Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

594  Nr.  106.  1915.

.--  len  dem  Werk  zur  Last  bei  Überschreitung  der  zulässigen  Fehlerzmten
  der  Fisnh  bo  voller  Belastung,  andernfalls  dem  Abnehmer.  Wird  der  Nachweis
  geführt,  daß  der  Zähler  die  Fehlergrenzen  überschreitet,  so  wird  diejenige  Stronmenge
  welche  zwischen  zwei  Ablesungen  über  die  zulässigen  Fehlergrenzen  von  +  5  %
hinaus  aufgezeichnet  oder  nicht  angezeigt  worden  ist,  dem  Abnehmer  vergütet  oder

86.

nachberechnet.
Herstellung  der  Anschlußanlagen.

20.  Die  Anschlußanlagen  sind  nach  freier  Wahl  des  Abnehmers  entweder  durch  das
Werk  oder  durch  vom  Werk  zugelassene  Unternehmer  auszuführen.  Die  näheren  Bestimmungen
  über  die  Zulassung,  von  Unternehmern  enthält  die  Anlage  5  der  Landesherrlichen
  Genehmigung.  *  *"*"

21.  Die  Ausführung  hat  zu  erfolgen  in  Übereinstimmung  mit:  "

I.  den  gesetzlichen  und  polizeilichei  Bestimmungen  und  den  Vorschriften  der
Reichspost,
II.  den  jeweiligen  Normalien,  Vorschriften  und  Leitsätzen  des  Verbandes
.  Deutscher  Elektrotechniker,
III.  den  Vorschriften  der  Jeuerversicherungsgesellschaften,
IV.  den  Installationsvorschriften  des  Werks  (Anlage  5  zur  Landesherrlichen
Genehmigung).  .

22.  Der  Anschluß  von  Stromverbrauchsgegenständen  durch  den  Abnehmer  selbst  oder

eine  andere  unbefugte  Person  ist  verboten.  ·  «"«
§-7.
überwachung  der  Einrichtungsarbeiten  und  Abnahme  der  Anlage.

23.  Dem  Werk  steht  das  Recht  zu,  die  Ausführung  der  Arbeiten  zu  überwachen  und
die  Materialien  zu  prüfen.  "

24.  Von  der  Fertigstellung  der  Anlage  hat  der  Unternehmer  dem  Werk  unter  gleichzeitiger
  Einreichung  der  vorschriftsmäßigen  Revisionszeichnungen  in  doppelter  Ausfüh—-rung
  schriftlich  Mitteilung  zu  machen.  ç  .

5  Aie  Anlagen,  auch  Erweiterungen  und  Veränderungen  werden  vor  der  Inbetriebnahme
  nach  Wahl  des  Abnehmers  entweder  durch  das  Werk  oder  durch,  einen  unporteiischen
  Sachverständigen,  dessen  Ernennung  im.  Streitfalle  dem  Großherzoglichen

#inisterium  des  Innern  zusteht,  auf  ihre  vorschriftsmäßige  Ausführung  geprift.

26.  Vorschriftsmäßig  befundene  Anlagen  muß  das  Werk  unverzüglich  anschließen.

27.  Falls  eine  Anlage  mangelhaft  oder  unvorschriftsmäßig  ausgeführt  ist,  steht  dem
Werk  das  Recht  zu,  die  Vollziehung  des  Anschlusses  bezw.  Zuführung  des  elektrischen
Stromes  solange  zu  verweigern,  bis  die  von  ihm  zu  einem  sicheren  Betriebe  für.  notwendig
  erachteten  Verbesserungen  ausgeführt  sind.  In  Streitfällen  entscheidet  das
Großherzogliche  Ministerium  des  Innern.  Das  Ministerium  kann  die  Entscheidung
jedoch  einer  anderen  Verwaltungsbehörde  übertragen,  oder  die  streitenden  Teile  auf  den
Rechtsweg  verweisen.  ·