Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

Nr.  41.  1918.  298

ausgestellt  ist.  Die  Papierfabriken  dürfen  Sackpapier  nur  gegen  Aushändigung  der  mit
dem  Stempel  der  Verteilungsstelle  für  Sackpapier  versehenen  Bezugsscheine  abgeben.

§  3.

Der  Bedarf  an  geklebten  Papiersäcken,  soweit  er  nicht  aus  den  eigenen  Beständen
gedeckt  werden  kann,  ist  von  den  Verbrauchern  bis  zum  15.  des  letzten  Monats  eines
jeden  Kalendervierteljahres  für  das  folgende  Kalenderpiertelfahr  bei  der  Reichs-Sackstelle,
  Geschälfsabteilung,  Berlin  W.  35,  Lützowstraße  89/90,  auf  dem  vorgeschriebenen
  Formblatt  anzumelden.  Hierbei  ist  anzugeben,  von  welcher  Sackfabrik  oder  von
welchem  Händler  die  Säcke  bezogen  werden  sollen.

8  4.

Die  Reichs-Sackstelle  stellt  nach  Prüfung,  ob  die  Bedarfsanmeldung  begründet

zt  und  der  Bedarf  gedeckt  werden  kann,  zum  Bezug  der  Säcke  Belegscheine  aus.  Der

elegschein  berechtigt  den  Verbraucher  zum  Bezug  der  Säcke  von  den  Sackfabriken.
Wünscht  der  Verbraucher  die  Säcke  von  einem  Händler  zu  beziehen,  so  wird  der  Belegschein
  auf  den  vom  Verbraucher  benannten  Händler  ausgestellt.

Der  Belegschein  ist  nicht  übertragbar  und  verliert  seine  Gültigkeit  nach  Ablauf
der  Frist,  für  die  er  ausgestellt  ist.

Die  Sackfabriken  dürfen  Säcke  an  die  Verbraucher  nur  gegen  Aushändigung  der
Abschnitte  des  Belegscheins  und  an  die  Händler  nur  mit  Genehmigung  der  Reichs-Sackstelle
  abgeben.

Der  Abschluß  von  Verträgen  über  künftige  Lieferungen  ist  gestattet.

§  5.
4  Die  Sackfabriken  dürfen  die  Säcke  nur  unter  den  vom  Verband  Deutscher  Papiersackfabrikanten
  zu  Berlin  festgesetzten  und  von  der  Reichs-Sackstelle  genehmigten  Lieferungsbedingungen
  abgeben  und  dürfen  für  die  Säcke  nicht  mehr  als  die  in  der  Anlage
festgesetzten  Preise  nehmen.

86.

Bedarfsanmeldungen  unter  10  000  Stück  werden  durch  Zuweisung  bei  den  von
der  Reichs-Sackstelle  damit  beauftragten  Händlern  gedeckt.  Letztere  sind  verpflichtet,  für
die  rechtzeitige  Ergänzung  ihres  Lagers  Sorge  zu  tragen.  Sie  haben  bis  zum  10.
des  letzten  Monats  eines  jeden  Kalendervierteljahres  ihren  voraussichtlichen  Bedarf
für  das  folgende  Kalendervierteljahr  bei  der  Reichs-Sackstelle  anzumelden.  Sie  erhalten
zum  Erwerb  der  Säcke  Belegscheine  ausgestellt  und  haben  ihren  Bedarf  in  erster  Reihe
bei  den  nächstgelegenen  kleinen  und  mittleren  Sackfabriken  zu  decken.  An  die  Verbraucher
dürfen  sie  Säcke  nur  auf  Anweisung  der  Reichs-Sackstelle  abgeben.  Sie  dürfen  die  Säcke
nur  unter  den  vom  Verband  Deutscher  Papiersackfabrikanten  in  Berlin  festgesetzten
Lieferungsbedingungen  abgeben  und  als  Vergütung  bei  Lieferungen  unter  1000  Stück
nicht  mehr  als  15  %,  bei  Lieferungen  von  1000—5000  Stück  nicht  mehr  als  10  ½
und  bei  Lieferungen  von  5000—10  000  Stück  nicht  mehr  als  5%  der  in  der  Anlage
festgesetzten  Preise  nehmen,  wozu  bei  Stückgutsendungen  noch  2  Pf.  pro  Sack  für  Verpackung
  kommen.  Sackfabriken,  die  gleichzeitig  ein  Lager  für  die  Reichs-Sackstelle  halten,

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