Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

NHummer  140  —.  —□  Salöfän,  19.  Junk  7H11
unserer  Fekdtru  be  die  Mün-  Ketainschrichten  trage  des  vom  Erscheinen  a  ltenen  Herrn
Berschieden#.  Nachuchten.  seret  w#een  ergeben  Ach  kür  die  n  ·  Vothndeg  K.  e  weltene  der

Hannover,  17.  Juni.  In  Duderstadt
(Prov.  Hannover)  entstand  am  Donnerstag
nachmittag  ein  Feuer,  das  in  kurzer  Zeit  einen
Zröberen  Umfang  annahm.  Kurz  nach  2  Uhr
stürzte  der  Turm  der  evangelischen  Pfarrkirche
zusammen.  Das  Feuer  wütete  am  Abend  noch
fort.  Bisher  sind  40  Wohnhäuser  den  Flammen
  zum  Opfer  gefallen.

Zürich,  17.  Juni.  Aus  Pisa-  werden  furchtbare
  Gewülterschdden  gemeldet.  In  Masse  Serravezza
  und  Galleni  ist  eine  Anzahl  Menschen
ertrunten.  Die  Eisenbahn  Genua-Pisa  ist  an
mehreren  Stellen  lilometerweit  durch  Erdstürze
zerstört.

Genf,  17  Juni.  Der  frühere  Generalzahl
meister  Desclaur,  der  seit  seiner  Verurteilung
im  Gefängnis  interniert  war,  leidet  an  Geistesstörung
  und  mußte  in  ein  Militärlazarett  übergeführt
  werden.  Sein  Zusland  ist  derart,  daß
er,  anstatt  im  Zuchthaus  zu  bleiben,  einer  Jrreu.
ang#al#  überwiesen  werden  mu

„rrchakies,  17.  Juni.  Aus  einer  Mitteilung

r  „Humanite“  ergibt  sich  daß  der  Mörder

Abg.  Jaur-s,  Naoul  Viliain,  belm  Untersuchungsrichter
  seine  vorläufige  Entlassung  aus
der  Haft  beantragt  hat.  Der  Antrag  ist  jedoch
auf  Einspruch  der  Witwe  von  Jaures  abgelehnt
worden.  Eine  Entscheidung  über  die  Zurechnungsfähigleit
  des  Mörders  scheint  also  noch
nicht  getroffen  zu  sein.  (3.)

Konstantinopel,  17.  Juni.  In  dem
Sladtteil  Pera  brach  ein  Großfeuer  aus,  da-.
vom  Winde  begünstigt,  in  den  meist  aus  lleineren
  Holzbauten  bestehenden  Straßen  sich
rasch  ausdehnte.  In  wenigen  Stunden  waren
mehrere  Straßenzüge  in  ein  Flammenmeer  verwandelt
  und  gegen  abend  waren  dort  nur  no.!
Brandruinen  zu  bemerken.  Erst  nachts  konnie
man  Herr  der  Flammen  werden.  Man  glaubt.
daß  etwa  500  Häuser  ein  Raub  der  Flammen
wurden;  darunter  befinden  sich  etma  6  größere
Steinhäuser  und  cin  Lagerhaus.

Soz  ale  Rundschan.

