Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

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durch:  Lienhard,  Das  deutsche  Elsaß  (Stuttg.
1914);  Unser  Recht  auf  E.«,  Sammelwerk  (herausg.
von  K.  Strupp,  Münch.  1918);  Ruland,  E.  und  die
internationale  Lage  (Freib.  i.  Br.  1918).

"Emden,  deutscher  Kleiner  Kreuzer  (erbaut  1908;
3600  t),  der  unter  Fregattenkapitän  Karl  v.  Müller
der  engl.  u.  japan.  Handelsschiffahrt  durch  Versenken
von  Handelsdampfern  (34  engl.,  10  franz.,  7  japan.)
erheblichen  Schaden  zufügte.  Vgl.  Bd.  I.  S.  270f.

Emmich,  Otto  von,  preuß.  General,  geb.  4.  Aug.
1848  zu  Minden  i.  W.,  gest.  22.  Dez.  1915  in  Hannover,
  1894  Kommandeur  des  Jägerbataillons  11,
1897  Oberst,  1905  Generalleutnant,  1909  kommand.
General  des  10.  Armeekorps  in  Hannover,  1912  in
den  erblichen  Adelsstand  erhoben,  erstürmte  7.  Aug.
1914  die  belg.  Festung  Lüttich  und  war  Korpsführer
in  der  Karpathenschlacht.  —  Bild  s.  Bd.  II  bei  S.  180.

Emnpire,  das  engl.  Weltreich  im  Gegensatz  *
„Country-,  dem  Mutterland  Großbritannien.  Vgl.
Bd.  I.  S.  102ff.

Ems.  In  E.  fand  1.—2.  Dez.  1918  ein  Vertretertag
  der  Frontsoldaten  statt,  der  2  für  die  Regierung
Ebert-Haase  erklärte.

England,  s.  Großbritannien.

Englische  Zeitungen,  s.  Bd.  II.  S.  830  f.  sowie
Northelisse  und  Pearson.

Enteignung,  insbes.  von  Lebensmitteln  zur  Abwehr
  wirtschaftlicher  Schädigungen  der  Zivilbevölkerung;
  vgl.  Bd.  1.  S.  425.

Ge  (franz.),  Einverständnis;  im  Kriege  zunächst
  Bezeichnung  für  den  Dreiverband  England-Frankreich-Rußland,
  später  nach  dessen  Erweiterung
durch  Italien  und  die  Verein.  Staaten  überhaupt  für
die  den  Mittelmächten  feindliche  Mächtegruppe.  Als
Entente  cordiale  (Herzliches  Einvernehmen  )  wurde
(nach  dem  Vorgang  Ludwig  Philipps  1843)  bereits
das  durch  das  engl.-franz.  Kolonialabkommen  vom
8.  April  1904  eingeleitete  Bündnis  zwischen  England
und  Frankreich  bezeichnet,  dem  Rußland  am  31.  Aug.
1907  durch  Bereinigung  der  Differenzen  mit  England
  in  Persien  beitrat.  Vgl.  Bd.  I,  S.  128  ff.  sowie
Paul  Rohrbach  u.  J.  Kühn,  Die  Brandstifter  der
E.  (Berl.  1918).

Entfernungsmesser,  Vorrichtung  zur  Bestimmung
  der  Entfernung  ohne  mechanische  Ausmessung.
Das  Prinzip  der  E.  ist  das  der  Dreieckmessung  aus
einer  Seite  und  den  anliegenden  Winkeln,  wobei  die
Seite  (Basis)  in  dem  E.  selbst  liegt  und  das  Dreieck
gieichschentlig  gemacht  wird,  so  daß  nur  ein  Winkel  zu
bestimmen  bleibt;  die  Teilung  gibt  unmittelbar  die
Entfernung  an.  Da  die  E.  um  so  genauer  wirken,
je  länger  die  Basis  ist,  so  vergrößert  man  diese  künstlich
  durch  Spreizen  der  beiden  Schenkel  des  E.8;  letterer
  wird  nach  dieser  Anordnung  dem  Scherenfernrohr
  (s.  d.)  gleich,  ist  also  für  die  Beobachtung  mit
zwei  Augen  bestimmt  (stereoskopische  E.).  Das
Prinzip  der  monokularen  E.  beruht  darauf,  daß
man  entweder  zwei  übereinanderliegende  Bilder  zur
Deckung  oder  zwei  nebeneinander  erscheinende  Bilder
auf  den  gleichen  Abstand  von  einer  Mittellinie  bringt.
Manhat  dazuein  Prisma  durch  Schraubendrehung  zu
verschieben,  und  die  Größe  der  Verschiebung  gibt  ein
Maß  der  Entfernung.

Entlaunsung,  s.  Läuse  sowie  Bd.  I,  S.  307.

