Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  78.  1915.  419

Unteranlage  B.

...............  ,imnachstehenden,,Abnehmerin«.genannt,einerseits,und
der  Aktiengesellschaft  „Siemens“  Elektrische  Betriebe,  im  nachstehenden  „Werk“  genannt,
andererseits,  ist  bezüglich  Herstellung  eines  Anschlusses  an  das  Fernleitungsnetz  der
Überlandzentrale  Lübeck  und  der  Stromabgabe  aus  diesem  Leitungsnetz  zusätzlich  zu
den  allgemeinen  Stromlieferungsbedingungen  für  unmittelbare  Einzelabnehmer
(Anlage  2  der  Landesherrlichen  Genehmigung)  die  als  Bestandteil  dieses  Vertrages
gelten,  nachstehendes  vereinbart  worden.

81.

Die  Abnehmerin  erteilt,  soweit  rechtlich  dazu  in  der  Lage  ist,  dem  Werk  auf  die
Dauer  von  10  Jahren  das  ausschließliche  Recht  der  Abgabe  elektrischer  Energie  für  Beleuchtungs=
  und  Kraftzwecke  in  ihrem  Gebiet  und  gestattet  dem  Werk  weiter,  ebenfalls,
soweit  sie  rechtlich  dazu  in  der  Lage  ist,  auf  oder  in  den  ihr  gehörigen  Grundstücken  und
Gebäuden  und  den  in  ihrem  Bezirk  belegenen  Straßen,  Wegen  und  Plätzen  alle  für
einen  geordneten  Betrieb  der  in  Frage  kommenden  Fernleitungsstrecke  erforderlichen
Einrichtungen  unter  schonender  Berücksichtigung  der  Interessen  des  Abnehmers  treffen
-zu  können.  Abgaben  sind  für  diese  Benutzung  nicht  zu  entrichten.  Die  Streckenfestlegung
  muß  im  Einvernehmen  mit  der  Abnehmerin  und  der  zuständigen  Behörde  erfolgen.
  Als  Kraftzwecke  im  Sinne  dieses  Vertrages  gilt  die  Verwendung  der  Elektrizität
  zu  allen  anderen  Zwecken  als  zu  denjeniger  der  Beleuchtung.

Weiter  erlaubt  die  Abnehmerin  dem  Werk  die  kostenlose  Durchführung  von  Leitungen
  durch  ihr  Gebiet.  Auch  nach  Ablauf  der  im  Absatz  1  dieses  Paragraphen  festgesetzten
  Frist  bleibt  diese  Gestattung  der  kostenlosen  Durchführung  der  Leitungen  des
Werks  durch  das  Gebiet  der  Abnehmerin  und  der  Stromfortleitung  durch  dasselbe  bestehen
  und  zwar  bis  zum  1.  April  1953.  ç

Gleichzeitig  verpflichtet  sich  die  Abnehmerin,  während  der  im  Absatz  1  dieses
Paragraphen  genannten  Frist  weder  selbst  ein  Werk  für  Beleuchtungszwece  oder  Kraftzwecke
  zu  errichten,  noch  anderen  zum  Zwecke  der  Abgabe  von  elektrischer  Energie  an
Dritte  im  Bezirk  der  Abnehmerin  die  Führung  von  Starkstromleitungen  über  oder
unter  ihren  Grundstücken  und  den  in  loen  Bezirk  belegenen  Straßen,  Wegen  und
Plätzen  zu  gestatten,  soweit  diese  dazu  rechtlich  in  der  Lage  ist.

8  2.
Die  Ausführung  des  gesamten  Niedersanmungs-Verteilungsnedes  im  Ort  einschließlich
  der  einzelnen  Anschlußleitungen  bleibt  der  Abnehmerin  iberlaseen.  Dem
Werk  sind  jedoch  vor  Beginn  der  Ausführung  seitens  der  Abnehmerin  Pläne  der  Anlage