Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1843. (27)

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Jeder  Grenzpunkt  muß  als  Standpunkt  benutzt  werden  und  es  ist  daher  der  Ge—
brauch  der  Magnetnadel  Behufs  der  Ueberspringung  der  Grenzpunkte  nicht  gestattet.  Da
die  Winkel  der  Grenzlinien  unter  einander  nach  Graden  und  Minuten  in  das  Vermessungs-Register
  A.  eingetragen  werden  müssen,  so  hat  dazu  der  Geometer,  wenn  die
Aufnahme  der  Winkel  mit  dem  Meßtische  besorgt  wird,  sich  eines  siebenzölligen  Transporteurs
  mit  Nonius  zu  bedienen,  worauf  die  Theilung  bis  auf  einzelne  Minuten  geht.
Da  bei  der  Prüfung  der  Winkelmessung  Differenzen  von  höchstens  vier  Minuten  passiren
  können,  so  ist  beim  Gebrauche  des  Meßtisches  deßhalb  und  dann  wegen  genauer
Verbindung  der  Meßtischblätter  unter  sich  zur  Herstellung  der  Sektions-Reinkarten,  auf
hinreichend  langes  Durchziehen  der  Visir-Strahlen  zu  sehen  und  die  Winkelablesung  noch
vor  der  Abscheidung  des  Papierblattes  zu  besorgen.  Die  lang  durchzogenen  Visir-Strahlen
  der  Konzept-Karten  sind  so  haltbar  auszuführen,  daß  solche  auch  bei  der  nachmaligen
  Winkel-Revtsion  mit  Zuverlässigkeit  benußt  werden  können.

Auf  die  Breite  von  sechs  Ruthen  F#eialämincth  auf  jeder  Seite  der  Grenzlinie,
werden  alle  Details  speziell  ausgenommen,  welche  zur  Orientirung  irgend  nützlich  werden
können.  Dahin  gehören  die  anliegenden  Grundbesißzungen  mit  ihren  aufstoßenden  Grenzen
  und  Vermarkungszeichen,  mit  Angabe  der  Benutzungsart,  Wege,  Raine,  Gewässer,
Quellen,  trockene  Gräben,  Brücken,  aufstoßende  Flurgrenzen,  welche  letztere  in  einer  Länge
von  wenigstens  dreißig  Ruthen  Rheinländisch  mit  ihren  Markzeichen  ausgenommen  und  kartirt
  werden  müssen.  Außerdem  werden  alle  sonst  noch  vorbommende,  bemerkungswerthe,
feste  Hunkte,  wenn  solche  auch  außerhalb  der  oben  bestimmten  Breite  der  Detail-Aufnahme
  liegen,  mittelst  sorgfältigen  und  hinreichend  kontrolirten  Einschneidens  bestimmt.
Wo  sich  irgend  Gelegenheit  findet,  werden  auch  feste  Thürme  und  sonst  in  die  Augen
sallende  Orientirungs-Punkte  geschnitten  und  dabei  die  Aufnahme  besonders  derjenigen
festen  Punkte  beachtet,  an  welche  hier  und  da  Grenzpunkte  angemessen  worden  sind.

Da  wo  die  Mittellinie,  oder  das  Ufer  eines  Baches  die  Grenze  bildet,  wird  die
wahre  Lage  der  Grenzlinie  gehörig  festgestellt,  die  Hülfslinien  und  die  Winkel  werden
mit  gleicher  Genauigkeit,  wie  bei  Grenzlinien  selbst,  bestimmt.  Vor  der  Messung  der
Hülfslinien  (Abscissen  und  Ordinaten)  werden  die  Punkte  der  gekrümmten  Grenzlinien
unterschieden,  welche  mittelst  der  Ordinaten-Messung  bestimmt  werden  müssen.  Die  Verbindungspunkte
  der  Abscissen  und  Ordinaten  werden  mit  Hülfe  eines  genauen  Winkelspiegels
  aufgesucht,  mit  Pfählen  bezeichnet  und  dann  erst  die  Abscissen  und  Ordinaten-Messungen
  so  ausgeführt,  daß  das  Maß  der  bezüglichen  korrespondirenden  Linien  in  die
Karte  eingetragen  werden  kann.  Die  Ordinaten  werden,  wenn  ein  Ufer  die  Grenze  bildet,
  von  der  Abseisse  ab,  stets  genau  bis  an  den  Wasserspiegel  gemessen,  in  sofern  der  Wasserstand
  die  gewöhnlichen  Ufer  benezt  und  der  Stand  des  Wasserspiegels,  so  oft  sich  Gelegenheit
  zur  Vergleichung  mit  anderen  festen  Punkten  sfindet,  in  Beziehung  auf  diese  gemessen;  das
Verzeichniß  dieser  Angaben  wird  tabellarisch  geordnet,  auf  den  bezüglichen  Karten  eingetragen.

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g.
In  den  Fällen,  wo  die  wahre  Grenze  mittelst  der  Abscissen  und  Ordinaten-  Messung
bestimmt  werden  muß,  erstreckt  sich  die  Detail=  Aufnahme  über  die  ganze  Fläche  zwischen