres,  jeder

Waffengattung  des  königlichen  Bürger-Militaͤrs

  ein  Chyrurg  beigegeben  wird;  so  ist  die

Folge:  daß  die  Dienstes-Funktion  dieser  Chyrurgen

  genau  bestimme  werden  müsse.

Seine  Majestakt  der  König  haben  daher  unkerm
  10.  dieses  Monats  eine  Dienstesinstruknon
  für  die  bürgerlichen  Militär-Chyrurgen
allergnädigst  zu  genehmigen  geruhr,  und  besehlen
  hiemit,  wie  folgt:

#.  1.  Jeder  beim  Bürger-Militär  angestellte

  Chyrurg  soll  in  der  Wondarzneikunst

Fründlich  unterrichtet,  und  erfahren,  in  diesem

  Fache  gehörig  geprüfet,  und  von  seiner
vorgesezten  medizinischen  Behörde  in  solcher
Eigenschaft  gutgeheissen,  und  begnehmiget
  seyn.

I.  2.  Da,  wo  ein  aus  drei  Bataillons  formirtes
  Infanterie-Regiment  besteht,  ist  auch
ein  Regiments-Chyrurg  anzustellen.

O.  3.  Dieser,  so  wie  die  Bataillons=  oder
sonst  bei  den  verschiedenen  Waffengattungen

 

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bestehende  Unter-Chyrurgen  haben  Offiziers-Achtung,
  wobei  es  sich  ohnehin  versteht,  daß
die  Bataillons  /  und  andere  Chyrurgen  dem
Regiments-Chyrurge  subordinirt  seyn  muͤssen.

H.  4.  Die  Uniformen  dieser  Chyrurgen  snd
die  der  Subalternen  ihrer  respektiven  Korps,
mit  Hinweglassung  der  Schärpe  und  Epaulets;
  jedoch  reihr  sich  um  den  Kragen  und  die
Aermel-Aufschláge  ein  einen  halben  Zoll  breites
  fassionirtes  Silberberichen.  Der  Degen
mit  stählenem  Grtffe  wird  an  einer  Kuppel  um
den  Leib  getragen.

G.  5.  Der  Regiments-Chyrurg  unterscheidet
  sich  von  den  übrigen  Chyrurgen  durch  eine
doppelte  Reihe  von  einem  halben  Zoll  breiten
sassionirten  Silberbörtchen  um  Kragen,  und
Aermel-Aufschläge.

C.  6.  Diese  Chyrurgen  haben  die  Verbindlichkeit,
  im  Ermanglungsfalle  der  königlichen
militrischen  Chyrurgen,  sich  in  den  königlie
chen  Militär-Spitälern  gebrauchen  zu  lassen,

I.  7.  Wenn  das  BürgerMilitär  in  Parade,
  oder  zum  Exerziren  ausrückt;  so  hat
abwechslungsweise  jedesmal  einer  hinter  der
Fronte  desselben,  mit  dem  nöthigen  Bindzeuge
versehen,  sich  einzufinden,  um  im  Bedürfnißfalle
  sogleich  die  erfoderliche  Hilfe  leisten  zu
können.

DT  8.  Wenn  ein  Bürger-Soldar  wegen
Gebrechen  von  der  persönlichen  Dienstesleist
beim  Bürger  Militär  besreier  werden  will,
und  daher  von  demselben  der  Regiments-Bataillons=
  oder  Unter-Chyrurg  um  Unterfuchung,
  oder  Bestätigung  seiner  Gebrechen
und  Dienstesunféhigkeit  angegangen  wird;  so