Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1850. (34)

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Hat  er  den  bewußtlosen  Zustand  zum  Behufe  dieses  Verbrechens  selbst
herbeigeführt,  so  findet  zwei=  bis  fünf-jährige  Zuchthausstrafe  Statt.

Ist  durch  das  Verbrechen  ein  bleibender  Nachtheil  für  die  Gesundheit
oder  der  Tod  der  gemißbrauchten  Person  veranlaßt  worden,  so  trifft  den
Schuldigen  sechs=  bis  zehen  jähriges  Zuchthaus.

Unzucht  mit  Kindern  unter  vierzehen  Jahren.
Art.  297.

Wer  noch  nicht  mannbare  Kinder  unter  vierzehen  Jahren  zum  Beischlafe
mißbraucht,  hat  ein=  bis  drei-jähriges,  wenn  aber  ein  bleibender  Nachtheil  für
die  Gesundheit  des  Kindes  entstanden  ist,  vier=  bis  acht-jahriges,  und  wenn
seine  That  den  Tod  des  Kindes  zur  Folge  hatte,  zehen=  bis  funfzehen-jähriges
  Zuchthaus  verwirkt.

Wer  mit  solchen  Kindern  unzüchtige,  den  Geschlechtstrieb  aufreitzende
Handlungen  vornimmt,  soll  auf  Antrag  der  Aeltern,  Pflegedltern  oder  Vormünder
  mit  Gefängniß  oder  Arbeitshaus  bis  zu  zwei  Jahren  bestraft  werden.

Verführung  zur  Unzucht.
Art.  298.

Wenn  jemand  eine  mannbare  Person  unter  vierzehen  Jahren,  oder  unter
Anwendung  von  Betrug  oder  List  eine  andere  unbescholtene  Person  zum  Beischlase
  mit  sich  verleitet,  so  tritt  gegen  den  Verführer  einmonatliche  bis  einjährige
  Gefangnißstrafe  ein.

Mit  gleicher  Strafe  wird  derjenige  belegt,  der  eine  unbescholtene  Person
unter  dem  Versprechen  der  Ehe  zum  Beischlafe  verführt  und  die  Erfüllung
dieses  Versprechens  ohne  rechtsgültige  Ursache,  oder  aus  rechtsgültigen  ursachen,
  welche  von  ihm  vorher  in  der  Absicht  zu  tauschen  verschwiegen  oder  abgeldugnet
  worden  sind,  verweigert.

Es  soll  jedoch  eine  Bestrafung  nach  dem  gegenwüärtigen  Artikel  nur  dann
eintreten,  wenn  die  Verführte  oder,  falls  sie  minderjährig  ist,  deren  Vater
oder  Vormund  die  Untersuchung  und  Bestrafung  beantragen.

Art.  299.

Die  Verleitung  unbescholtener  Personen  zum  Beischlafe  mit  einem  Dritten
  wird  mit  drei=  bis  sechs-monatlichem  Gefängnisse  bestraft.  Sind  die  eigene
oder  eine  fremde  Ehefrau,  Verwandte  in  absteigender  Linie  oder  Geschwister,

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