Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1843. (27)

71

dete  Anzeigen  machen,  sollen  von  ihren  Herrschaften  wenigstens  innerhalb  eines
  ganzen  Jahres  nicht  nahrungslos  gestellt  werden  können.

S#26.

Ueber  das  Forum  und  das  Verfahren  in  Aufschlags-Defraudations-Fällen
wird  verfügt:

a)  die  Judikatur  steht  dem  Oberaufschlagsamte,  und  zwar  jedem  in  seinem
Bezirke  zu;

b)  alle  Defraudations  =  Fälle  sind  summariissime  zu  instruiren,  jedoch
nur  mit  genugsamer  Vernehmung  des  Beklagten  zu  entscheiden;

c)  von  den  in  der  gedachten  ersten  Instanz  erfolgten  Entscheidungen  geht
die  Appellation  unter  einem  peremtorischen  und  praklusiven  Termine
von  60  Tagen  zu  der  vorgesetzten  Landes-Direktion.

.  27.

Ebenso  steht  das  Verfahren  gegen  die  in  Aufschlags-Ausständen  befangenen
  Personen  dem  treffenden  Oberaufschlagsamte  zu,  und  soll  in  diesen  Fällen
kein  Prozeß  gestattet,  sondern  nach  ertheilten  Zahlungs-Terminen  von  höchstens
  vierzehen  Tagen,  ohne  Zulassung  einer  Appellation,  mit  der  Exekution
gegen  den  Restanten  fürgeschritten  werden.

g.  28.

Außer  den  wenigen  unvermeidlichen  Beschränkungen,  welche  in  den  vorausgehenden
  Bestimmungen  enthalten  sind,  wird  die  innere  Einrichtung  der
Brauhäuser,  die  Größe  der  Bier-Suden  und  der  ganze  Betrieb  des  Bier-Sudwesens
  der  freien  Anordnung,  Einsicht  und  Konvenienz  der  Bierbrauer
überlassen;  desto  mehr  versehen  Wir  Uns  aber  auch  zu  ihnen,  daß  sie  ein  gesundes,
  ächtes  und  in  seiner  Güte  dem  jahrlich  zu  bestimmenden  Biersatze  entsprechendes
  Bier  erzeugen  und  an  das  Publikum  abgeben  werden.

Im  widrigen  Falle  sind  die  Orts-Polizei-Behörden  angewiesen  und  berechtigt,
  gegen  diejenigen,  welche  schlechtes  und  ungesundes  Bier  verschleißen,
die  in  den  alteren  Gesetzen  bestimmten  Maßregeln  und  Strafen  eintreten  zu
lassen  und  zu  vollziehen.

S#.  29.
Damit  die  Bierbrauer  billigerweise  vor  muthwilligen  Bierschulden  und

dießfallsigen  Schaden  sicher  gestellt  werden,  wird  gesetzlich  verordnet,  daß  alle
11