Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1917 (4)

Nr.  202.  1917.  1453

sowie  der  Dienst  der  für  die  Verwaltung  der  besetzten  fremden  Landesteile
zur  Verfügung  gestellten  Beamten.  Dem  Kriegsdienst  ist  auch  die  Zeit  gleich
zu  rechnen,  während  welcher  ein  Kriegsteilnehmer  der  vorbezeichneten  Art  infolge
  seiner  Gesundheitsschädigung  oder  aus  sonstigen  Gründen  über  die  Demobilmachung
  hinaus  beim  Heere  usw.  zurückgehalten  werden  sollte.  Dem
Dienst  bei  dem  Heere  usw.  ist  der  Dienst  in  einem  den  Deutschen  verbündeten
oder  befreundeten  Heere  usw.  gleich  zu  achten.

b  und  inwieweit  sonstige  Dienstverrichtungen,  welche  für  unmittelbare
Zwecke  des  Heeres,  der  Marine  oder  der  Schutztruppen  auf  Anforderung  geleistet
  sind,  sowie  die  Zeit  eines  unfreiwilligen  Aufenthaltes  im  Ausland  oder
in  einem  Schutzgebiete  dem  Kriegsdienste  gleich  gerechnet  werden  können,  bestimmt
  das  vorgesetzte  Ministerium  im  Einvernehmen  mit  dem  Finanzministerium.


2.  Als  Kriegsdienst  gilt  auch  der  vaterländische  Hilfsdienst,  der  auf
Grund  einer  Überweisung  (§  7  Abs.  3  des  Reichsgesetzes  vom  5.  Dezember
1916,  RBl.  S.  1333)  oder  auf  Grund  einer  von  der  vorgesetzten  Dienstbehörde
  ausgesprochenen  Beurlaubung  abgeleistet  ist.

Wie  weit  ein  sonst  übernommener  vaterländischer  Hilfsdienst  dem  Kriegsdienst
  gleichzuachten  ist,  bestimmt  das  vorgesetzte  Ministerium  im  Einvernehmen
mit  dem  Finanzministerium.

Auch  eine  Tätigkeit,  die  zwar  bereits  vor  dem  Inkrafttreten  des  Gesetzes
über  den  vaterländischen  Hilfsdienst  verrichtet,  aber  nach  den  Gesichtspunkten
dieses  Gesetzes  als  vaterländischer  Hilfsdienst  anzusehen  ist,  soll  als  vaterländischer
  Hilfsdienst  im  Sinne  dieser  Bestimmungen  behandelt  werden.

Art,  Umfang  und  Dauer  des  vaterländischen  Hilfsdienstes  sollen  beie
dessen  Beendigung,  insbesondere  durch  eine  Bescheinigung  der  Betriebsleitung
festgestellt  werden.

III.

Dem  Kriegsdienste  kann  bis  zum  Höchstmaße  von  9  Monaten  hinzugerechnet
  werden  die  Verzögerung,  die  eintritt:

1.  infolge  einer  im  Kriegsdienst  erlittenen  und  über  die  Zeit  nach  der
Beendigung  des  Kriegsdienstes  hinaus  wirkenden,  mit  Arbeitsunfähigkeit
  verbundenen  Gesundheitsschädigung,

2.  bei  denjenigen  Kriegsteilnehmern,  welche  ohne  Ausbruch  des  Krieges
innerhalb  eines  Jahres  seit  ihrer  Einberufung  zum  Kriegsdienste  zu
einer  vorgeschriebenen  Prüfung  hätten  zugelassen  werden  können,  infolge
  der  durch  den  Kriegsdienst  verursachten  Einbuße  in  der  Beherrschung
  des  zu  dieser  Prüfung  erforderlichen  Lernstoffs.