ünchen.  17.  Juni.  Die  Landesversiche:
rungsanstalt  Oberbayern  hat  nach  dem  soeben
veröffentlichten  Verwaltungsbericht  im  Jahr:
1913  neu  genehmigt  und  im  Berufungsverfal
ren  zuerkannt:  3725  Invaliden-,  141  Kranken=
  und  107  Altersrenten.  Nach  Abzug  der
1913  verstorbenen  (2451)  und  sonst  in  Abgann
gekommenen  (522)  Rentenempfänger  war  am
Schlusse  des  Jahres  1913  ein  Stand  von
27  540  Invaliden-,  146  Kranken=  und  800  Al
tererenten-Empfänger  vorhanden;  infolge  der
seit  1.  Jannar  1912  angegliederten  Hinter
bliebenenversicherung  lamen  noch  dazu  281  Witlwen-,
  3  Witwenkranken-  und  665  Waisenrenten.
Auf  Anweisung  der  Landesversicherungsanstalt!
Oberbayern  sind  im  Jahre  191.3  4.8  Mil!.
Mark  an  Renten  und  14  851  Mk.  an  einmalige:
Leistungen  gezahlt  worden.  Hiervon  hatte  die
Anstalt  tatsächlich  zu  zahlen  3064  858  Mk.  am
Renten  und  4667  M.  an  einmaligen  Leistun
gen.  Im  Jahre  1913  war  der  größte  Anfall
  an  Invaliden=  (einschließlich  Kranken,
Rentenanträge  (4845),  sowie  die  größte  An
zahl  von  genehmigten  Invalidenrenten  (37530
seit  Bestehen  des  Gesetzes  zu  verzeichnen.  Oberbayern
  hatte  absolut  die  größte  Zahl  der  bewilligten
  Invalidenrenten  (3869)  unter  allen
Regierungsbezirken  Bayerns;  relativ  übertraf
sie  die  Anstalt  von  Mittelfranken,  bei  der  2.46.
Invalidenre.  iner  auf  10000  Einwohner  enlfal
len,  während  O#  ebayern  nur  241  per  Mille
hatte  (im  Königrei  2.13,  im  Deutschen  Reick
2.16).  Die  hauptsächtiksuen  Jnvaliditätsursa
chen  waren  bei  Männern  wi.  Frauen  Kranlheiten
  des  Herzens  und  der  Haurtschlagadern
(23.4  bzw.  25.6  Proz.),  dann  Lu.  Lentuberkulose
  (14.6  bzw.  16.2  Proz.).  Die  gröhte
Zahl  der  männlichen  Rentenempfänger  triff.
auf  Industrie  (1569,  davon  allein  798  auf  das
Baugewerbe),  und  die  größte  Zahl  der  weiblichen
  Rentenempfänger  (368)  Vvuf  die  Land
und  Forstwirtschaft.  Von  der  Gesamtzahl  von
422  Fällen  mit  Heilverfahren  entfallen  allein

3936  Fälle  (89  Prozent)  und  von  den  Gesamtkosten
  von  440  115  Mk.  367  651  Mk.  (83
Prozent)  auf  die  Stadt  München.  Das  Gesamtvermögen
  der  Landesversicherungsanstalt
Oberbayern  beiifferte  sich  am  1.  Januar  1914
auf  47.2  Mill.  „  davon  waren  10.9  Mill.
Mark  16  E—  an  244  Gemeinden  ausgegeben,
  13.34  Mill.  Mark  an  Vereine  und
Private  (abothe-darleben)  ausgeliehen  worden,
  20.6  Mill.  Mk.  in  Wertpapieren  angelegt,
  2.1  Mill.  Mark  als  Wert  der  Grundstücke
  und  beweglichen  Einrichtungen  verbucht
und  20  291  Mk.  als  Barbestand  vorhanden.

#uchener  Neuigkelle

München,  17  Zuni.  Das  Gemeindekolle-#im
  trat  heute  mit  allen  gegen  die  Stlimmen
2#  Jungliberalen  und  Hausbesitzer  dem  Magi-As
  bei,  demzufolge  die  Gemeindeumlagen
  für  1915  auf  1440°°  sestgesetzt  werden.
Die  Erhöhung  beträgt  6  050.
München,  17.  Juni.  Durch  die  Beschlagnahme
  eines  großen  Teiles  der  Münchener  Bierexzengung

  zur  Sicherstellung  des  Bier

 

 

