NHummer 140 —. —□ Salöfän, 19. Junk 7H11
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Hannover, 17. Juni. In Duderstadt
(Prov. Hannover) entstand am Donnerstag
nachmittag ein Feuer, das in kurzer Zeit einen
Zröberen Umfang annahm. Kurz nach 2 Uhr
stürzte der Turm der evangelischen Pfarrkirche
zusammen. Das Feuer wütete am Abend noch
fort. Bisher sind 40 Wohnhäuser den Flammen
zum Opfer gefallen.
Zürich, 17. Juni. Aus Pisa- werden furchtbare
Gewülterschdden gemeldet. In Masse Serravezza
und Galleni ist eine Anzahl Menschen
ertrunten. Die Eisenbahn Genua-Pisa ist an
mehreren Stellen lilometerweit durch Erdstürze
zerstört.
Genf, 17 Juni. Der frühere Generalzahl
meister Desclaur, der seit seiner Verurteilung
im Gefängnis interniert war, leidet an Geistesstörung
und mußte in ein Militärlazarett übergeführt
werden. Sein Zusland ist derart, daß
er, anstatt im Zuchthaus zu bleiben, einer Jrreu.
ang#al# überwiesen werden mu
„rrchakies, 17. Juni. Aus einer Mitteilung
r „Humanite“ ergibt sich daß der Mörder
Abg. Jaur-s, Naoul Viliain, belm Untersuchungsrichter
seine vorläufige Entlassung aus
der Haft beantragt hat. Der Antrag ist jedoch
auf Einspruch der Witwe von Jaures abgelehnt
worden. Eine Entscheidung über die Zurechnungsfähigleit
des Mörders scheint also noch
nicht getroffen zu sein. (3.)
Konstantinopel, 17. Juni. In dem
Sladtteil Pera brach ein Großfeuer aus, da-.
vom Winde begünstigt, in den meist aus lleineren
Holzbauten bestehenden Straßen sich
rasch ausdehnte. In wenigen Stunden waren
mehrere Straßenzüge in ein Flammenmeer verwandelt
und gegen abend waren dort nur no.!
Brandruinen zu bemerken. Erst nachts konnie
man Herr der Flammen werden. Man glaubt.
daß etwa 500 Häuser ein Raub der Flammen
wurden; darunter befinden sich etma 6 größere
Steinhäuser und cin Lagerhaus.
Soz ale Rundschan.
ünchen. 17. Juni. Die Landesversiche:
rungsanstalt Oberbayern hat nach dem soeben
veröffentlichten Verwaltungsbericht im Jahr:
1913 neu genehmigt und im Berufungsverfal
ren zuerkannt: 3725 Invaliden-, 141 Kranken=
und 107 Altersrenten. Nach Abzug der
1913 verstorbenen (2451) und sonst in Abgann
gekommenen (522) Rentenempfänger war am
Schlusse des Jahres 1913 ein Stand von
27 540 Invaliden-, 146 Kranken= und 800 Al
tererenten-Empfänger vorhanden; infolge der
seit 1. Jannar 1912 angegliederten Hinter
bliebenenversicherung lamen noch dazu 281 Witlwen-,
3 Witwenkranken- und 665 Waisenrenten.
Auf Anweisung der Landesversicherungsanstalt!
Oberbayern sind im Jahre 191.3 4.8 Mil!.
Mark an Renten und 14 851 Mk. an einmalige:
Leistungen gezahlt worden. Hiervon hatte die
Anstalt tatsächlich zu zahlen 3064 858 Mk. am
Renten und 4667 M. an einmaligen Leistun
gen. Im Jahre 1913 war der größte Anfall
an Invaliden= (einschließlich Kranken,
Rentenanträge (4845), sowie die größte An
zahl von genehmigten Invalidenrenten (37530
seit Bestehen des Gesetzes zu verzeichnen. Oberbayern
hatte absolut die größte Zahl der bewilligten
Invalidenrenten (3869) unter allen
Regierungsbezirken Bayerns; relativ übertraf
sie die Anstalt von Mittelfranken, bei der 2.46.
