Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1843. (27)

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13)  Da,  wo  gemeinschaftliche  Wege  die  Grenze  bilden,  werden  die  Steine  abwechselnd  auf
diese  und  jene  Seite  gesetzt,  doch  so,  daß  sie  gegen  Verlehung  möglichst  geschützt  bleiben.
Dahingegen,  wo  die  Landesgrenze  den  Lauf  eines  Flusses,  Baches  oder  dessen  Ufer
folgt,  und  daher  eine  Versteinung  der  eigentlichen  Grenze  nicht  auszuführen  ist,  oder
nur  geringe  Dauer  verspricht,  sind  Hülfslinien  längs  dem  gekrümmten  Grenzlaufe  so
zu  bezeichnen,  auszustecken  und  zu  versteinen,  daß  der  gekrümmte  Lauf  der  wahren
Grenze  mittelst  der  Messung  der  erwähnten  Hölfslinie  und  deren  Abweichung  von
der  wahren  Grenze  sorgfältig  bestimmt  werden  kann.  Die  Länge  dieser  Hlfslinie
ist  so  zu  wählen,  daß  die  Ordinaten  nicht  allzugroß  werden,  dle  festen  Endpunkte
eine  möglichst  gesicherte  Lage  bekommen  und,  so  weit  als  thunlich  durch  Angabe
der  Entfernung  von  anderen,  unverrückbaren  Punkten  hinläaglich  fest  bezeichnet
werden  können.  Die  erwähnten  Hülfslinien  werden  in  ihren  Winkel=  und  Anschluß-Punkten
  an  die  wahre  Grenze  eben  so  versteint,  wie  die  eigentlichen  Grenzpunkte,
jedoch  bleiben  die  sogenannten  Urkunden,  die  Bezeichnung  der  Territorien  und  die
Nummern  weg  und  es  werden  an  der  letzten  Statt,  die  Buchstaben  A.  B.  C.  auf
die,  den  Nummern  entsprechende  Steinseite  eingehauen.

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Wo  bei  Gelegenheit  der  Grenzbegehung  die  Einsetzung  neuer  Grenzsteine  erforderlich,
ist  der  Punkt  mit  einem  saubern,  2  —  3“  langen,  3“  starken  Pfahl  zu  bezeichnen,  auf
dessen  Fläche  die  dem  Grenzsteine  zukommende  Nummer  mit  Rothstift  angeschrieben  wird.
Nachdem  der  Pfahl  gehörig  eingetrieben  worden,  wird  die  Steingrube  in  angemessener
Tiefe  und  Weite  alsbald  ausgegraben  und  der  eingesetzte  Pfahl  so  weit  nachgetrieben,
daß  die  Abschnittsfläche  desselben  mit  der  Sohle  der  Steingrube  in  gleicher  Höhe  liegt.
Die  Fluchtlinien  werden  alsbald  gereinigt  und  nöthigenfalls  durchgehauen  und  die  noch
brauchbaren  Steine  aufgerdumt.

V.

Bei  der  Grenzbegehung  müssen  alle,  in  sueser  kommende,  Details  schriftlich  behandelt
  werden,  insbesondere  muß  das  für  jeden  Arbeitstag  aufzunehmende,  besondere  Begehungs-Protokoll
  jeden  bereits  versteinten  oder  noch  zu  versteinenden  Grenzpunkt  nach
der  ihm  zugehörigen  Nummer  und  Lage  gegen  die  zunächst  liegenden  Parzellen  und  deren
  Besitzer,  anführen  und  dabei  alles  das  bemerkt  werden,  was  der  betreffende  Ponkt
und  die  Verbindungslinie  Erörternswerthes  darbietet,  insbesondere  was  zur  etwaigen
vorschriftsmäßigen  Herstellung  derselben  geschehen  soll,  welche  Steinnummern  neu  zu  setzen,
und  wie  die  erst  noch  zu  versteinenden  Punkte  nach  den  von  dem  Geometer  zu  nehmenden
  Anmessungen,  neben  etwa  in  der  Nähe  vorkommenden  festen  Punkten,  liegen,  und
endlich  die  Lage  jeder  Grenzlinie  von  Stein  zu  Stein  gegen  den  vorhergehenden,  ob
gerade  aus,  rechts  oder  links  abweichend.  Die  für  jeden  Grenzpunkt  und  für  jede  Grenzlinie
  regelmäßig  zu  machenden  Bemerkungen  werden  in  allen  Fällen  in  gleichmäßiger
Ordnung  und  Reihenfolge  im  Protokolle  notirt.

In  diesem  Protokolle  werden  die  Falle  besonders  sorgsältig  erörtert,  wo  die  Landesgrenze
  längs  einem  unversteinten  Bache  hinzieht,  und  es  wird  in  diesem  Falle,  außer  der
Angabe,  ob  das  rechte  oder  linke  Ufer,  oder  die  Mitte  des  Baches,  die  eigentliche  Grenze
bildet,  und  außer  der  sorgfältigen  Bezeichnung,  welcher  von  mehren,  etwa  neben  einan-