chener  Brauerei-Ausschankstätten  und  die  Münchener
  Wirtschaften  einschneidende  Veränderungen
  im  Betrieb.  So  wird  man  z.  B.  wohl  mit
einer  Schließung  des  Hofbräuhaus-Festsaales
rechnen  müssen,  wenn  auch  ein  endgültiger  Entscheid
  hierüber  noch  nicht  vorliegt.  Im  Mathäser
  wurde  eine  Halle  bereits  geschlossen,  eine
zweite  Halle  wird  am  Samstag  geschlossen.
Der  Restaurateur  hat  in  Zukunft  täglich  mit
50  Hektolitern  auszukommen  (in  normalen  Zeiten
  wurden  im  Mathäser  täglich  100  bis  120
Heltoliter  verzapft).  Restaurateur  Rechthaler
trägt  sich  mit  dem  Gedanken,  die  Bierabgabe
an  den  Samstagen  und  Sonntagen  ab  7  Uhr
abends  einzustellen.  Im  Löwenbräukeller  sucht
man  damit  auszukommen,  daß  vormittags  überhaupt
  nicht  und  mittags  nur  in  der  Zeit  von
12—2  Uhr  angezapft  wird.  Der  nächste  Anstich
erfolgt  werktäglich  erst  um  5  Uhr.  Im  Hofbräuhaus
  und  im  Hofbräuhauslkeller  wird  die
Regelung  erfolgen,  sobald  der  Finanzminister
von  der  Reise  zurück  itt.  Die  Inhaber  anderer
größerer  Bierlokalitäten  wollen  erst  ein  paar
Tage  verstreichen  lassen,  um  einen  Uleberblich
über  die  neuen  Verhällnisse  zu  bekommen.  Zahlreiche
  Wirtschaften  mit  bisher  30—40  Hektoliter
  monatlichem  Bierumsatz  werden  vollständig
  eingehen.  Auch  in  die  Miet=  und  Pachtverhältnisse
  hat  die  neue  Maßregel  schwer  eingegriffen.
  Zahlreiche  Hausbesitzer  haben  ihre
Wirtschaften  nach  dem  Bierverbrauch  verpachtel.
  In  diesen  Fällen  hat  der  Wirt  2.50  bis
3  Ml.  für  jeden  verzapften  Hektoliter  an  den
Hausbesitzer  als  Pacht  abzugeben.  Dadurch,
daß  dem  Pächter  nur  noch  die  Heälfte  seines
bisherigen  Verbrauchs  zugewiesen  werden  lann,
büßt  der  Besitzer  die  Hälfte  der  seitherigen
Pachtsumme  ein.  In  solchen  Fällen,  in  denen
eine  feste  Pachtsumme  monatlich  bezahlt  wurde,
dürften  die  Verträge  geändert  werden.  Die
Wirte  in  den  Vorstädten  wollen  in  Zukunst
über  die  Straße  nur  noch  Bier  an  ihre  flänstigen
  Kunden  abgeben.

be#erssches  Lperiens.

Feilnbach,  17.  Juni.  Die  Obstverkaufs-Vereinigung
  veranstaltet  am  nächsten  Sonntag
im  Obermeierschen  Gasthaus  zum  „Alten  Wirt“
eine  Versammlung.  Landesinspektor  Oelonomierat
  Rebholz  aus  München  spricht  über  „Zeitgemäße
  Obstverwertung  unter  Berücksichtigung
des  genossenschaftlichen  Obstverkaufes".

Kommnnales.

Sitzung  des  Magistrats-Kollegiums
Rosenheim.
12.  Juni  1915.

Vereh  helichungszeugnis  erhält  Kaufsmann  Julius
  Niedermayr  in  Neuburg  a.  D.  mit  der
Bädermeisterstochter  Agathe  Koch  von  Dangendorf
  in  Württemberg.

Salinarbeiter  Gg.  Baumgartner  von  hier
erhält  das  Bürgerrecht  gebührenfrei,  da  er  an
den  Feldzügen  1866  und  1870/71  teilgenommen
  hat.

Das  Heimatrecht  wird  verliehen  an  Taglöhner
  Michael  Rittmannsberger  von  Rattenberg
und  Friedrich  Krieg,  Stationsgehilfe  von
Schimmelbach.  Beim  Stadtmagistrat  München
wird  Antrag  auf  Verleihung  des  Heimatrechts
an  den  Drechslergehilfen  Wolfgang  Fischer  gestellt.


Der  Autrag  auf  Baulinienfestsetzung  zwischen
Münchener=  und  Wittelsbacherstraße  nebst  Festsetzung
  der  Straßenhöhenage  wird  der  Instrullion
  u#ileiellt.

