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G. 43. Wer, um für eine vermeinrliche
oder wirkliche Beleidigung sich selbst Recht
zu schaffen, oder um einen behaupteten Rechts-Anspruch
eigenmächrig in Vollzug zu sezen,
die Person des Andern gewaltthätig überfällt,
leidet ein, bis dreimonatliche, geschärfte
Gefängniß-Strafe, wenn nicht die
Gewaltthat in strafbarere Uebertretung übergegangen
ist.
I. 45. Diejenigen, welche, um Nache zu
nehmen, um behauptete Rechte eigenmächtig
durchzusezen, um den ruhigen Besiz unbeweglicher
Sachen, oder die Ausübung eines Reches
zu stören oder zu entziehen, in fremde Häuser,
Wohnungen und andere liegende Gründe,
wiewohl unbewaffnet, gewaltthätig einfallen,
oder sonst eigenmächtig sich eindringen; diese
sollen, wenn es nicht zu schwereren Uebertre
tungen gekommen ist, mit vierzehntäg:-gem=
bis dreimonarlichem Gefäng-=nisse
bestraft werden.
§ 46. Wer mit Waffen verseben, oder
in verabredeter Verbindung mehrerer Personen
in Hduser, Wohnungen, oder liegende
Gründe aus irg'#ad einer vorbemerkten Absicht
(G. 44) eindringt oder einfällt, oder
dieselben, um einzudringen, gewaltsam anfällt,
leidet drei= bis sech smonatliche
Gefäüngniß--Strafe.
I. 47 Wenn zeben oder mehrere Personen
durch wechselseitige Verabredung, oder
durch rechtswidrige absichrliche Veranstaltung
eines Drirten in einen Trupp vereinigt, eine
der vorbeschriebenen Handlungen (F. 44.45.)
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verüben, so beißt dieses ein Landfriedenst
bruch, welcher, wenn an Personen wirkliche
Gewalttbätigkeiten verübt worden sind,
1) an den Rädelsführern mit drei: bis
sechsjdbrigem Arbeitsbause, 2) an
den gemeinen bewaffneten Tbeilnehmern mit
ein bis dreijäbrigem Arbeitsbause,
und 3 an unbewaffneten gemeinen Theilnebmern
mit sechsmonarlichembis einjäbrigem
Gefängnisse oder körperli:
cher Züchtigung bestraft werden soll.
Wen keine wirklichen Gewaltehätigkeiten
an Personen begangen worden sind, so baben
1) die Rädelsführer ein; bis dreifährt
ges Arbeitsbaue; 2) die gemeinen bewaffneten
Theilnehmer Gefängniß auf
sechs Monate bis zu einem Jahre;
3) die gemeinen unbewaffneten Thbeilnehmer
drei= bis sechsmonatliches Gefäng-=niß
oder körperliche Züchtigung verwirkt.
K. 48. Wider denjenigen, welcher bei einem
tandfriedensbruche ein mit schwererer
Strafe bedrobres Verbrechen begehr, kommt
die Strafe dieses schwereren Verbrechens geschärft
zur Anwendung.
S. 40. Eine Gewalttbätigkeit, welche von
absichtlich vereinigter Menge (G. 47.), ohne
Anfall oder Einfall in liegende Gründe oder
Wobnungen, unmittelbar an Personen begangen
wird; desgleichen jedes unter der Gestalt
eines tandfriedenebruches (GP. 47.) verübtes
Verbrechen, welches für sich eine gelindere
Strafe, als der tandfriedensbruch