Invalidenre. iner auf 10000 Einwohner enlfal
len, während O# ebayern nur 241 per Mille
hatte (im Königrei 2.13, im Deutschen Reick
2.16). Die hauptsächtiksuen Jnvaliditätsursa
chen waren bei Männern wi. Frauen Kranlheiten
des Herzens und der Haurtschlagadern
(23.4 bzw. 25.6 Proz.), dann Lu. Lentuberkulose
(14.6 bzw. 16.2 Proz.). Die gröhte
Zahl der männlichen Rentenempfänger triff.
auf Industrie (1569, davon allein 798 auf das
Baugewerbe), und die größte Zahl der weiblichen
Rentenempfänger (368) Vvuf die Land
und Forstwirtschaft. Von der Gesamtzahl von
422 Fällen mit Heilverfahren entfallen allein
3936 Fälle (89 Prozent) und von den Gesamtkosten
von 440 115 Mk. 367 651 Mk. (83
Prozent) auf die Stadt München. Das Gesamtvermögen
der Landesversicherungsanstalt
Oberbayern beiifferte sich am 1. Januar 1914
auf 47.2 Mill. „ davon waren 10.9 Mill.
Mark 16 E— an 244 Gemeinden ausgegeben,
13.34 Mill. Mark an Vereine und
Private (abothe-darleben) ausgeliehen worden,
20.6 Mill. Mk. in Wertpapieren angelegt,
2.1 Mill. Mark als Wert der Grundstücke
und beweglichen Einrichtungen verbucht
und 20 291 Mk. als Barbestand vorhanden.
#uchener Neuigkelle
München, 17 Zuni. Das Gemeindekolle-#im
trat heute mit allen gegen die Stlimmen
2# Jungliberalen und Hausbesitzer dem Magi-As
bei, demzufolge die Gemeindeumlagen
für 1915 auf 1440°° sestgesetzt werden.
Die Erhöhung beträgt 6 050.
München, 17. Juni. Durch die Beschlagnahme
eines großen Teiles der Münchener Bierexzengung
zur Sicherstellung des Bier
chener Brauerei-Ausschankstätten und die Münchener
Wirtschaften einschneidende Veränderungen
im Betrieb. So wird man z. B. wohl mit
einer Schließung des Hofbräuhaus-Festsaales
rechnen müssen, wenn auch ein endgültiger Entscheid
hierüber noch nicht vorliegt. Im Mathäser
wurde eine Halle bereits geschlossen, eine
zweite Halle wird am Samstag geschlossen.
Der Restaurateur hat in Zukunft täglich mit
50 Hektolitern auszukommen (in normalen Zeiten
wurden im Mathäser täglich 100 bis 120
Heltoliter verzapft). Restaurateur Rechthaler
trägt sich mit dem Gedanken, die Bierabgabe
an den Samstagen und Sonntagen ab 7 Uhr
abends einzustellen. Im Löwenbräukeller sucht
man damit auszukommen, daß vormittags überhaupt
nicht und mittags nur in der Zeit von
12—2 Uhr angezapft wird. Der nächste Anstich
erfolgt werktäglich erst um 5 Uhr. Im Hofbräuhaus
und im Hofbräuhauslkeller wird die
Regelung erfolgen, sobald der Finanzminister
von der Reise zurück itt. Die Inhaber anderer
größerer Bierlokalitäten wollen erst ein paar
Tage verstreichen lassen, um einen Uleberblich
über die neuen Verhällnisse zu bekommen. Zahlreiche
Wirtschaften mit bisher 30—40 Hektoliter
monatlichem Bierumsatz werden vollständig
eingehen. Auch in die Miet= und Pachtverhältnisse
hat die neue Maßregel schwer eingegriffen.
Zahlreiche Hausbesitzer haben ihre
Wirtschaften nach dem Bierverbrauch verpachtel.
