Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

516  Nr.  68.  1918.

3.  Die  Räume  sollen  für  sich  allein  mit  allen  denjenigen  Einrichtungen  und  Instrumenten
  ausgestattet  sein,  welche  für  die  Züchtung  von  Mikroorganismen  und  zur
Anstellung  von  Tierversuchen  erforderlich  sind;  namentlich  dürfen  nicht  fehlen:

a)  ein  mit  sicherem  Schlosse  versehener  Behälter  zur  Aufbewahrung  lebender
Kulturen  und  verdächtigen  Materials  (vgl.  §  6  Abf.  3),

b)  Einrichtungen  für  sichere  Unterbringung  der  Versuchstiere  (am  zweckmäßigsten
  hohe,  in  Wasserdampf  sterilisierbare  Glasgefäße  mit  Drahtumhüllung
  und  fest  anschließendem  Drahtdeckel  mit  Watteabschluß),  ferner
Einrichtungen  für  die  Offnung  der  Tiere,  für  die  Vernichtung  der  Kadaver
und  sonstiger  infizierter  Gegenstände,  wie  Streumaterialien  und  Futterreste
z.  B.  Verbrennungsofen,  Dampfsterilisator,  Gefäße  mit  konzentrierter
Schwefelsäure),

c)  ein  hinreichend  großes  Gefäß  mit  breiter  Offnung  für  Kresolwasser,  in
welches  Kadaver  und  Kadaverteile  vor  der  Sektion  zur  Vernichtung  des
an  ihnen  haftenden  Ungeziefers  gelegt  werden  können,

d)  Einrichtungen  zur  Desinfektion  und  Reinigung  der  Hände  (Waschvorrichtung)
  und  aller  bei  den  Arbeiten  gebrauchten  Gegenstände  (z.  B.  Autoklav
oder  Dampfsterilisator,  Heißluftsterilisator).

4.  Andere  Gegenstände,  als  die  zur  Ausführung  der  Untersuchung  erforderlichen,
dürfen  in  den  Räumen  nicht  untergebracht  werden.  »

Die  Verwendung  von  Dienern  bei  den  Arbeiten  mit  den  Erregern  der  Pest,
des  Rotzes  oder  der  Maul-  und  Klauenseuche  oder  mit  Material,  das  solche  Erreger
enthält  oder  zu  enthalten  verdächtig  ist,  ist  nur  dann  gestattet,  wenn  sie  über  die  aus
einer  Verschleppung  dieser  Krankheitserreger  entstehenden  Gefahren  wohl  unterrichtet
und  in  der  sachgemäßen  Behandlung  bakteriologischer  Geräte,  Kulturen  und  infizierter
Tiere  gut  ausgebildet  sind.

Alle  dem  Diener  etwa  übertragenen  Arbeiten  (wie  Reinigung  des  Laboratoriums,
Fütterung  der  Tiere,  Desinfektion  und  Reinigung  der  Käfige,  Unschädlichmachung  und
Vernichtung  des  Mistes,  der  Streu  und  der  Kadaver)  haben  nach  genauer  Anweisung
des  Leiters  zu  geschehen.

Der  Diener  darf  nur  zur  Ausführung  von  Anordnungen  des  Leiters  oder  seines
Vertreters  in  den  Arbeitsräumen  sich  aufhalten,  sobald  dort  mit  Pestmaterial  gearbeitet
  wird.  «

Die  Kulturen  der  Erreger  der  Pest,  des  Rotzes  und  der  Maul=  und  Klauenseuche
sowie  das  mit  solchem  behaftete  oder  verdächtige  Material  sollen  unter  sicherem  Verschluß
  aufbewahrt  werden  und  dürfen  dem  Diener  nicht  zugänglich  sein.

88.

Der  Leiter  der  Arbeiten  mit  Krankheitserregern  hat  für  die  dauernde  ordnungsmäßige
  Instandhaltung  und  für  den  gesamten  Betrieb  in  den  Arbeitsräumen,  namentlich
  für  die  Durchführung  der  bei  dem  Aufbewahren  von  Kulturen,  insbesondere  solchen
der  Pesterreger,  sowie  bei  Tierversuchen  zu  beobachtenden  Maßregeln  Sorge  zu  tragen.
Er  darf  in  Behinderungsfällen  sowie  für  einzelne  Arbeiten  und  Verrichtungen  nur
solche  Persönlichkeiten  mit  seiner  Vertretung  betrauen  oder  zu  seiner  Hilfe  heranziehen,
welche  nach  Vorbildung  und  persönlichen  Eigenschaften  (Zuverlässigkeit  usw.)  imstande