Nach  Bekanntgabe  der  beiden  Eingaben  vom
26.  April  und  11.  Mai,  dann  der  hiewegen
gepflogenen  Erhebungen  und  des  Protokolls
der  Finanzkommission  vom  9.  ni  cr.  wird
entsprechend  dem  Antrag  der  letzteren  beschlossen:
  „Allen  städtischen  Arbeitern,  Beamten  und
Angestellten  mit  einem  Eesamtiarereinkommen
von  nicht  mehre  als  1500  Mk.  wird  ab  1
1915  auf  die  Dauer  des  Krieges,  jedoch  vorerst
  leinesfalls  länger  als  bis  zum  Jahresschluß
1915,  ohne  Anerkennung  einer  Rechtsverbindlichkeit
  eine  Teuerungszulage  gewährt  und  zwar
ledigen  Arbeitern  und  Bediensteten  sowie  Familien
  ohne  Kinder  10  Pfg.  pro  Arbeitstag,
bezw.  bei  festem  Monatsgehalt  2.50  Mk.  pro
Monat,  Familien  mit  1—2  Kindern  (Kinder
jeweils  bis  zum  vollendeten  16.  Lebensjahre)
20  Pfg.  pro  Arbeitstag  bezw.  5  Mk.  pro  Monat.
  Familien  mit  3—1  Kindern  30  Pfg.  pro
Arbeitstag  bezw.  7.50  Mk.  pro  Monat,  Fami- 



 

.

lien  mit  5

 

5  und  mehr  Kindern  40  El  pro
Arbeitslag  bezw.  10  Ml.  pro  Monat.“

 

Rosenheim,  18.  Juni.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Sebastian  Fobrner  Oekonomenssohn  von  Rimsting,
  Soldat  im  2.  Res.--Inf.-Reg.;  Johann
Tribillian,  —*t  von  Großhelfendorf,
Soldat  im  12.  Theodor  Simbeck,
Bergmannssohn  in  tuin  Feimsprecher  im
16.  Res.-Inf.  Reg.;  Ludwig  Miller,  Bergmann
in  Miesbach,  Landwehrmann  im  12.  Res.-Inf.=Reg.;
  Johann  Kirchmair  aus  Hausham,  Landsturmmann
  im  4.  Tiroler  Kaiser-Jäger-Reg.;
Otto  Geieler,  ergmann  von  Hausham,  Richtkanonier
  im  Fuß-Art.-Reg.:  Joses  Huber,
lanpier  s1  zum  Holzerbräu  in  Ebersberg,
Obergefreiter  im  1.  Res.-Fuß-Art.-Reg.;  Joann
  Wegerer,  Schreinergehilfe  in  “
Soldat  im  16.  Inf.-Reg.;  Jalob  Weichselbaumer
  aus  an  Jäger  im  1.  Jäger-Bataillon.


Auszeichnungen  im  Felde.  Das  Militärverdienstkreuz
  3.  Kl.  m.  Schw.  erhielt  der  Landwehrmann
  Alois  Lippl  im  2.  Landw.-Inf.-Rgt.,
Stationsdiener  in  Haag,  Sohn  des  Bahnwärlters
  Alois  Lippl  in  Hochstätt.  Zwei  Söhne
der  Witwe  Anna  Reisinger  in  Wolfsberg,  Gde.
Breitbrunn,  wurden  ausgezeichnet,  und  zwar
Sebastian  leisinger  mit  dem  Eisernen  Kreuz
und  Johann  Reisinger  mit  dem  Verdienstkreuz
3.  Kl.  mit  Krone  und  Schwertern.

Das  Wohltätigkeitskonzert,  welches
  unser  Opernsänger  Degler  mit  dem  Pianisten
  Akademie-Prof.  Schmid-Lindner  veranstaltet,
  findet  morgen  Samstag  im  Saale  des
Hotels  „Deutscher  Kaiser“  statt.  Der  Vorverkauf
  der  Eintrittskarten  hat  bereits  begonnen;
wir  machen  nochmals  darauf  aufmerksam,  daß
er  im  Sedanhof  bei  der  Fürsorgestelle  staltsindet.
  Wie  bereits  bekannt,  gelangt  von  den
Kompositionen  des  Herrn  Stadtpfarrers  Weber
  auch  das  Lied  „Der  Schmied“  zum  Vortrag;
  heute  können  wir  verraten,  daß  dieses
Lied  vom  Komponisten  Herrn  Degler  selbst  gewidmet
  ist.  Der  Bechstein-Konzert-Flügel,  auf
welchem  Prof.  Schmid-Lindner  uns  seinz  Kunst
zeigt,  ist  von  dem  Musikhaus  Alfred  Schmid
Nachfolger  in  München  unentgeltlich  zur  Verfügung
  gestellt  worden.  Das  Konzert  beginnt
abencs  129  Uhr.

