Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

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Der  hiedurch  der  Centralkasse  entstehende  Aufwand  ist  derselben  von  der  Amtskörperschaft,
  zu  deren  Bezirk  die  in  Brand  gerathene  Waldfläche  gehört,  und  von  dem
Staate  in  dem  in  Art.  13  bestimmten  Berhältniß  zu  ersetzen.

Art.  15.

Der  Amtskörperschaft  steht  das  Recht  zu,  für  das  von  ihr  nach  Art.  12  Abs.  1
bezahlte  Drittheil  der  Kosten  sowie  für  die  Hälfte  der  von  ihr  nach  Art.  13  Abs.  1  und  2
und  Art.  14  aufgewendeten  Kosten  von  sämmtlichen  Waldeigenthümern  des  Oberamtsbezirks
  nach  Verhältniß  des  Steuerkapitals  ihres  Waldbesitzes  Ersatz  zu  beanspruchen.

Streitigkeiten  über  die  den  Waldeigenthümern  nach  Abs.  1  obliegende  Ersatzverbindlichkeit
  werden  unbeschadet  der  Bestimmung  des  Art.  13  Abs.  4  in  dem  für  die  Fälle
des  Art.  10  des  Gesetzes  über  die  Verwaltungsrechtspflege  vom  16.  Dezember  1876
(Reg.  Blatt  S.  485)  vorgeschriebenen  Verfahren  von  den  Verwaltungsgerichten  entschieden.

Art.  16.

Die  Erlassung  polizeilicher  Strafverfügungen  wegen  der  Uebertretung  des  §.  368
Nr.  8  des  Strafgesetzbuchs  mittels  Zuwiderhandlungen  im  Sinne  von  Art.  2  und  Art.  9
Abs.ö5  des  gegenwärtigen  Gesetzes,  sowie  mittels  Zuwiderhandlungen  gegen  die  auf  Waldbrände
  sich  beziehenden  Vorschriften  der  Lokalfeuerlöschordnung  kommt  innerhalb  der
Grenzen  der  ihm  eingeräumten  Strafbefugniß  (Art.  11  des  Gesetzes  vom  12.  August
1879,  betreffend  Aenderungen  des  Landespolizeistrafgesetzes  vom  27.  Dezember  1871  und
das  Verfahren  bei  Erlassung  polizeilicher  Strafverfügungen,  Reg.  Blatt  S.  153)  dem
Ortsvorsteher  zu,  welchem  in  den  Fällen  des  Art.  2  der  Feuerwehrkommandant  die  bezüglichen
  Anzeigen  zu  übermitteln  hat.

Art.  17.
Der  Art.  30  Ziff.  4  des  Forstpolizeigesetzes  vom  §.  September  1879  (Reg.  Blatt
S.  317)  erhält  nachstehende  Fassung:

4)  wer  der  Verpflichtung  zur  Anzeige  eines  Waldbrandes  ohne  genügende  Entschuldigung
  nicht  nachkommt,  oder  bei  einem  Waldbrande  der  Aufforderung  der
zuständigen  Beamten  zur  Hilfeleistung  nicht  entspricht,  obschon  er  der  Aufforderung
ohne  erheblichen  eigenen  Nachtheil  Folge  leisten  könnte.