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mit der deinigen verflocht, ja daß du überhaupt einen solchen hatteft?
Du selbst haft mir's gesagt. Deine letzten acht Jahresringe sind zwar
schwach, denn du bist alt geworden, und es strömte nicht mehr üppig
schaffendes Leben in deinem Ceibe, aber sie sind ringsherum von
gleicher Breite. Klle übrigen jedoch sind nach der einen Seite hin viel
schmaler als nach der andern, wodurch dein Mark sehr weit seitlich
liegt. An dieser Seite stand dein Nachbar, der dich hinderte, ringsherum
gleichmäßig anzubauen. Als er beseitigt war, hinderte dich
nichts mehr daran. —
Seht, ihr mächtigen Stämme, so gibt mir jeder von euch seine
Geschichte zu lesen, so seid ihr mir die Stammbäume euers Geschlechts.
163. Aus der Welt des unendlich Kleinen.
Von P. Gruner.
Ein Schneeflöckchen, im kalten Nordwinde fortgewirbelt, setzt sich
auf unsern Rock nieder. Ein Stäublein gae, an dem wir
achtungslos vorbeigehen; in wenigen Sekunden wird es verschwunden
sein. Aber nehmen wir uns Zeit, dieses flimmernde Ding zu betrachten,
es auf einer kalten schwarzen Tafel unter ein starkes Verrö
erungeglas zu legen! Welch ein Kunstwerk enthüllt sich unserm
Auge! Uberall heften sich die kleinen glitzernden Eisblättchen aneinander,
scheinbar regellos liegen sie da, und doch prägt sich immer
dasselbe Gesetz in ihrer Anordnung aus. Tausende von Schneekristallen
mögen wir betrachten, alle weisen immer auf dieselbe sechsstrahlige
Grundform zurück, aber keins ist dem andern gleich. Kein
Zufall hat diese Kristallblättchen aneinandergefügt, sondern ein unveränderlicher
Gedanke hat die Entstehung dieser mannigfaltigen
Kleingebilde geleitet.
Ein Hälmchen liegt am Boden, wie deren Hunderte und aber
Hunderte vom schweren Schritte des geschäftigen Menschen geknickt
und zertreten werden. Aber wenn wir die Mühe nicht scheuen, ein
Stücklein dieses Halmes aufzulesen und unter dem Vergrößerungsglase
prüfend zu erforschen, so offenbart sich uns ein wohlausgeführter
Bau. Zimmer reiht sich an Zimmer, getrennt durch zarte
und doch widerstandsfähige Wände. Kleine Türen verbinden einlne
dieser Ränme, während langgestreckte Gänge in kunstvoller
Weise das Gebäube durchziehen. Es sind die Zellen, aus denen
das zarte Pflänzlein sich aufbant, und in denen sein Leben schlägt.
Einige hundert solcher Zellen können auf ein Millimeter nebeneinandergelegt
werden, und doch ist, jede ein eigenes kleines Lebewesen.
Jede hat ihren Zellinhalt, das ist eine feine Eiweißmasse;