In diesen Fällen hat der Wirt 2.50 bis
3 Ml. für jeden verzapften Hektoliter an den
Hausbesitzer als Pacht abzugeben. Dadurch,
daß dem Pächter nur noch die Heälfte seines
bisherigen Verbrauchs zugewiesen werden lann,
büßt der Besitzer die Hälfte der seitherigen
Pachtsumme ein. In solchen Fällen, in denen
eine feste Pachtsumme monatlich bezahlt wurde,
dürften die Verträge geändert werden. Die
Wirte in den Vorstädten wollen in Zukunst
über die Straße nur noch Bier an ihre flänstigen
Kunden abgeben.
be#erssches Lperiens.
Feilnbach, 17. Juni. Die Obstverkaufs-Vereinigung
veranstaltet am nächsten Sonntag
im Obermeierschen Gasthaus zum „Alten Wirt“
eine Versammlung. Landesinspektor Oelonomierat
Rebholz aus München spricht über „Zeitgemäße
Obstverwertung unter Berücksichtigung
des genossenschaftlichen Obstverkaufes".
Kommnnales.
Sitzung des Magistrats-Kollegiums
Rosenheim.
12. Juni 1915.
Vereh helichungszeugnis erhält Kaufsmann Julius
Niedermayr in Neuburg a. D. mit der
Bädermeisterstochter Agathe Koch von Dangendorf
in Württemberg.
Salinarbeiter Gg. Baumgartner von hier
erhält das Bürgerrecht gebührenfrei, da er an
den Feldzügen 1866 und 1870/71 teilgenommen
hat.
Das Heimatrecht wird verliehen an Taglöhner
Michael Rittmannsberger von Rattenberg
und Friedrich Krieg, Stationsgehilfe von
Schimmelbach. Beim Stadtmagistrat München
wird Antrag auf Verleihung des Heimatrechts
an den Drechslergehilfen Wolfgang Fischer gestellt.
Der Autrag auf Baulinienfestsetzung zwischen
Münchener= und Wittelsbacherstraße nebst Festsetzung
der Straßenhöhenage wird der Instrullion
u#ileiellt.
Nach Bekanntgabe der beiden Eingaben vom
26. April und 11. Mai, dann der hiewegen
gepflogenen Erhebungen und des Protokolls
der Finanzkommission vom 9. ni cr. wird
entsprechend dem Antrag der letzteren beschlossen:
„Allen städtischen Arbeitern, Beamten und
Angestellten mit einem Eesamtiarereinkommen
von nicht mehre als 1500 Mk. wird ab 1
1915 auf die Dauer des Krieges, jedoch vorerst
leinesfalls länger als bis zum Jahresschluß
1915, ohne Anerkennung einer Rechtsverbindlichkeit
eine Teuerungszulage gewährt und zwar
ledigen Arbeitern und Bediensteten sowie Familien
ohne Kinder 10 Pfg. pro Arbeitstag,
bezw. bei festem Monatsgehalt 2.50 Mk. pro
Monat, Familien mit 1—2 Kindern (Kinder
jeweils bis zum vollendeten 16. Lebensjahre)
20 Pfg. pro Arbeitstag bezw. 5 Mk. pro Monat.
Familien mit 3—1 Kindern 30 Pfg. pro
Arbeitstag bezw. 7.50 Mk. pro Monat, Fami-
.
lien mit 5
5 und mehr Kindern 40 El pro
Arbeitslag bezw. 10 Ml. pro Monat.“
Rosenheim, 18. Juni.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Sebastian Fobrner Oekonomenssohn von Rimsting,
Soldat im 2. Res.--Inf.-Reg.; Johann
Tribillian, —*t von Großhelfendorf,
Soldat im 12. Theodor Simbeck,
Bergmannssohn in tuin Feimsprecher im
16. Res.-Inf. Reg.; Ludwig Miller, Bergmann
in Miesbach, Landwehrmann im 12. Res.-Inf.=Reg.;
Johann Kirchmair aus Hausham, Landsturmmann
im 4. Tiroler Kaiser-Jäger-Reg.;
Otto Geieler, ergmann von Hausham, Richtkanonier
im Fuß-Art.-Reg.: Joses Huber,
lanpier s1 zum Holzerbräu in Ebersberg,
Obergefreiter im 1. Res.-Fuß-Art.-Reg.; Joann
Wegerer, Schreinergehilfe in “
Soldat im 16. Inf.-Reg.; Jalob Weichselbaumer
aus an Jäger im 1. Jäger-Bataillon.
