Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1855. (39)

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Folge  der  Reise  entstandene  Ermüdung  oder  lediglich  durch  körperliche  Unbehülflichkeit
  oder  fehlerhafte  Körperbildung  oder  durch  ein  äußerliches  Körperleiden,
bei  übrigens  gesunder  Leibesbeschaffenheit,  an  der  Fortsetzung  ihrer  Reise  behindert
  werden.  Ee  gilt  dieses  namentlich  von  solchen  Reisenden,  welche  in  Folge
der  Reise  Blasen  an  den  Füßen  oder  wunde  Füße  bekommen,  oder  welche  leichte
Verrenkungen,  Quetschungen  und  dergleichen  Verletzungen  sich  zugezogen  haben,
die  zwar  ein  Auftreten  oder  eine  anhaltende  Fußbewegung  nicht  gestatten,  wohl
aber  das  Fahren  unbedenklich  zulassen.

3)  Die  Einleitung  des  Transportes  der  unter  Ziffer  2  bezeichneten  Reisenden
  durch  Fuhre  ist  bedingt  durch  das  Zeugniß  des  Amts-Physikus  oder,  bei
äußerlichen  Verletzungen,  des  Amts-Wundarztes  über  die  Zulässigkeit  des  Transportes
  und  durch  einen  glaubhaften  Nachweis  der  Heimath  des  zu  Transportirenden.
  Im  Uebrigen  bleiben  die  betreffenden  Gemeindebehörden  dafür  verantwortlich,
  daß  der  Transport  nicht  wegen  solcher  körperlichen  Gebrechen  unternommen
  wird,  deren  Beseitigung  bei  genügender  Pflege  und  Abwartung  in
kurzer  Zeit  und  mit  einem  offenbar  geringern  Aufwande  zu  erwarten  ist,  als
die  muthmaßlichen  Kosten  eines  fortgesetzten  Trausportes  durch  Fuhre  betragen.

4)  Der  Transport  ist  in  der  Regel  mittelst  einspännigen  Fuhrwerkes  unter
Beifügung  des  ärztlichen  Zeugnisses  über  die  Zulässigkeit  des  erstern  und  unter
Beischluß  der  Heimathsbescheinigungen  an  diejenige  in  der  Richtung  des  endlichen
  Bestimmungsortes  des  Transportirten  befindliche  nächste  Behörde  zu  bewirken,
  welche  mit  Besorgung  der  Schub-Transporte  beauftragt  ist,
dafern  nicht  die  Entfernung  des  Heimathsortes  des  armen  Reisenden  von  dem
Orte  der  ersten  Absendung  weniger  als  fünf  Stunden  beträgt,  indem  solchen
Falles  die  Ablieferung  direkt  an  den  Heimathsort  zu  erfolgen  hat.  Die  Schubbehörde
  hat  demnächst  den  Transport  unter  Beischluß  der  betreffenden  Zeugnisse
an  die  nächste  Schubbehörde  oder  im  Inlande  direkt  an  den  Heimathsort,
wenn  dieser  nicht  entfernter  als  jener  ist,  zu  besorgen.

Der  Transport  von  Ort  zu  Ort  ist  —  mit  Ausnahme  unmittelbarer  Angrenzung
  des  Absendungsortes  an  den  Heimathsort  des  Transportirten  —  weder
im  Inlande,  noch  dem  benachbarten  Auslande  gegenüber  statthaft,  in  gleicher
Weise  aber  auch  ein  Transport  aus  dem  Auslande  nur  von  der  nächsten
Schubbehörde  zu  übernehmen.

5)  Die  durch  den  Transport  armer  Reisender  entstehenden  Kosten  sind  aus
der  Gemeindekasse  der  mit  Besorgung  der  Schub-Transporte  beauftragten  Behörden
vorzuschießen  und  die  dießfallsigen  Rechnungen  mit  Belegen  am  Jahresschlusse