Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

Nr.  178.  1918.  1399

g  53.
Erxgebnis  der  Prüfung.

Das  Prüfungsamt  stellt  in  gemeinsamer  Beratung  das  Urteil  über  die  Prüfung
fest.  Hierbei  sollen  neben  dem  Ergebnis  der  schriftlichen  Prüfung,  der  Lehrproben  und
der  mündlichen  Prüfung  besonders  die  Beobachtungen  über  die  praktische  Betätigung
und  das  Streben  des  Kandidaten  während  der  Vorbereitungszeit  bestimmend  sein.  Es
kommt  darauf  an,  festzustellen,  ob  der  Kandidat  einen  klaren  Einöli  in  die  Aufgaben
der  Erziehung  und  des  Unterrichts  gewonnen  hat  und  fähig  äst,  die  gewonnene  Einsicht
in  die  Tat  umzusetzen.  Auch  ist  von  Wichtigkeit,  daß  der  Kandidat  imstande  ist,  sich
in  einer  auf  grammatisch  sicherer  Grundlage  ruhenden  und  durch  gute  Lektüre  gebildeten
  Sprache  in  klarer  Darstellung  mündlich  und  schriftlich  auszudrücken.

Ist  die  Prüfung  bestanden,  so  ist  das  Ergebnis  in  eins  der  Urteile:  „genügend
bestanden“,  „gut  bestanden“,  „mit  Auszeichnung  bestanden“  zusammenzufassen.

8  siteh  zweifelhaften  Fällen  wird  abgestimmt;  bei  Stimmengleichheit  entscheidet  der
orsitzende.

Hat  der  Kandidat  die  Prüfung  nicht  bestanden,  so  beschließt  das  Prüfungsamt,  ob
er  noch  ein  halbes  oder  ein  ganzes  Jahr  seiner  Vorbereitungszeit  zuzusetzen  und  dann
die  pädagogische  Prüfung  zu  wiederholen  hat,  oder  ob  er  überhaupt  für  den  höheren
Schuldienst  nicht  geeignet  ist  und  ob  deshalb  seine  sofortige  Entlassung  aus  dem
höheren  Schuldienst  dem  Ministerium,  Abteilung  für  Unterrichts-Angelegenheiten,
empfohlen  werden  muß.  Über  die  Anstalten,  denen  die  Kandidaten  zur  Wiederholung
des  letzten  Abschnitts  der  Vorbereitungszeit  zu  überweisen  sind,  entscheidet  das  Ministerium,
  Abteilung  für  Unterrichts-Angelegenheiten.  Kandidaten,  die  zum  zweiten  Male
die  Prüfung  nicht  bestehen,  sind  aus  dem  höheren  Schuldienst  zu  entlassen  (Anl.  8  u.  9).

§l  54.

Zeugnis.

Über  die  bestandene  Prüfung  erhält  der  Kandidat  ein  Zeugnis,  in  dem  Bezug
genommen  wird  auf  das  Zeugnis  über  die  wissenschaftliche  Prüfung  mit  Angabe  der
Haupt-,  Neben=  und  Zusatzfächer  sowie  der  Einzelurteile  und  des  Gesamturteils.  Sodann
  wird  das  Ergebnis  der  pädagogischen  Prüfung  nach  §  53  angegeben  (Anl.  6).

Wegen  Zuerkennung  der  Anstellungsfähigkeit  ist  das  Zeugnis  durch  den  Direktor
dem  Ministerium,  Abteilung  für  Unterrichts-Angelegenheiten,  einzureichen  (Anl.  7).

g  55.

Gebühren.

Die  Gebühren  betragen  für  die  pädagogische  Prüfung  40  4,  ebenso  für  die
Wiederholung  der  Prüfung.

 

g  56.
übergangsbestimmungen.

Z„  Von  der  gegenwärtigen  neuen  Prüfungsordnung  treten  mit  dem  15.Oktober  1918
in  Kraft  die  Bestimmungen:

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