Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

542  Nr.  99.  1915.

Gemeinden,  die  nach  der  letzten  Volkszählung  mehr  als  zehntausend  Einwohner

hatten,  können  die  übertragung  verlangen.
§  55.

Die  Landeszentralbehörden  können  Bestimmungen  über  das  Verfahren  beim  Erlasse
  der  Anordnungen  treffen.  Diese  Bestimmungen  können  von  den  Landesgesetzen
abweichen.  d

lber  Streitigkeiten,  die  bei  der  Verbrauchsregelung  (&8  47  bis  54)  entstehen,
entscheidet  die  höhere  Verwaltungsbehörde  endgültig.

8  57.

Wer  den  Anordnungen  zuwiderhandelt,  die  ein  Kommunalverband  oder  eine  Gemeinde,
  der  die  Regelung  ihres  Verbrauchs  übertragen  ist,  zur  Durchführung  dieser
Maßnahmen  erlassen  hat,  wird  mit  Gefängnis  bis  zu  sechs  Monaten  oder  mit  Geldstrafe
  bis  zu  fünfzehnhundert  Mark  bestraft.

VI.  Ausführungsvorschriften.

8  68.

Erweist  sich  der  Inhaber  oder  Betriebsleiter  eines  Geschäfts  in  der  Befolgung
der  Pflichten  unzuverlässig,  die  ihm  durch  diese  Verordnung  oder  die  dazu  erlassenen
sinesihrungebesimmunge  auferlegt  sind,  so  kann  die  zuständige  Behörde  das  Geschäft

lließen.
Sie  kann  einem  landwirtschaftlichen  Unternehmer,  der  sich  in  der  Verwendung
seiner  Bestände  (5&  6,  32)  unzuverlässig  erweist,  das  Recht  der  Selbstversorgung  entziehen
  und  seine  Bestände  abweichend  von  der  Vorschrift  des  §  32  dem  Kommunalverband
  übereignen.

Gegen  die  Verfügung  ist  Beschwerde  zulässig.  ÜUber  die  Beschwerde  entscheidet  die
höhere  Verwaltungsbehörde  endgültig.  Die  Beschwerde  bewirkt  keinen  Aufschub.

 

"  §  59.
Die  Landeszentralbehörden  erlassen  die  erforderlichen  Ausführungsbestimmungen.
Sie  können  besondere  Vermittlungsstellen  errichten,  denen  die  Unterverteilung
und  die  Bedarfsregelung  in  ihrem  Bezirk  obliegt.

8  60.

VWer  den  von  den  Landeszentralbehörden  erlassenen  Ausführungsbestimmnugen
zuwiderhandelt,  wird  mit  Gefängnis  bis  zu  sechs  Monaten  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu
fünfzehnhundert  Mark  bestraft.

"  8  61.
„Die  Landeszentralbehörden  bestimmen,  wer  als  Kommunalverband,  als  Gemeinde,
als  Gemeindevorstand,  als  zuständige  Behörde  und  als  höhere  Verwaltungsbehörde  im
Sinne  dieser  Verordnung  anzusehen  ist.