Enwer  HPases  türk.  General,  geb.  1882  in  Konstantinopel,
  schloß  sich  als  einer  der  ersten  türk.  Offiziere
  der  revolut.  Bewegung  an  und  spielte  in  dem
Komitee  zu  Saloniki  1908  eine  Hauptrolle.  1909

Emden  —  Ersatzstosse

türk.  Militärattacht  in  Berlin,  nahm  E.  im  selben
Jahre  an  der  Niederwerfung  der  Gegenrevolution  zu
Konstanlinopel  teil  und  organisierte  im  Tripolitan.
Krieg  1911  den  Volkskrieg  gegen  die  Italiener,  war
im  Balkankrieg  Generalstabschef  des  10.  Armeekorps
(Gallipoli)  u.  Führer  bei  dem  jungtürkischen  Putsch
23.  Jan.  1913,  der  die  Fortsetzung  des  Krieges  erzwang.
  E.  nahm  22.  Juli  1913  Kirkkilisse  und  Adrianopel.
  Okt.  1914  wurde  er  Kriegsminister  und  Chei
des  Generalstabs  und  leitete  die  Winteroffensive  int
Kaukasus,  wurde  Anfang  1915  Vizegeneralissimus.
Sept.  Divisionsgeneral.  Nach  dem  Zusammenbruch
floh  E.  ins  Ausland  und  wurde  von  der  neuen  tkürk.
Regierung  in  contumaciam  zum  Tode  verurteilt.  E.
organisierte  darauf  im  Innern  Kleinasiens  den  Volkskrieg.
  —  Bild  s.  Bd.  II  bei  S.  62.

*“  ges,  les,  s.  Bd.  I.  S.  205.

Epirus,  nordwestlichste  Landschaft  des  alten  Hellas.
Die  nördl.  Bezirke  Argyrokastro  und  Koritza  wurden
Ende  Okt.  1914  von  griech.  Truppen  besetzt  und  April
1916  durch  Griechenland  annektiert.

Erdtelegraphle,  aus  dem  Abhorchen  hervorgegangene
  Art  der  Nachrichtenvermittlung  ohne  Leitungsdraht;
  stait  dieses  wird  die  Erde  benutzt.  Wei.
teres  s.,  Das  Nachrichtenwesen  im  Weltkriege“,  S.  164.

Erkenpungsmarke,  metallene  Markemit  Angale
v.  Truppenteil  u.  Stammrollennummer,  bei  Offizieren
(später  allgemein)  auch  des  vollen  Namens,  in  Kriege
von  allen  Militärpersonen  auf  der  Brust  getragen.

Erkundung,  Untersuchung  und  Erforschung  des
Kriegsgeländes,  der  Kriegslage  u.  Kriegsmaßnahmen
beim  Feinde;  vgl.=  Die  Gesechtstaktik  um  Landkricg-,
S.  147.  —  über  den  Erkundungsdienst  durch  Flugzerg
  s.  »Der  Luftkrieg«,  S.  156.

rnährung.  Bald  nach  Ausbruch  des  Krieges
machten  sich  Maßnahmen  notwendig,  die  E.  des  deutschen
  Volkes,  die  durch  die  veränderte  wirtschaftliche
Lage  und  besonders  durch  die  Blockade  (s.  d.)  bedroht
war,  nach  Mögleichkeit  sicherzustellen.  Darüber  s.  Bd.
I.  S.  385  f.,  402  u.  423ff.,  für  Österreich  Bd.  I,  S.
407.  Später  trat  dazu  die  vom  Kriegsernährungsamt
  durchgeführte  ersorgungetüiig  eit,  s.  Bd.  1I,
S.  352f.  sowie  Deutsches  Reich  0).

Ernst,  1)  Prinz  von  Sachsen-Meiningen.
geb.  23.  Sept.  1895  in  Hannover,  Sohn  des  bei  Namur
(23.  Aug.  1914)  gefallenen  Prinzen  Friedrich,  Dragonerleulnant,
  fiel  vor  Maubeuge  18.  Ang.  1914.—
2)  Prinz  zur  Lippe,  Sohn  des  Prinzen  Nudolf.
des  Oheims  des  Fürsten  Leopold  IV.,  geb.  20.  Jan.
1892,  fiel  als  Leutnant  bei  Villers  lez  Guise  bei  St.
Quentin  am  28.  Aug.  1914.

Ersatzfaserstoffe,  s.  den  Aufsatz  S.  2or.

Ersatzglieder  (Kunstglieder),  s.-Urztl.  Kriegs
beschädigtenfürsorge,  S.  176.

Ersatzmetalle,  s.  Sparmetalle

Ersatzstoffe.  Im  Kriege  zwang  die  Absperrung
der  Milkelmächte  vom  Weltmarkt  dazu,  wichtige  Stoffe
durch  andere  zu  ersetzen.  Kriegsers  agstof  fe  wur.
den  daher  aufmannigfachen  Gebieten  eingeführt.  Vgl.
Bd.  L,  S.  296  f.  über  die  wichtigen  Ersatzmetalle  f.
Sparmetalle,  über  -Ersatzfaserstoffe“  s.  Bd.  III,  S.
179.  Sehr  viele  E.  stellten  sich  als  minderwertig,
manche  sogar  als  schädlich  heraus,  insbes.  auf  dem
Gebiete  der  Ersatznahrun  gamitter  So  wurde  Eiersag
  hergestellt,  der  keine  Eiweißstoffe  enthielt,  sondern
  nur  aus  gefärbtem  Maismehl  bestand.  Butter.
Rrechungzm  tier  waren  gefärbte  Mehle  mit  Salz;

leischersatzpräparate  konnten  weder  nach  Her-