Inhaltsverzeichnis : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

366  Nr.  72.  1915.

Bekanntmachung,

betreffend  Vorratserhebung  und  Beschlagnahme  über  Gummibereifung
für  Kraftfahrzeuge  jeder  Art.

Nachstehende  Verfügung  wird  hiermit  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht  mit  dem
Bemerken,  daß  jede  Übertretung  (worunter  auch  verspätete  oder  unvollständige  Meldung
fällh),  sowie  jedes  Anreizen  zur  Ubertretung  der  erlassenen  Vorschrift,  soweit  nicht  nach
den  allgemeinen  Strafgesetzen  höhere  Strafen  verwirkt  sind,  nach  §  9  Ziffer  „b“  des
Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851  (oder  Artikel  4  Ziffer  2  des
Bayerischen  Gesetzes  über  den  Kriegszustand  vom  5.  November  1912,  oder  nach  §  5
der  Bekanntmachung  über  Vorratserhebungen  vom  2.  Februar  1915)  mit  Gefängnis
bis  zu  sechs  Monaten  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu  10  000  Mark  bestraft  wird,  und  daß
Vorräte,  die  verschwiegen  sind,  im  Urteil  für  dem  Staat  verfallen  erklärt  werden  können.

 

—–.

 

 

 

*  1.
Von  der  Verfügung  betroffene  Gegenstände.

Meldepflichtig  und  beschlagnahmt  sind  vom  festgesetzten  Meldetag  ab  bis  auf
weiteres  sämtliche  Vorräte  an  Gummi-Bereifung  (Decken,  Schläuchen,  Vollreifen)  für
Kraftfahrzeuge  jeder  Art,  auch  die  an  Fahrzeugen,  für  welche  eine  erneute  Zulassungsbescheinigung
  nicht  erteilt  wird,  befindliche  Bereifung.

8  2.

Von  der  Verfügung  betroffene  Personen,  Gesellschaften  usw.
Von  dieser  Verfügung  betroffen  werden:

a)  alle  Personen  und  Firmen,  die  die  in  §  1  aufgeführten  Gegenstände  in  Gewahrsam
  haben,  soweit  die  Vorräte  sich  in  ihrem  Gewahrsam  undfoder  bei
ihnen  unter  Zollaufsicht  befinden;

b)  alle  Kommunen,  öffentlich  rechtliche  Körperschaften  und  Verbände,  die
solche  Gegenstände  in  Gewahrsam  haben,  soweit  die  Vorräte  sich  in  ihrem
Gewahrsam  undfoder.  bei  ihnen  unter  Zollaufsicht  befinden;

e)  alle  Empfänger  (in  dem  unter  a  und  b  bezeichneten  Umfang)  solcher  Gegenstände
  nach  Empfang  derselben,  falls  die  Gegenstände  sich  am  Meldetage
auf  dem  Versand  befinden  und  nicht  bei  einem  der  unter  a  und  b  aufgeführten

  Personen  ufw.  in  Gewahrsam  undoder  unter  Zollaufsicht  gehalten