Metadata : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1817. (12)

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Achtungswerthe  Diener  der  Religion  und  einsichtsvolle  Gelehrte  werden  mit  ihm
vereinigt  seyn.

Fortan  follen  nicht  wenige  Einzelne  —  in  Ausschüssen  Jahre  lang  vereinigt  —
unter  dem  Schuße  einer  verfassungsmäßigen  Heimlichkeit  über  das  Staats-Vermö--en

  schalten,  sondern  mein  Volk  soll  durch  offentliche  Verhandlungen  auf  jährlich  zu
goltenden  Landtagen  erfahren,  wofür  es  steure;  und  es  foll  sich  überzeugen  können,
daß  es  nur  solchen  Gesetzen  gehorche,  die  durch  seine  eigenen  Bedürfnisse  hervorge,
rufen  und  sorgfältig  geprüft  worden  find.  ·  '

Alles,  was  dazu  dienen  kann,  die  Landes-Versammlungen  innerhalb  der  Grenzjen
  ihres  Berufs  in  einer  würdevollen  Unabhängigkeit  zu  erhalten,  ist  geschehen.

Ein  ständischer,  von  vier  Consulenten  und  einem  hinläánglichen  Kanzlei-Personal
unterstüzter  Vorstand  sichert  die  Fortdauer  der  Repräsentation,  und  eine  ständische
Kasse  sichert  der  Landes-Versammlung  die  Befriedigung  ihrer  Bedürfnisse.

Die  Mitglieder  derselben  stehen  mit  den  Mitgliedern  des  geheimen  Raths  unter
Richtern,  die  zur  Hälfte  vom  Regenten)  zur  Hälfee  von  der  Sttände-Versammlung
  selbst  ernannt  sind,  und  da  ich  die  Perfassung  nur  durch
die  Kraft  der  Ueberzeugung  von  ihrer  Nothwendigkeit  hinlänglich  verbürgt  glauben
kann,  so  habe  ich  sie  —  bis  die  Zuständigkeit  des  Bundestages  bestimmt  seyn  wird,
allein  unter  den  Schutß  der  offentlichen  Meinung  gestellt.  ·  "

Gerne  werde  ich  sie  der  Gewährleistung  des  gesamten  deutschen  Busides  untert
werfen,  wenn  ein  gemeinsamer  Beschluß  aller  Bundes-Fürsten  diese  Maasregel  zu  eis
ner  allgemeinen  erhebt.  Denn  ich  zähle  es  zu  meinen  ersten  Pflichten,  mich  an  die
Sache  von  Deutschland  stets  enge  und  herzlich  anzuschließen.

Durch  alle  diese  Bestimmungen  glaube  ich  die  Liebe  erprobt  zu  haben)  die  ich
zu  meinem  Volke  hege,  das  schwere  Leiden  mit  Geduld  getragen,  in  seiner  Treue  nie
gewankt)  und  auf  dem  Felde  der  Ehre  seine  Stelle  mit  Ruhm  behauptet  hat.

Nun  erwarte  auch  ich,  es  erwartet  mein  Volk  von  ihnen,  SEdle  und  liebe  Getreue,
  daß  auch  sie  den  Blick  vom  Einzelnen  auf  das  Ganze,  von  der  VWergangenauf
  die  Gegenwart  richten,  und  die  höheren  Ansprüche  erwägen  werden,  welche  die
Cultur  des  deutschen  Volks  an  die  Verfassungen  macht.  «

Mögen  sie  zeigen,  daß  sie  von  einem  allgemeinen,  uneigennuͤtzigen,  aufgeklaͤrten
Interesse  beseelt  sind,  und  daß  sie  den  Standpunkt  eingenommen  haben,  auf  welchem
  das  Volk  für  würdig  erkannt  werden  muß,  daß  ihm  vom  Throne  herab  der
volle  Bürgerkranz  gereicht  werde.  #

Dann  wird  auch  die  Vorsehung  das  Werk  segnen,  das  aus  der  Liebe  zu  mei,
nem  Polke  rein  und  unverfaälscht  hervorgegangen  ist.  "

Meine  Geheimen-Raͤthe  sind  beauftragt,  ihnen  den  Gang  zu  bezeichnen,  den  ich
fuͤr  den  geradesten  zum  Ziel  halte.  Sie  sollen  in  ihrer  Mitte  seyn,  und  vor  allen
Dingen  die  Form  mit  ihnen  berathen,  in  welcher  die  Gegenstaͤnde  behandelt,  uͤber
das  Verhandelte  die  Stimmen  eingesammelt,  und  die  Beschluͤsse  zu  meiner  Kenntniß
gebracht  werden  sollen.  «  «  ·