Auszeichnungen im Felde. Das Militärverdienstkreuz
3. Kl. m. Schw. erhielt der Landwehrmann
Alois Lippl im 2. Landw.-Inf.-Rgt.,
Stationsdiener in Haag, Sohn des Bahnwärlters
Alois Lippl in Hochstätt. Zwei Söhne
der Witwe Anna Reisinger in Wolfsberg, Gde.
Breitbrunn, wurden ausgezeichnet, und zwar
Sebastian leisinger mit dem Eisernen Kreuz
und Johann Reisinger mit dem Verdienstkreuz
3. Kl. mit Krone und Schwertern.
Das Wohltätigkeitskonzert, welches
unser Opernsänger Degler mit dem Pianisten
Akademie-Prof. Schmid-Lindner veranstaltet,
findet morgen Samstag im Saale des
Hotels „Deutscher Kaiser“ statt. Der Vorverkauf
der Eintrittskarten hat bereits begonnen;
wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß
er im Sedanhof bei der Fürsorgestelle staltsindet.
Wie bereits bekannt, gelangt von den
Kompositionen des Herrn Stadtpfarrers Weber
auch das Lied „Der Schmied“ zum Vortrag;
heute können wir verraten, daß dieses
Lied vom Komponisten Herrn Degler selbst gewidmet
ist. Der Bechstein-Konzert-Flügel, auf
welchem Prof. Schmid-Lindner uns seinz Kunst
zeigt, ist von dem Musikhaus Alfred Schmid
Nachfolger in München unentgeltlich zur Verfügung
gestellt worden. Das Konzert beginnt
abencs 129 Uhr.
Erhebungen über die Ernte. Gemäß
Bundesratsverordnung vom 10. d. W.
findet in der Zeit vom 1. bis 4. Juli d. J.
eine Erhebung der Ernteflächen beim seldmäßi
gen Anbau von Getreide und Kartoffeln durch
Befragung der einzelnen Betriebsinhaber oder
ihrer Stetwertreter statt. Im Interesse der
Vollständigkeit und Richtigleit der Flächenan:
gaben, die in gwerlen und Dezimalen ein.
zutragen sind, ist es dringend notwendig, daß
die Betriebsinhaber bei der Erhebung ihre
Grundsteuerkatasterauszüge zur Hand haben.
Die Grundbesitzer wollen daher schon jetzt dafür
Sorge tragen, daß bei Beginn der Er
hebung ihre Grundsteuerkatasterauszüge zur Verfügung
stehen. Eine Bekanntmachung mit den
genauen Anweisungen zu dieser Erhebung wird
noch ergehen.
Nichtige Erntekaufsverträgc. Der
Bundesrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag
beschlossen, für nichtig zu erllären alle Kaufverträge
aus der inländischen Ernte des Jahres
1915 über Roggen, Weizen, Spelz, Hafer.
Gerste, allein oder mit anderem Getreide gemengt,
ferner über Mischfrucht, worin sich Ha
fer befindet und über Futtermittel, soweit die
Verträge nach dem 31. August 1915 zu ersüllen
sind. Dasselbe gilt auch für Verträge, die
vor Inkrafttreten der Verordnungn geschlossen
sind.
