Nr. 99. 1915. 527
verfahren, jedoch ist nach Abschluß der Rechnungen zunächst deren Einsichtnahme
von den Kreisbehörden während einer vor ihnen zu bestimmenden zweiwöchigen
Frist den die Bezirke der Kommunalverbände verwaltenden Ortsobrigkeiten und
Kommissaren — vgl. § 13 Absatz 1 dieser Ausführungsverordnung — zur Erhebung
etwaiger Erinnerungen frei zu stellen.
8 11.
Die Kreisbehörden für Volksernährung sollen nach Möglichkeit bei der Erfüllung
ihrer Aufgaben die die Bezirke der Kommunalverbände verwaltenden
Ortsobrigkeiten und Kommissare — vgl. § 13 Absatz 1 dieser Ausführungsverordnung
— zu selbständiger Tätigkeit heranziehen und ihnen vor der Beschlußfassung
über wichtige Maßnahmen Gelegenheit zu einer Außerung geben.
* 12.
Die Kreisbehörden für Volksernährung haben der Landesbehörde für Volksernährung
auf Erfordern Auskunft zu geben und ihren Weisungen Folge zu
leisten.
Die Landesbehörde für Volksernährung hat für das Großherzogtum die Befugnisse
einer besonderen Vermittelungsstelle im Sinne des § 59 der Bundesratsverordnung;
sie hat von diesen Befugnissen Gebrauch zu machen, soweit ein Bedürfnis
hervortritt.
8 13.
Die Vertretung der Bezirke der Kommunalverbände — vgl. 8 5 dieser
Ausführungsverordnung — nach außen und deren Verwaltung liegt der zuständigen
Ortsobrigkeit ob mit der Maßgabe, daß der ritterschaftliche Bezirk jedes
Kommunalverbandes von dem auf Grund der Verordnung vom 6. August 1914
für den betreffenden Aushebungsbezirk bestellten Kommissar vertreten und verwaltet
wird, der in dieser Eigenschaft die Bezeichnung führt: Kommissar des
ritterschaftlichen Bezirks des Kommunalverbandes N.
In jedem Bezirk ist über dessen Einnahmen und Ausgaben eine besondere
Rechnung zu führen. Zur Bestreitung der den Bezirken erwachsenden
Kosten sind von den ihnen angehörenden Ortschaften Beiträge zur Kasse des
Bezirks zu leisten; der von der zuständigen Kreisbehörde für Volksernährung
zu bestimmende Verteilungsmaßstab bedarf der Genehmigung der Landesbehörde
für Volksernährung. Die Beiträge können von den die Bezirke verwaltenden
Ortsobrigkeiten und Kommissaren durch Zwangsvollstreckung im
Verwaltungswege beigetrieben werden.