Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1907. (91)

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Sofern  diese  Aushilfe  durch  andere  Personen  als  durch  Lehrer  besorgt  werden
soll,  hat  an  Stelle  der  Zustimmung  des  Ortsgeistlichen  die  des  Kirchgemeindevorstandes
  (Kirchvorsteheramtes,  Vorstandes  der  Kultusgemeinde)  zu  treten.

6.

In  den  Fällen  plötzlich  eintretender  Behinderung  hat  der  Lehrer  mit  Zustimmung
  des  Ortsgeistlichen  (des  Vorstandes  der  Kultusgemeinde)  oder  nötigenfalls
  auch  letzterer  allein  für  einstweilige  Stellvertretung  zu  sorgen.  Von  dem  Geschehenen
  ist  dem  Bezirksschulinspektor  durch  den  Lehrer  bezüglich  durch  den  Ortsgeistlichen
  alsbald  Nachricht  zu  geben.

7.
Ist  in  einem  einzelnen  Fall  die  Stellvertretung  durch  Lehrer  ganz  oder  teilweis
  unmöglich,  so  wird  der  Bezirksschulinspektor,  soweit  nicht  die  Vorschrift  unter
Ziff.  6  Platz  greift,  mit  dem  Kirchgemeindevorstand  (dem  Kirchvorsteheramt,  dem

Vorstande  der  Kultusgemeinde)  sich  wegen  Beschaffung  einer  anderweiten  Aushilfe
in  das  Einvernehmen  setzen.

In  dem  Falle  des  §  34  Ziff.  5  des  Volksschulgesetzes  ist  es  lediglich  Sache
der  Kirchgemeinde  (Kultusgemeinde),  die  etwa  nötig  werdende  Aushilfe  zu  beschaffen.

8.

Soweit  Verordnungen  und  Bekanntmachungen  mit  Bestimmungen  gegenwärtiger
Verordnung  in  Widerspruch  stehen,  werden  sie  hiermit  aufgehoben.  Dies  gilt  insbesondere
  von  den  Vorschriften  in  Art.  12  Ziff.  6,  8  und  10  der  Ausführungsverordnung
  vom  16.  Dezember  1874  in  der  Fassung  vom  26.  Juli  1895  zum
Volksschulgesetz,  soweit  diese  Vorschriften  die  Stellvertretung  der  Lehrer  bei  kirchendienstlichen
  Verrichtungen  betreffen.

9.

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1907  in  Kraft.

Weimar,  den  27.  Februar  1907.

Großherzoglich  Sächsisches  Staatsministerium,

Departement  des  Kultus.
Rothe.