Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1828. (12)

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VIV.  Von  Großherzogl.  Landes-Direktion  ist  dem  praktizirenden  Arzte,
D.  Jobann  Heinrich  Labes  zu  Auma,  auf  den  Grund  der  vor  der  Großherzogl.
  Eraminations-Deputation  allhier  weiter  bestandenen  Prüfung,  nun  auch  die
Erlaubniß  zur  Ausübung  der  Geburtshülfe  im  Großherzogthume  ertheilt  worden,
welches  hierdurch  bekannt  gemacht  wird.

Weimar  den  13.  Dezember  1828.

Großherzoglich  Sächsische  Landes-Direktion.
TJF.  v.  Schwendler.

X.  Nach  der  Bestimmung  in  §.  50  des  Gesetzes  zum  Schutze  der  Forste
vom  13.  April  1821  ist  zwar  den  Armen,  welche  dazu  besondere  Erlaubniß  erhalten,
  nachgelassen,  an  bestimmten  Tagen  in  den  herrschaftlichen  Waldungen  dürres
Holz  zum  eigenen  Bedarf  zu  lesen;  es  hat  jedoch  in  neuerer  Zeit  das  Holzlesen,
besonders  auch  von  dazu  nicht  berechtigten  Personen,  zum  Nachtheil  der  Waldumgen
  auffallend  überhand  genommen.

Es  werden  deshalb,  auf  höchsten  Befehl,  die  Polizey-Unterbehörden  und
Ortsvorstände,  besonders  in  den  kleineren  Städten  hierdurch  befehliget,  streng
darüber  zu  wachen,  daß  kein  Holz  eingebracht  werde,  bey  welchem  der  Verdacht
eintritt,  entweder  daß  es  gestohlen  sey,  oder  daß  es  zwar  Leseholz,  aber  von
umbefugten  Personen  gesammelt,  oder  daß  es  in  dem  einen  oder  in  dem  andern
Falle  eingebracht  sey,  um  es  zu  verkaufen,  indem  das  Leseholzsammeln  auf  den
Gebrauch  zur  eigenen  Nothdurft  beschränkt  bleibt.

Zugleich  muß  hiermit  die  bestimmte  Bedrohung  ausgesprochen  werden,  daß
denjenigen  Orten,  in  welchen  solches  Holz  dennoch  ordnungswidrig  eingebracht
wird,  das  Recht,  Leseholz  zu  sammeln,  bis  auf  Weiteres  entzogen  werden  soll.

Weimar  den  4.  Dezember  1828.

Großherzoglich  Sachsische  Landes-Direktion.
F.  v.  Schwendler.

XI.  Der  kürzlich  verstorbene  Schulrath  und  Professor  Perlet  hierselbst
hat  in  seiner  letztwilligen  Verfügung  dem  hiesigen  Großherzogl.  Gymnasium  ein
Legat  von  1000  Thalern  Kassegeld  als  Grund-Kapital  zu  Anstellung  eines
  besonderen  Lehrers  der  Mathematik  und  Physik  vermacht.

Wir  halten  es  für  Pflicht,  dieses  sehr  nübliche  Vermächtniß  zur  allgemeinen
Kenntniß  zu  bringen,  nicht  nur  um  dem  verstorbenen  edlen  Geber,  welcher  die
Verdienste,  die  er  sich  als  vieljähriger  treuer  Lehrer  um  das  hiesige  Gymnasium
erworben  hat,  auch  nach  seinem  Leben  dadurch  fortsetzen  und  dauernd  machen
wollte,  ein  öffentliches  und  verdientes  Denkmahl  unseres  Dankes  zu  weihen,
sondern  auch  andere  wohldenkende  und  vermögende  Schulfreunde  zu  ähnlichen