579
haltenen besonderen allergnaͤdigsten Auftrag
hiemit gehoͤrig bekannt gemacht.
Ulm den 19. Februar 1808.
Königliche Landes-Direktion
von Schwaben.
Freiherr von Gravenreuth.
Heller.
(Die Dienstes= Instruktion für die beim königllch-Balerischen
Bürger-Militär angestellte Chyrurgen
betreffend.)
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Nachdem gemäß der allerhöchsten Verord--nung
vom 28. Oktober vorigen Jahres, jeder
Waffengattung des königlichen Bürger-Militaͤrs
ein Chyrurg beigegeben wird; so ist die
Folge: daß die Dienstes-Funktion dieser Chyrurgen
genau bestimme werden müsse.
Seine Majestakt der König haben daher unkerm
10. dieses Monats eine Dienstesinstruknon
für die bürgerlichen Militär-Chyrurgen
allergnädigst zu genehmigen geruhr, und besehlen
hiemit, wie folgt:
#. 1. Jeder beim Bürger-Militär angestellte
Chyrurg soll in der Wondarzneikunst
Fründlich unterrichtet, und erfahren, in diesem
Fache gehörig geprüfet, und von seiner
vorgesezten medizinischen Behörde in solcher
Eigenschaft gutgeheissen, und begnehmiget
seyn.
I. 2. Da, wo ein aus drei Bataillons formirtes
Infanterie-Regiment besteht, ist auch
ein Regiments-Chyrurg anzustellen.
O. 3. Dieser, so wie die Bataillons= oder
sonst bei den verschiedenen Waffengattungen
580
bestehende Unter-Chyrurgen haben Offiziers-Achtung,
wobei es sich ohnehin versteht, daß
die Bataillons / und andere Chyrurgen dem
Regiments-Chyrurge subordinirt seyn muͤssen.
H. 4. Die Uniformen dieser Chyrurgen snd
die der Subalternen ihrer respektiven Korps,
mit Hinweglassung der Schärpe und Epaulets;
jedoch reihr sich um den Kragen und die
Aermel-Aufschláge ein einen halben Zoll breites
fassionirtes Silberberichen. Der Degen
mit stählenem Grtffe wird an einer Kuppel um
den Leib getragen.
G. 5. Der Regiments-Chyrurg unterscheidet
sich von den übrigen Chyrurgen durch eine
doppelte Reihe von einem halben Zoll breiten
sassionirten Silberbörtchen um Kragen, und
Aermel-Aufschläge.
C. 6. Diese Chyrurgen haben die Verbindlichkeit,
im Ermanglungsfalle der königlichen
militrischen Chyrurgen, sich in den königlie
chen Militär-Spitälern gebrauchen zu lassen,
I. 7. Wenn das BürgerMilitär in Parade,
oder zum Exerziren ausrückt; so hat
abwechslungsweise jedesmal einer hinter der
Fronte desselben, mit dem nöthigen Bindzeuge
versehen, sich einzufinden, um im Bedürfnißfalle
sogleich die erfoderliche Hilfe leisten zu
können.
DT 8. Wenn ein Bürger-Soldar wegen
Gebrechen von der persönlichen Dienstesleist
beim Bürger Militär besreier werden will,
und daher von demselben der Regiments-Bataillons=
oder Unter-Chyrurg um Unterfuchung,
oder Bestätigung seiner Gebrechen
und Dienstesunféhigkeit angegangen wird; so