Erhebungen  über  die  Ernte.  Gemäß
  Bundesratsverordnung  vom  10.  d.  W.
findet  in  der  Zeit  vom  1.  bis  4.  Juli  d.  J.
eine  Erhebung  der  Ernteflächen  beim  seldmäßi
gen  Anbau  von  Getreide  und  Kartoffeln  durch
Befragung  der  einzelnen  Betriebsinhaber  oder
ihrer  Stetwertreter  statt.  Im  Interesse  der
Vollständigkeit  und  Richtigleit  der  Flächenan:
gaben,  die  in  gwerlen  und  Dezimalen  ein.
zutragen  sind,  ist  es  dringend  notwendig,  daß
die  Betriebsinhaber  bei  der  Erhebung  ihre
Grundsteuerkatasterauszüge  zur  Hand  haben.
Die  Grundbesitzer  wollen  daher  schon  jetzt  dafür
  Sorge  tragen,  daß  bei  Beginn  der  Er
hebung  ihre  Grundsteuerkatasterauszüge  zur  Verfügung
  stehen.  Eine  Bekanntmachung  mit  den
genauen  Anweisungen  zu  dieser  Erhebung  wird
noch  ergehen.

Nichtige  Erntekaufsverträgc.  Der
Bundesrat  hat  in  seiner  Sitzung  am  Donnerstag
  beschlossen,  für  nichtig  zu  erllären  alle  Kaufverträge
  aus  der  inländischen  Ernte  des  Jahres
1915  über  Roggen,  Weizen,  Spelz,  Hafer.
Gerste,  allein  oder  mit  anderem  Getreide  gemengt,
  ferner  über  Mischfrucht,  worin  sich  Ha
fer  befindet  und  über  Futtermittel,  soweit  die
Verträge  nach  dem  31.  August  1915  zu  ersüllen
  sind.  Dasselbe  gilt  auch  für  Verträge,  die
vor  Inkrafttreten  der  Verordnungn  geschlossen
sind.

Die  Jugendwehren  vereinigten  sich  am
Donnerslagabend  zu  einer  Gesamtübung  auf  dec
Lorettowiese.  Unter  Gesang  und  Trommel
schlag  bewegte  sich  ein  langer  Zug  durch  die
Stadt.  Die  Jugendwehren  sowohl  unserer  Mittelschulen
  als  auch  der  Turnvereine  und  des  Ge—
rllenoereine  nahmen  daran  teil.  Auch  die  Lei
ter  der  Wehren  und  ein  Teil  der  Lehrerschaft
beteiligte  sich  an  der  Uebung.  Die  Nacht  war
schon  hereingebrochen,  als  der  lange  Zug  zurückmarschierte
  und  sich  auf  dem  Max-Josef-Platz
auflöste.  Demnächst  soll  eine  Besichtigung  der
Jugendwehren  stattfinden.

Preiseverteilung  des  Gabelsberger-Stenographen-Vereins
  Rosenheim.
  Zur  Gewinnung  eines  Urteils,  wie  die
Kursteilnehmer  die  stenographischen  Lehrsätze  erfaßt-
  haben  und  anzuwenden  verstehen,  wird  im
G.-St.-V.  dahier  seit  Jahren  am  Schlusse  des
Unterrichts  ein  Preiswettschreiben  veranstaltet.
Dieses  fand  heuer  am  26.  April  statt,  wobei
im  Redeschriftkurs  2,  im  Fortbildungelure  14
und  im  Amzängerkurs  10,  zusammen  26  Arbeiten
  eingeliefert  wurden.  Nach  Preisbewertung
  durch  die  Herren  K.  Sem.-Lehrer  und
gepr.  Lehrer  d.  St.  L.  Niklas  (Unterrichtsleiter
im  Era.2  Hauptlehrer  und  gepr.  Lehrer

  d  Standinger,  Magistr.  Hit  J.
Stürminger  (Unt.-L.  im  Fortb.-K.)  2#  l
uamtsoffzt.  M.  Nn  ##rn

