Full text : Volkstümliches aus dem Königreich Sachsen auf der Thomasschule gesammelt. Zweites Heft. (2)

56  Tschumperlieder.

266.  De  Weiber  se  thane,  se  genge  su  stolz,
'N  Sonntig  spazieren,  'n  Mätig  ens  Holz.
Se  haben  de  modigsten  Kläder  oft  a
Un  ham  en  zerrissene  Onterrock  dra.  (Ders.)

267.  Madel  von  der  entern  Mihl,
Hänelt  mit  Petersiel,
Hänelt  mit  Meierä,
Kriegt  se  kan  Mä.  (Ders.)

268.  Es  war  e  Fra  von  achtzig  Jahrn,
Die  wollt  mer  net  pariern,
Da  nahm  ich  unsern  Stiefelknecht
Und  ließ  se  exerciern.
(Gerlach  III  a.,  Erzgeb.)

269.  C  alte  Fra  von  achtzig  Jahrn,
Die  kochte  fei  mal  Linsen,
Und  als  're  Troppen  an  Arm  gespritzt,
Da  fing  se  an  ze  grinsen.  (ebd.)

270.  Mer  home  Lied  gesunge,
Das  höt  net  sche  geklunge,
Miß  mer  noch  ans  singe,

Das  muß  schenner  klinge.  ebd)

ebd.

271.  Was  soll  ich  denn  nu  singe,
Wenn  ich  nu  nischt  me  käa:
E  Stub  voll  klene  Kinner,
Derzu  en  alten  Mä.
De  Kinner  die  sei  lustig,
Der  alte  Mä  i  däb  staubl,
Un  wenn  mern  schickt  nach  Zwiebeln,
Da  bringt  er  en  Sack  voll  Läb  ([Laubl.
(ebd.)