Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  69.  1915.  353

Können  Bescheinigungen  der  zu  a  und  b  erwähnten  Art  nicht  gleich  beigebracht
  werden,  so  sind  bestimmte  Angaben  über  den  Dienstgrad,  die  Dienststellung
und  den  Truppenteil  oder  die  Behörde  des  Verstorbenen  erforderlich  und  als  Ausweise
  über  den  Tod  die  in  Händen  der  Antragsteller  befindlichen  Mitteilungen  der
Truppenteile  usw.,  Auszüge  aus  Kriegsranglisten  oder  Kriegsstammrollen,  Todesanzeigen
  und  Nachrufe  der  Truppenteile  und  Behörden  im  Militär-Wochenblatt
oder  in  sonstigen  Zeitungen  und  Zeitschriften  beizufügen.  Auch  ein  Hinweis  auf
die  Nummer  der  amtlichen  Verlustlisten  würde  genügen.

Auf  Antrag  stellt  das  Zentral-Nachweise-Bureau  des  Kriegsministeriums  in
Berlin  NW.  7,  Dorotheenstraße  48,  besondere  Todesbescheinigungen  aus.

B.  Versorgungsgebührnisse.
4.  Nach  Ablauf  der  Gnadenzeit  erhalten  die  Witwe  und  die  Kinder  —  letztere  bis  zu
18  Jahren  —  Witwen=  und  Waisengeld,  sowie  Kriegswitwen=  und  Kriegswaisengeld.
5.  Der  Antrag  auf  Bewilligung  der  Versorgungsgebührnisse  zu  4  ist  an  die  Ortspolizeibehörde')
  des  Wohnorts  oder  des  anläßlich  des  Krieges  gewählten  Aufenthaltsorts
  zu  richten.

An  Belegstücken  sind  beizufügen:

I.  )  die  Geburtsurkunden  der  Eheleute  (können  wegfallen,  wenn  die  Geburtstage
  aus  der  Heiratsurkunde  ersichtlich  sind  oder  wenn  nur  Waisen=  und
Kriegswaisengeld  beansprucht  wird  oder  wenn  die  Ehe  über  9  Jahre  bestanden
  hat);  «

II.“*)  die  Heiratsurkunde  oder,  wenn  Waisen  aus  mehreren  Ehen  versorgungsberechtigt
  sind,  die  betreffenden  Heiratsurkunden  (Geburts=  und  Heiratsurkunden
  der  vor  dem  1.  4.  1887  verheirateten,  bei  der  preußischen  Militärwitwenkasse
  versicherten  Offiziere  und  Beamten  befinden  sich  in  der  Regel
bei  der  Generaldirektion  der  preußischen  Militär-Witwenpensionsanstalt  in
Berlin  W.  66,  Leipziger  Str.  5);

III.  )  die  standesamtliche  Urkunde  oder  an  ihrer  Stelle  andere  Nachweise  (Bescheinigung
  oder  Mitteilung  des  Truppenteils,  Beileidschreiben  des  Kommandeurs,
  Kompagniechefs  usw.)  über  das  Ableben  des  Ehemanns  und,
falls  die  versorgungsberechtigten  Kinder  auch  ihre  leibliche  Mutter  verloren
haben,  noch  die  standesamtliche  Urkunde  über  das  Ableben  der  Ehefrau;

IV.*)  die  standesamtliche  Geburtsurkunde  für  jedes  versorgungsberechtigte  Kind
unter  18  Jahren;

V.  amtliche  Bescheinigung  darüber,  daß
a)  die  Ehe  nicht  rechtskräftig  geschieden  oder  die  eheliche  Gemeinschaft  nichr
rechtskräftig  aufgehoben  war  (kann  wegfallen,  wenn  in  der  Sterbe- 



*)  Hinterbliebene  von  Zivilbeamten  haben  sich  an  die  letzte  vorgesetzte  Behörde  des  Verstorbenen
  zu  wenden.

#)Anstelle  der  gebührendslichtigen  Auszüge  aus  den  Standesamtsregistern  sind  Bescheinigungen
  in  abgekürzter  Form  (nicht  Abschriften)  zulässig,  die  in  Preußen  unter  Siegel  und  Unterschrift
  des  Standesbeamten  kostenfrei  ausgestellt  werden,  die  entscheidenden  Tatsachen  ergeben  und
die  maßgebenden  Daten  in  Buchstaben  ausgeschrieben  enthalten.