122
VI. Von der Ausleihung.
832.
Die Ausleihung eingehender Gelder soll, sobald sich ein Ueberschuß gegen den zurück—
zuzahlenden Bedarf zeigt, gegen solche Sicherheit, welche den reichs- und landesgesetzlichen Vor—
schriften über die Anlegung von Mündelgeld entspricht, erfolgen (8§ 1807 und 1808 des Bürgerlichen
Gesetzbuches, Art. 212 und 218 des Einführungsgesetzes dazu und §§ 211—215 des Ausführungsgesetzes
vom 5. April 1899). E
Die Rückzahlung der verliehenen Kapitale ist in dem Geschäfts-Lokale der Sparkasse
jedesmal Sonntags und Mittwochs Nachmittags von 3 bis 5 Uhr zu bewirken, und wird darüber
in der im § 7 bestimmten Weise gquittirt.
Desgleichen sind die Zinsen von den Kapitalien, welche die Sparkasse ausgeliehen hat, lediglich
in dem Geschäftslokale der Sparkasse jedesmal Mittwochs und Sonntags Nachmittags von
3 bis 5 Uhr zu entrichten, und wird über dieselben von dem Kassirer und von zwei Vorstandsmitgliedern
gquittirt.
— — —— — —
Sparkassen-Ordnung der städtischen Sparkasse zu Stadtsulza
vom 13. November 1899.
§ 2.
Bürgschaft der Gemeinde.
Die Stadtgemeinde Stadtsulza leistet für die Gelder, welche in Gemäßheit dieser Sparkassenordnung
in die Sparkasse eingelegt werden, und für deren Verzinsung Bürgschaft.
§ 3.
Anssicht. Wahl des Vorstandes.
Die Sparkasse steht vorbehältlich der Oberaufsicht des Großherzoglichen Bezirksdirectors und
weiterhin des Großherzoglich Sächsischen Staats-Ministeriums unter Aussicht und Leitung der
Gemeindebehörden.
Unter ihrer Leitung wird die Verwaltung der Sparkassengeschäfte durch einen ständigen Vorstand
besorgt, welcher aus fünf Mitgliedern besteht:
1. dem Bürgermeister als Vorsitzenden;
2. vier Bürgern, welche nach Maßgabe der Bestimmungen der Gemeinde-Ordnung zu Gemeindeämtern
wählbar sind.
Die unter 2. genannten Vorstands-Mitglieder werden durch den Gemeinderath in beschlußfähiger
Sitzung mit Stimmenmehrheit auf 4 Jahre gewählt und zwar so, daß jedes 2. Jahr zwei
ausscheiden.
Ueber das erstmalige Ausscheiden bestimmt das Loos.