Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  93.  1915.  495

braucht  werden,  die  vor  dem  15.  Mai  1915,  mittags  12  Uhr,  mit  einer  der  unter  83,
Absatz  2  Ziffer  1a  d  genannten  Stellen  abgeschlossen  waren.  «

Die  amtlichen  Belegscheine,  aus  deren  Vordruck  alles  Nähere  zu  ersehen  ist,
werden  den  Personen,  die  unmittelbare  Lieferungsverträge  mit  dem  Bekleidungs-Beschaffungsamt
  oder  einem  deutschen  Kriegs-Bekleidungsamt  haben,  auf  Anfordern
vom  Wollgewerbemeldeamt  Berlin  SW.  48,  Verl.  Hedemannstraße  Nr.  11,  übersandt.

II.  Werden  Tuche,  die  mittels  des  Meldescheins  4  gemeldet  sind,  vom  Besteller
oder  dem  sonst  Empfangsberechtigten  nicht  angenommen,  oder  wird  für  sie  vom  Besteller
oder  sonst  Empfangsberechtigten  kein  amtlicher  Belegschein  beigebracht,  so  hat  sie  der
Lieferer  zur  Vermeidung  der  gesetzlichen  Strafe  unverzüglich  von  neuem  beim  Wollgewerbeamt
  anzumelden,  und  zwar  unter  Benutzung  des  Meldescheins  1.  Der  neue
Meldeschein  hat  einen  Hinweis  auf  die  bereits  früher  mittels  Meldescheins  4  erfolgte
Anmeldung  derselben  Tuche  zu  enthalten.

III.  Die  vor  dem  15.  Mai  1915,  mittags  12  Uhr,  einem  Spediteur  oder  Frachtführer
  übergebenen,  aber  erst  nach  dem  15.  Mai  1915  in  den  Besitz  des  Empfängers
gelangten  Waren  gelten  im  Sinne  der  Verfügung  als  schon  durch  die  Übergabe  an  den
Spediteur  oder  Frachtführer  in  den  Besitz  des  Empfängers  gelangt.

1V.  Kurze  Längen  (Kupons),  die  nicht  zu  der  Herstellung  eines  einheitlichen
Uniformstückes  (Rockes,  Mantels  oder  Hose)  ausreichen,  unterliegen  nicht  der  Bekanntmachung
  W.  I.  1/5.  15  K.  R.  A.  ·

V.  Freigabe  beschlagnahmter  Tuche  erfolgt  gegebenenfalls  durch  die  Kriegsrohstoff-Abteilung
  des  Kgl.  Preuß.  Kriegsministeriums.

VI.  Die  Regelung  der  weiteren  Herstellung  von  Militärtuchen  für  die  Zwecke
der  Militärbehörde  erfolgt  nur  durch  das  Bekleidungs-Beschaffungsamt,  Berlin  SW.  11,
Askanischer  Platz  4.

VII.  Die  in  §  9  für  die  Nachlieferung  von  Prüfungszeugnissen  gestellte  Frist
wird  bis  zum  30.  Juni  1915,  die  in  §  9  gestellte  Anmeldefrist  wird  bis  zum  20.  Juni
1915  einschl.  verlängert.  Maßgebend  für  die  Anmeldung  bleibt  der  tatsächliche  Zustand
am  15.  Mai  1915,  mittags  12  Uhr.

VIII.  Amtliche  Meldescheine  sind  nach  dem  30.  Juni  1915  nicht  mehr  in  den
Postanstalten,  sondern  nur  noch  bei  dem  Wollgewerbemeldeamt  erhältlich.

IX.  Ein  amtliches  Handbuch  mit  allen  Bestimmungen  über  die  Beschlagnahme
der  Militärtuche  und  die  Übernahme  der  geeigneten  Bestände  durch  die  Militärbehörde
ist  von  dem  Wollgewerbemeldeamt  zum  Preise  von  0,50  ¾  zu  beziehen.

Altona,  den  10.  Juni  1915.
Stellvertretendes  Generalkommando  IX.  Armeekorps.

v.  Roehl,
General  der  Artillerie.

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