Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1906. (90)

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Schnitte  die  Untersuchung  der  einzelnen  Hirnteile,  namentlich  der  Großhirnhemisphären,
  der  großen  Ganglien  (Seh=  und  Streifenhügel  nebst  Linsenkern),
der  Vierhügel,  des  Kleinhirns,  der  Brücke  und  des  verlängerten  Markes  vorgenommen,
  wobei  namentlich  die  Farbe,  die  Füllung  der  Gefäße,  die  Konsistenz
und  die  Struktur  festzustellen  sind.

Die  Ausdehnung  und  der  Inhalt  der  einzelnen  Hirnhöhlen,  sowie  die
Beschaffenheit  und  Gefäßfüllung  der  oberen  Gefäßplatte  sowie  der  verschiedenen
Adergeflechte  sind  bei  den  einzelnen  Abschnitten  besonders  ins  Auge  zu  fassen,
auch  das  Vorhandensein  etwaiger  Blutgerinnsel  außerhalb  der  Gefäße  zu
ermitteln.

Den  Schluß  macht  die  Untersuchung  der  harten  Hirnhaut  des  Schädelgrundes,
  die  Eröffnung  und  Untersuchung  der  queren,  und  falls  ein  Grund
dazu  vorliegt,  der  übrigen  Blutleiter  und  ihres  Inhalts  und  endlich  nach
Entfernung  der  harten  Hirnhaut  die  Untersuchung  der  Knochen  des  Grundes
und  der  Seitenteile  des  Schädels.

§  15.
Gesicht,  Ohrspeicheldrüse,  Gehörgang,  Nasen-Rachenhöhle  und  Augen.

Wo  es  nötig  wird,  die  Offnung  der  inneren  Teile  des  Gesichtes,  die
Untersuchung  der  Ohrspeicheldrüse,  des  Gehörorgans  und  der  Nasen-Rachenhbhle
vorzunehmen,  ist  in  der  Regel  der  über  den  Kopf  geführte  Schnitt  jederseits
hinter  dem  Ohre  in  einem  nach  hinten  gewölbten  Bogen  bis  zum  oberen
Rande  des  Brustbeins  zu  verlängern  und  von  hier  aus  die  Hant  nach  vorne
und  oben  hin  abzupräparieren.  Der  spätere  Eröffnungsschnitt  für  Brust=  und
Bauchhöhle  (§  17)  beginnt  dann  nicht  am  Kinn,  sondern  an  der  Vereinigungsstelle
  beider  Halsschnitte  am  oberen  Rande  des  Brustbeins.

Die  Untersuchung  des  inneren  Ohres,  insbesondere  der  Paukenhbhle
geschieht  am  einfachsten,  indem  man  mit  einigen  Meißelschlägen  die  seitliche
Hälfte  der  Kuppe  des  Felsenbeines  entfernt;  man  kann  aber  auch  das  ganze
Felsenbein  mit  einem  Teil  der  Schläfenschuppe  heraussägen  und  die  Paukenhöhle
  durch  einen  von  dem  hinteren  Rande  des  äußeren  nach  dem  vorderen
(inneren)  Rande  des  inneren  Gehörganges  gerichteten  senkrechten  Sägeschnitt
eröffnen.

Die  Nasenhöhle  mit  ihren  Nebenhöhlen  kann  am  einfachsten  der  Untersuchung
  zugängig  gemacht  werden,  indem  man  die  knöcherne  Schädelgrundfläche