Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

Nr.  80.  1918.  629

(3)  Bekanntmachung  vom  26.  April  1918,  betrefsend  das  Verbot  des  Haltens
von  Luxuspferden.

Nachstehende  Verordnung  des  Königl.  stellvertretenden  Generalkommandos  des
L.  Armeekorps  zu  Altona  vom  14.  April  1918  wird  hierdurch  zur  allgemeinen
Kenntnis  gebracht.

In  den  ritterschaftlichen  Bezirken  des  Kommunalverbandes  sind  die  in
Ziffer  4  und  5  der  Verordnung  des  Generalkommandos  beregten  Geschäfte  von
dem  für  den  Bezirk  bestellten  Großh.  Kommissar  wahrzunehmen.

Schwerin,  den  26.  April  1918.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium  des  Innern.
L.  v.  Meerheimb.

rb.  Nr.  67  127.  Nr.  675.  Altona,  den  14.  April  1918.

HReue  Verordnung,
betreffend  Verbot  des  Haltens  von  Luxuspferden.

Die  Verordnung  Ib  Nr.  188  944  vom  24.  November  1917  —  KVl.  2281/17  —
hat  den  von  mir  erwarteten  Erfolg  —  restlose  Nutzbarmachung  der  Luxuspferde  für  die
Kriegswirtschaft  —  nicht  gezeitigt.  Ich  hebe  daher  die  genannte  Verordnung  mit  dem
1.  Mai  1918  auf  und  ordne  dafür  im  Interesse  der  Erhaltung  des  für  die  Kriegswirtschaft
  außerordentlich  wichtigen  Pferdematerials  auf  Grund  des  §  9b  des  Gesetzes  über
den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851  folgendes  an:

1.  Die  Haltung  von.  Luxuspferden  ist  verboten.  Alle  etwa  noch  vorhandenen
Luxuspferde  sind  bis  1.  Mai  dem  Erwerbsleben  zuzuführen.

2.  Luxuspferde  im  Sinne  dieser  Bekanntmachung  sind  alle  Pferde,  die  nicht  in
kriegswichtiger  Weise  im  Gewerbe,  Handel,  Industrie  und  Landwirtschaft  als  Gebrauchspferde
  tätig  sind,  oder  nicht  vom  ordentlichen  Pferdehandel  für  den  dauernden
schnellen  Ausgleich  der  Pferdebestände  verwendet  werden.

3.  Jede  andere;  wenn  auch  nur  zeitweise,  Benutzung  von  Pferden  als  in  kriegswichiiger
  Weise  zum  Gebrauche  im  Gewerbe,  Handel,  Industrie  und  Laudwirtschaft  ist

erboten.

4.  Die  Bestimmungen  der  Ziffern  1  und  3  gelten  nicht:

3  für  die  Pferde  der  Mitglieder  der  regierenden  deutschen  Familien,

b  2  die  Pferde  der  Gesandten  fremder  Mächte  und  des  Gesandtschaftspersonals,


e)  für  die  Pferde  der  Beamten  im  Reichs=  oder  Staatsdienste,  soweit  sie  zum
Dienstgebrauch  notwendig  sind,

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