Die Jugendwehren vereinigten sich am
Donnerslagabend zu einer Gesamtübung auf dec
Lorettowiese. Unter Gesang und Trommel
schlag bewegte sich ein langer Zug durch die
Stadt. Die Jugendwehren sowohl unserer Mittelschulen
als auch der Turnvereine und des Ge—
rllenoereine nahmen daran teil. Auch die Lei
ter der Wehren und ein Teil der Lehrerschaft
beteiligte sich an der Uebung. Die Nacht war
schon hereingebrochen, als der lange Zug zurückmarschierte
und sich auf dem Max-Josef-Platz
auflöste. Demnächst soll eine Besichtigung der
Jugendwehren stattfinden.
Preiseverteilung des Gabelsberger-Stenographen-Vereins
Rosenheim.
Zur Gewinnung eines Urteils, wie die
Kursteilnehmer die stenographischen Lehrsätze erfaßt-
haben und anzuwenden verstehen, wird im
G.-St.-V. dahier seit Jahren am Schlusse des
Unterrichts ein Preiswettschreiben veranstaltet.
Dieses fand heuer am 26. April statt, wobei
im Redeschriftkurs 2, im Fortbildungelure 14
und im Amzängerkurs 10, zusammen 26 Arbeiten
eingeliefert wurden. Nach Preisbewertung
durch die Herren K. Sem.-Lehrer und
gepr. Lehrer d. St. L. Niklas (Unterrichtsleiter
im Era.2 Hauptlehrer und gepr. Lehrer
d Standinger, Magistr. Hit J.
Stürminger (Unt.-L. im Fortb.-K.) 2# l
uamtsoffzt. M. Nn ##rn
Anf.-K.) erfolgte am 14. m d. J. —
im Vereinszimmer d. Case Wendl die Prelsverteilung,
die sich eines Besuches von 25 Mitliedern,
Kursteilnehmern und zum Tell deren
Femilienongehorigen erfreuen durfte. Im Auf-
Sheistsührer des Vereins Herr Rottmüller die
Anwesenden und gedachte kurz der hervorragcnden
Leistungen ai#r. todesmutigen Vaterlandsverteidiger,
dank deren zu Hause eine unserer
herrlichsten Erfindungen deutschen Geistes,
die Gabelsbergersche Redezeichenkunst, wie mitten
im Frieden ungestört gepflegt und gefördert
werden kann und sohin auch das gute Exrgebnis
des heurigen Preiswettschreibens sich demjenigen
vorangehender J hre würdig anreihen darf.
Es erhlesten im Redeschriftkurs bei einem Fünfminutendiktat
von 120 Silben in jeder Minute
ein Herr und eine Dame je einen 3. Preis für
anerkennenswerte Leistungen, im Fortbildungs-=kurs
je einen 1. Preis für sehr gute Leistungen:
Herr Hans Hartung und Frl. Ilka Müller, je
einen 2. Preis für gute Leistungen: drei Damen
und ein Herr, einen 3. Preis für anerkennenswerte
Leistungen: 1 Herr, und je einen 4. Preis
für befriedigende Leistungen: dre i Damen; im
Anfängerkurs je einen 1. Preis: Herr Hans
Reichart (vorzügliche Leistungen), Frl. Auguste
reiner, Frl. Fini Mayr. Frl. Katharina
Garnreiter und Frl. Hermine Sinnesbichler
(lämtliche sehr gute Leistungen), ferner einen
2. Preis und einen 3. Preis je ein Herr und
1 Dame, einen 4. Preis eine Dame. (Gem.
Wettschreibordnung werden nur die Namen der
mit ersten Preisen Ausgezeichneten veröffentlicht.)
Die Preise bestanden in hübschen stenographischen
Büchern (Gebetbüchlein, Kriegserzählungen,
Rosegger- und stenogr. Zeitschriften)
mit Widmungsinschrift und erregten bei
den Beteiligten sichtliche Freude und Befriedigung.
