Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1828. (5)

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Verdacht  angewendeten  Zwangs  sich  zeigt,  die  Verschreibung  2c.  nicht  vor  sich  gehen
zu  lassen.

Doch  ist  diese  Belehrung  und  Verwarnung  nicht  als  wesentliche,  die  Gültigkeit
des  Rechts-Geschäfts  bedingende  Form  zu  betrachten,  auch  der  Eintrag  derselben  in
das  Protokoll  nicht  erforderlich.

Art.  11.
Nähere  Anwendung  dieser  Grundsätze.

Vorstehenden  Bestimmungen  gemäß  hat  jede  von  dem  Gerichte  oder  der  Unterpfands-Behdrde
  (Art.  5)  ausgestellte  Urkunde  darüber,  daß  eine  Frauens-Person  eine
Verbindlichkeit  für  ihren  Chemann  oder  für  einen  Dritten,  lehteren  Falles  nach  Umständen
  mit  Zustimmung  des  Ehemanns  (Art.  4.  6)  vor  jenen  Stellen  oder  einer
erdnungsmäßigen  Deputation  derselben  übernommen,  für  den  Gläubiger  vollkommene

Beweikraft.

Ist  überdieß  eine  solche  Urkunde  von  der  Frau  selbst  unterzeichnet,  so  findet  gegen
  den  redlichen  Inhaber  derselben  auch  nicht  ein  Gegen-Beweis  darüber  Statt,  daß
die  Frau  nicht  vor  Gericht  oder  vor  dem  Gemeinde-Rath  erschienen,  oder  daß  keine
Deputation  dieser  Stellen  an  sie  abgeordnet  worden,  oder  daß  namentlich  die  Ehefrau
bei  Social-Schulden  im  Widerspruche  mit  der  in  der  Urkunde  ausgedrückten  Verschreibung,
  doch  nicht  für  die  ganze  Schuld  sich  verbindlich  gemacht,  oder  daß  die
Frau  eine  fremde  Verbindlichkeit  nicht  freiwillig  übernommen  habe;  vorbehältlich  jedoch
  der  Entschädigungs-Ansprüche  der  Frau  gegen  die  Behörde,  welcher  die  Unrichtigkeit
  der  Urkunde  zur  Last  füällt.

Art.  12.

Dieser  Grundsatz  findet  insbesondere  auf  Umerpfands-Bestellungen  seine  vollkonmene
  Anwendung,  wenn  auch  davon,  daß  die  Frau  vor  der  Unterpfands-Behbrde,  oder.
einer  Deputation  derselben,  über  die  Uebernahme  der  fremden  Verbindlichkeit  sich  erklärt,
  oder  daß  sic,  namentlich  bei  Social-Schulden,  die  Verbindlichkeit  des  Ehemanns
mit  übernommen  habe,  weder  im  Unterpfandsbuche,  noch  im  Unterpfands-Protokoll,
elwas  bemeröt  worden  seyn  sollte.