Full text : Handbuch für Landgemeinde-Verwaltungen.

Reilnge  Tb.  507

 

bei  Bermeidung  feiner  Behandlung  al3  Srevler  feinen  Schaden
an  den  Gewädjien  des  Ntachbar3  verursachen.

&.  2.  Daher  it  e3  verboten,  daß  ein  Ader  in  der  Seld-Mur

  aufgeforjtet,  oder  mit  einer  bisher  noch  nicht  beftandenen
lebendigen  Hede  an  der  Grenze  des  Nachbars  bepflanzt  werde,
Waldwiejen  Dagegen  darf  der  Eigenthümer  in  Wald  verwane
deln,  desgleichen  Dedungen,  welche  wicht  unmittelbar  an  das
Aderland  des  Nachbarn  ftoßen.
88  Sn  gleicher  ®eile  ift  (Gel.  über  die  Beniütung  des
Wafjeri3  vum  28.  Mai  1852)  verboten,  daß  ein  Grundbefißer
durd)  Gräben,  welche  bisher  nicht  bejtanden,  oder  durch  fonft
eine  nee  Vorrichtung  Das  Wildwafjer  in  des  Grundnachbars
Eigenthum  Tprenge,  vielmehr  muß  diefen  Wafler  der  bisherige
auf  gelafjen  werden,  joferne  fich  nicht  alle  betheiligten  Orundbefier
  in  ®iüte  über  eine  Veränderung  einigen,  oder  cine
joldje  Veränderung  ohne  Schaden  und  Kojten  für  den  Nacjbar
vorgenommen  werden  Tanıt.

Unter  dem  Wildwaffer  ift  das  ftehende  Waffer  nicht  ver-Ttanden,
  weldjes  aus  troden  gelegten  Thalwiefen  abfließt  und
gegen  welches  fi)  der  Nachbar  nöthigenfalls  Durd  Gräben
auf  feinem  Grund  und  Boden  chüben  Tanıt.

8.  4.  Außer  den  obigen  Ausnahmzsfällen  ijt  fein  Orumdbefißer
  befugt,  in  feinem  Ader  die  Waflerfurcdhen  in  veränderter
  Richtung  anzulegen,  wenn  das  Durd)  viejelben  geleitete
Wildwaljer  an  anderer  Stelle  in  Dde8  Nachbars  Orumdeigenthum
  überfließt;  Teßterer  darf  aber  aud)  nicht  den  natürlichen
Ablauf  des  Waffers  hindern.

Selbft  reines  Negenwafjer  darf  fein  Grumdbefiger  Fintih
  in  fein  Grundftüc  leiten,  wenn  dasjelbe  in  des  Grumndnad)-bars
  Grumdftück  überfließt  und  Diefer  feine  Erlaubniß  Hiezu
gegeben  hat.  *)

8.5.  Bor  Tagesanbrud)  und  bei  eintretender  Nacht  darf
Niemand  die  Flur  betreten,  befondere  Fälle  ausgenommen,
in  welchen  beim  Flurwächter  vorher  Anzeige  zu  machen  ift.

8.  6.  Die  Flurwege  müffen  von  den  Anjtößern  unterhalten
  und  im  Srühjahre  jtet3  in  einen  gang=  und  fahrbaren
Zuftand  verjegt  werden,  Ddesgleichen  find  Ddiejelben  genau  einzuhalten.
  Schuttablagerungen  auf  den  Flurwegen  ohne  ort3=polizeiliche
  Genehmigung  find  verboten,  ebenjo  auf  ven  Hut-*)

  Blätter  für  Nchts:  Anm.  Bd.  1  ©.  59  ff.  und  Bo.  2  ©,  386  ff.