Anf.-K.)  erfolgte  am  14.  m  d.  J.  —
im  Vereinszimmer  d.  Case  Wendl  die  Prelsverteilung,
  die  sich  eines  Besuches  von  25  Mitliedern,

  Kursteilnehmern  und  zum  Tell  deren
Femilienongehorigen  erfreuen  durfte.  Im  Auf- 



Sheistsührer  des  Vereins  Herr  Rottmüller  die
Anwesenden  und  gedachte  kurz  der  hervorragcnden
  Leistungen  ai#r.  todesmutigen  Vaterlandsverteidiger,
  dank  deren  zu  Hause  eine  unserer
  herrlichsten  Erfindungen  deutschen  Geistes,
die  Gabelsbergersche  Redezeichenkunst,  wie  mitten
  im  Frieden  ungestört  gepflegt  und  gefördert
werden  kann  und  sohin  auch  das  gute  Exrgebnis
des  heurigen  Preiswettschreibens  sich  demjenigen
vorangehender  J  hre  würdig  anreihen  darf.
Es  erhlesten  im  Redeschriftkurs  bei  einem  Fünfminutendiktat
  von  120  Silben  in  jeder  Minute
ein  Herr  und  eine  Dame  je  einen  3.  Preis  für
anerkennenswerte  Leistungen,  im  Fortbildungs-=kurs
  je  einen  1.  Preis  für  sehr  gute  Leistungen:
Herr  Hans  Hartung  und  Frl.  Ilka  Müller,  je
einen  2.  Preis  für  gute  Leistungen:  drei  Damen
und  ein  Herr,  einen  3.  Preis  für  anerkennenswerte
  Leistungen:  1  Herr,  und  je  einen  4.  Preis
für  befriedigende  Leistungen:  dre  i  Damen;  im
Anfängerkurs  je  einen  1.  Preis:  Herr  Hans
Reichart  (vorzügliche  Leistungen),  Frl.  Auguste

reiner,  Frl.  Fini  Mayr.  Frl.  Katharina
Garnreiter  und  Frl.  Hermine  Sinnesbichler
(lämtliche  sehr  gute  Leistungen),  ferner  einen
2.  Preis  und  einen  3.  Preis  je  ein  Herr  und
1  Dame,  einen  4.  Preis  eine  Dame.  (Gem.
Wettschreibordnung  werden  nur  die  Namen  der
mit  ersten  Preisen  Ausgezeichneten  veröffentlicht.)
  Die  Preise  bestanden  in  hübschen  stenographischen
  Büchern  (Gebetbüchlein,  Kriegserzählungen,
  Rosegger-  und  stenogr.  Zeitschriften)
  mit  Widmungsinschrift  und  erregten  bei
den  Beteiligten  sichtliche  Freude  und  Befriedigung.
  Herr  Rottmüller  beglückwünschte  die  Ausgezeichneten
  zu  ihren  schönen  Erfolgen,  ermunterte
  sie  alle,  sich  auch  fortan  der  Pflege  und
Vervollkommnung  ihrer  stenographischen  Kenntnisse
  und  Fertigkeiten  mit  ungemindertem  Eiser
zu  widmen  und  schloß  mit  dem  allseits  sehr  beisällig
  ausgenommenen  Wunsche,  es  möge  recht
bald  den  zahlreichen,  vor  dem  Feinde  stehenden
Vereinsmilgliedern  und  Kursteilnehmern  glückliche
  Heimlehr  und  unserem  lieben  deutschen
Vaterlande  ein  ehrenvoller,  dauernder  Friede
beschieden  sein.  Durchwegs  nahm  die  Preisverteilung
  entsprechend  dem  Ernst  der  Gegenwart
  einen  einfachen,  jedoch  sehr  würdigen  Verlauf.


