Full text : Europäischer Geschichtskalender. Vierter Jahrgang. 1863. (4)

Lannar  bie  AKlärz  1864.  347

12.  März.  (Schleswig).  Bei  den  Civilcommissären  in  Fleusburg  er-#*



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scheint  die  erste  dänisch-gesinnte  Deputation  aus  Apenrade.

(Olbdenburg).  Dem  Ersuchen  des  Landtags  entsprechend  erklärt
  die  Regierung  bezüglich  der  Gerüchte  über  Austauschprojecte,
daß  sie  solchen  Projecten  vollkommen  fremd  sei  und  daß  auch  weder
an  sie  noch  unmittelbar  an  den  Großherzog  jemals  darauf  bezügliche

Vorschläge  von  irgend  einer  Seite  her  gelangt  seien.

„  (Holland).  Die  lI.  Kammer  entscheidet  sich  nach  fünftägiger
Debatte  mit  39  gegen  14  Stimmen  für  den  Grundsatz  des  neuen
„indischen  Comptabilitätengesetzes“,  daß  nämlich  das  gesammte  Colonialbudget
  fortan  im  Voraus  zu  veranschlagen  und  den  Kammern
in  spezifizirtem  Etat  zur  Beschlußfassung  vorzulegen  sei.

„  (Sachsen).  Landes-Versammlung  für  Schleswig-Holstein  in
Dresden.  Sie  ist  schwach  besucht  und  von  ziemlich  mattem  Verlauf.
„  (Italien).  Die  sogen.  Aunis-Briganten  werden  in  Neapel
verurtheilt,  die  beiden  Brüder  La  Gala  zum  Tode.

„  (Schleswig).  Das  bißsherige  dänische  Verbot  aller  Vereine
und  Gesellschaften  zu  nicht-politischen  Zwecken  wird  von  den  Civilcommissären
  für  aufgehoben  erklärt.

„  (Dänemark).  Der  Commandirende  in  Jütland,  Gen.  Hegermann,
  zieht  sich  mit  seiner  Armeedivision  bis  nach  Morsä  zurück.
„  (Norwegen).  Eröffnung  des  Storthings.  Thronrede  des
Königs:  «

„Gute  Herren  und  norwegische  Männer!  Den  uns  allen  bekannten  Er—
eignissen  gegenüber  habe  Ich  es  für  Meine  Pflicht  erachtet,  den  Storthing
des  Königreichs  Norwegen  einzuberufen,  um  durch  die  Beschlüsse  desselben  die
nämliche  Freiheit  des  Handelns  in  Betreff  Norwegens  zu  erlangen,  wie  solche

Mir  in  Beziehung  auf  Schweden  bereits  zusteht.  Unablässig  bemüht,  den
beiden  Völkern,  deren  Geschick  die  Versassung  Meiner  Leitung  anvertraut
hat,  allzuschwere  Opfer  zu  ersparen,  so  lange  nur  immer  die  Verhältnisse  es
gestatten,  habe  Ich  doch  die  Möglichkeit  nicht  außer  Acht  lassen  dürfen,  daß
die  Forderung  solcher  Opfer  unabweislich  werden  könnte.  Die  Verschiedenheit
der  in  jedem  der  beiden  Reiche  geltenden  verfassungsmäßigen  Bestimmungen
hat  deßhalb  die  Einberufung  des  Storthings  nothwendig  erscheinen  lassen,  um
die  Hindernisse  zu  beseitigen,  die  sonst  den  nach  Maßgabe  der  ferneren  Entwicklung
  der  Ereignisse  gleichzeitig  in  beiden  Reichen  zu  treffenden  Vorkehrungen
  sich  entgegenstellen  könnten.  Ohne  Zweifel  wird  der  Storthing  Meine  Anschauung
  darin  theilen,  daß  beide  Brudervölker  gleichmäßig  sich  bereit  finden
sollten,  den  Anforderungen  zu  entsprechen,  welche  die  Verhältnisse  an  sie  stellen."

Als  später  die  Mitglieder  des  Storthings  den  Monarchen  im
königlichen  Palast  beglückwünschen,  antwortet  der  letztere  u.  A.:

„Es  hat  Mir  besonders  am  Herzen  gelegen,  Mich  in  Ihrer  Mitte  einzufinden,
  um  dadurch  die  Bedeutung  an  den  Tag  zu  legen,  welche  Ich  an  Ihre

Berathungen  knüpfe.  Die  seit  Unserer  letzten  Trennung  eingetretenen  Ereignisse,
  deren  ganzen  Ernst  Wir  empfinden,  verlangen  wieder  eine  gemeinsame
Berathung  zwischen  König  und  Volk,  und  die  Betheuerungen,  mit  welchen
Sie  Mich  begrüßt  haben,  verleihen  Mir  die  Ueberzeugung,  daß  diese  Berathungen
  das  gegenseitige  Zutrauen  befestigen  werden,  welches  Uns  die  Kraft
gibt,  die  Prüfungen,  wenn  sie  kommen  sollten,  mit  einander  zu  tragen.  Mit

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