Herr Rottmüller beglückwünschte die Ausgezeichneten
zu ihren schönen Erfolgen, ermunterte
sie alle, sich auch fortan der Pflege und
Vervollkommnung ihrer stenographischen Kenntnisse
und Fertigkeiten mit ungemindertem Eiser
zu widmen und schloß mit dem allseits sehr beisällig
ausgenommenen Wunsche, es möge recht
bald den zahlreichen, vor dem Feinde stehenden
Vereinsmilgliedern und Kursteilnehmern glückliche
Heimlehr und unserem lieben deutschen
Vaterlande ein ehrenvoller, dauernder Friede
beschieden sein. Durchwegs nahm die Preisverteilung
entsprechend dem Ernst der Gegenwart
einen einfachen, jedoch sehr würdigen Verlauf.
Gemüseausfuhr. Eine Verfügung des
Staatsministeriums des Innern besagt: Mit
Ermächtigung des Reichslanzlers wird die Uusfuhr
von frischem Gemüse mit Ausnahme von
Möhren (Karotten), Schoten, Bohnen aller Art
und Zwiebeln im Hinblick auf die Kaiserlche
Verordnung vom 31. Juli 1914 S8 1, 2 und
die Bekanntmachung des Neichslanzlets vom
gelichen Tage bis zum 10. Juli 1915 freigegeben.
Kraniche Nicheich ##
Fortbildungsschule Rosenheim.
de katholischen Schüler gehen Samstag, den
ds. Mts. und Sonntag, 20. ds. Mts.
16 den hl. Sakramenten. Beichtgelrgenheitt
Samstag, nachmittags ab 3 Uhr und abends
ab 127 Uhr. Sonntag früh 6 Uhr: Gemeinsame
hl. Kommunion. Eltern und Lehrherren
werden ersucht, den Schülern rechtzeitig hiezu
Gelegenheit zu geben.
Bunie Chronlt.
Verloren und wiedergefunden. Aus
Hatlingen a. d. Ruhr wird der „Franks. Ztg."
geschrieben: Die Verwundeten unseres Kriegslazaretto
waren gestern Gäste eines hiesigen
Kaufmanns. Alles war mit Lorbeer und Rosen
geschmückt, und die langen Tafeln waren reich
gedeckt. Musik und Gesang erhöhten die Freude
der Vaterlandsverteidiger. Unter den Klängen
der Musikkapelle ging es zum Lazarett zurück.
Kurz nach dem Einmarsch spielte sich dort ein
Ereignis ab, das allen, die dabei waren, unvergeßlich
bleiben wird. Ein junger Württemberger,
der in dem furchtbaren Granatfeuer von
Arras die Sprache verloren hatte, war bei der
Feier besonders fröhlich gewesen und legte auch
im Lazorett eine ganz besondere Heiterleit an
den Tag. Plötzlich brach er, von einem Nervenchok
besallen, zusammen. Alle Kameraden bemühten
sich um ihn. Ploglich erwachte der
Kranke und rief freudig aus: „Herr Gott, ich
lann ja wieder Ilreche FTalichuc hatte er
die Sprache wiedergefunden. Noch am Spätabend
gab der Geheilte seinen Eltern im Schwaberlonke
telegraphisch Nachricht von dem Ereignis.
Städl. Arbeilsamt Rofeuheim.
Offene Stellen: Hier: 2 Fuhrknechte,
2 Spengler, 10 Bauschlosser, 1 Sattler, 2 Säger,
2 Hauseiter, 6 Priontköchianen, 3-Hausmäg
Mä alles. Auswärts: 8
Fuhrkeechte, 91 Hemakneht, 4 Dienstbuben, 2
Unterschweizer, 2 Steiimegz, 1 nelöll. Spengler
und Installateur, 4 Schmiede, 6 Wagner,
1 Mechaniker, 6 Sattler, —— 2-Schreire,
3 Maurer nach Tirrl#1
Verkäufer in der Eisenbranche, 2 P. u#msster,
Erdarbeiter, Heuarbeiter, 65 St 1. uUnd Feldmägde,
6 Hausmägde, 5 Prioatiüchinnen, 3
Mädchen für alles, 1 Küchenmädchen, 3 Spure-=rinnen
[