Gemüseausfuhr.  Eine  Verfügung  des
Staatsministeriums  des  Innern  besagt:  Mit
Ermächtigung  des  Reichslanzlers  wird  die  Uusfuhr
  von  frischem  Gemüse  mit  Ausnahme  von
Möhren  (Karotten),  Schoten,  Bohnen  aller  Art
und  Zwiebeln  im  Hinblick  auf  die  Kaiserlche
Verordnung  vom  31.  Juli  1914  S8  1,  2  und
die  Bekanntmachung  des  Neichslanzlets  vom
gelichen  Tage  bis  zum  10.  Juli  1915  freigegeben.


Kraniche  Nicheich  ##

Fortbildungsschule  Rosenheim.
de  katholischen  Schüler  gehen  Samstag,  den

ds.  Mts.  und  Sonntag,  20.  ds.  Mts.
16  den  hl.  Sakramenten.  Beichtgelrgenheitt
Samstag,  nachmittags  ab  3  Uhr  und  abends
ab  127  Uhr.  Sonntag  früh  6  Uhr:  Gemeinsame
  hl.  Kommunion.  Eltern  und  Lehrherren
werden  ersucht,  den  Schülern  rechtzeitig  hiezu
Gelegenheit  zu  geben.

Bunie  Chronlt.

Verloren  und  wiedergefunden.  Aus
Hatlingen  a.  d.  Ruhr  wird  der  „Franks.  Ztg."
geschrieben:  Die  Verwundeten  unseres  Kriegslazaretto
  waren  gestern  Gäste  eines  hiesigen
Kaufmanns.  Alles  war  mit  Lorbeer  und  Rosen
geschmückt,  und  die  langen  Tafeln  waren  reich
gedeckt.  Musik  und  Gesang  erhöhten  die  Freude
der  Vaterlandsverteidiger.  Unter  den  Klängen
der  Musikkapelle  ging  es  zum  Lazarett  zurück.
Kurz  nach  dem  Einmarsch  spielte  sich  dort  ein
Ereignis  ab,  das  allen,  die  dabei  waren,  unvergeßlich
  bleiben  wird.  Ein  junger  Württemberger,
  der  in  dem  furchtbaren  Granatfeuer  von
Arras  die  Sprache  verloren  hatte,  war  bei  der
Feier  besonders  fröhlich  gewesen  und  legte  auch
im  Lazorett  eine  ganz  besondere  Heiterleit  an
den  Tag.  Plötzlich  brach  er,  von  einem  Nervenchok
  besallen,  zusammen.  Alle  Kameraden  bemühten
  sich  um  ihn.  Ploglich  erwachte  der
Kranke  und  rief  freudig  aus:  „Herr  Gott,  ich
lann  ja  wieder  Ilreche  FTalichuc  hatte  er
die  Sprache  wiedergefunden.  Noch  am  Spätabend
  gab  der  Geheilte  seinen  Eltern  im  Schwaberlonke
  telegraphisch  Nachricht  von  dem  Ereignis.


Städl.  Arbeilsamt  Rofeuheim.

Offene  Stellen:  Hier:  2  Fuhrknechte,
2  Spengler,  10  Bauschlosser,  1  Sattler,  2  Säger,
  2  Hauseiter,  6  Priontköchianen,  3-Hausmäg
  Mä  alles.  Auswärts:  8
Fuhrkeechte,  91  Hemakneht,  4  Dienstbuben,  2
Unterschweizer,  2  Steiimegz,  1  nelöll.  Spengler
  und  Installateur,  4  Schmiede,  6  Wagner,
1  Mechaniker,  6  Sattler,  ——  2-Schreire,

  3  Maurer  nach  Tirrl#1
Verkäufer  in  der  Eisenbranche,  2  P.  u#msster,
Erdarbeiter,  Heuarbeiter,  65  St  1.  uUnd  Feldmägde,
  6  Hausmägde,  5  Prioatiüchinnen,  3
Mädchen  für  alles,  1  Küchenmädchen,  3  Spure-=rinnen


 

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